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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#31

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 31.07.2008 09:39
von Lennie • 829 Beiträge

In Antwort auf:
Portraits zu malen leert wirklich den Kopf. Man muss sich so sehr auf die Details konzentrieren, dass man danach müde und fast ohne Gedanken zurückbleibt.


Stimmt - so ähnlich habe ich das auch oft empfunden. Viel Erfolg für die letzten Feinarbeiten. Erhebend ist es doch immer wieder (und eigentlich besonders bei Arbeiten, die einen sehr viel Energie gekostet haben), wenn man schliesslich den letzten kleinen Tupfer auf die Leinwand setzt, ein paar Meter zurücktritt und weiss: So. Das ist es. Fertig!

Ich habe gerade erst diesen Threat hier durchgelesen. Da gehst du also auch auf eine grosse "längere" Reise, wie es so aussieht? Griechenland ist schön - ich war nicht lange da, es ist auch schon eine ganze Reihe von Jahren her, habe mich aber sehr wohlgefühlt.

Ich hoffe, du lässt von dir hören - auch von dort? Bin doch schon so gespannt, wie es dir gefällt!

Ich fand jedenfalls seinerzeit, dass ein himmelhoher Unterschied besteht zwischen "in Frankreich Urlaub machen" und "in Frankreich leben".... aber kann man natürlich erst merken, nachdem man es ausprobiert hat! Und ausprobieren muss, da bin ich dafür - immer!

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#32

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 31.07.2008 11:52
von Martinus • 3.194 Beiträge
Liebe Taxine,

herzlichen Dank für den Einblick in deine Künstlerseele. Es war so schön zu lesen, dass mir dein Atelierzimmer in meinem Geiste vor mir erschien. Manchmal zwackt's a weng in der Tränendrüse, weil du gehst und dann freue ich mich über die griechischen Geschichten, die wir von dir hören werden.

Also, lassen's Deutschland hinter uihnen und das Hellenenland empfanget sui mit offenen Armen. Vuill Freud' in Venedig und gutes Oil und Motor für dadd Automobile und schreibens und malen, dadd machens so gut.

Lieb gegrüßt
von Martinus/Donau



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 31.07.2008 19:45 | nach oben springen

#33

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 31.07.2008 13:50
von ascolto • 1.289 Beiträge

Werte Dame,


wenn aus meinen Händ, sich unter und midd uihnen die Glut geformt, von jedem Hammerschlag getrüben, dadd "Ferro" ächzt und dehnt, dann überkam mich eine Sanftmut im Herzen. Die Esse bruzelte mir midd der Hitz die Backen, der Schopf sowie die Höhlen in den Achseln salzbeflutet, ich losließ im Sein und aus meinem Spül der Energien dann dort endelich die Form zur Gestalt vollendet, dann im Loch nach dem rasen und eifern, um dadd Werkchen geschlichen, begutachtet, in die Iris gebrannt, ein wunderherrlich Freud füllt dann den Geist.
Die Nachfreude, am nächsten Tag wieder herum getappst und mit dem einen oder anderen Taninbecher nachgespüllt, das war so wie die Ruhe nach dem Sturm, wenn die See wieder am Bug plätschert nach dem es vorher ein Gischtrollen, ein springrn von Kamm auf Kamm.......

Dann der Abschiedsgruß, wenn dadd Päckchen gebündelt, der Kunde es zu sich schließt, ein letzter tiefer Atemzug, vorbei......

Auch ich wünsche uihnen aus meiner Herzquelle in dem kalksansteinigen Gefülden, dort wo der Zeus dadd Hämmerchen schwüngt, die Athena zur Seid, den Apolos an der Inspirationsleier und die List eines Odysseus, den Mut des Theseus und Perseus sowie dadd gülden Vlies an die Brust.......

Yamas Morgenröte,
aus dem Sprung im Danz der ZorbAs


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#34

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 31.07.2008 14:34
von larifant • 270 Beiträge

Zitat von Martinus
Manchmal zwackt's a weng in der Tränendrüse, weil du gehst und dann freue ich mich über die griechischen Geschichten, die wir von dir hören werden.


Das Gehen wird doch hier nicht sichtbar, oder?

Ich nehme an (und hoffe doch sehr), dass es auch in der ausländischen Fremde eine Möglichkeit gibt, das Forum weiter zu betreiben.

Gruß,
L.


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#35

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 31.07.2008 15:55
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von larifant
Das Gehen wird doch hier nicht sichtbar, oder?


Das ist schon war. Ich habe mir nur vorgestellt, wie weit das ist. Den elektonischen Impulsen ist es wurscht, wie lang eine DSL-Leitung ist (eine Leitung als Leiter bis zum Fuße des Athosberges)




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#36

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 01.08.2008 00:01
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Liebeste Lennie,

na, selbstverständlich lasse ich von mir hören.
Ich traute mich ja die ganze Zeit nicht zu fragen, weil ich nicht wusste, wie du nach Frankreich gekommen bist, aber jetzt wage ich es doch: Was bewegte dich, nach Frankreich zu ziehen und "wie" hast du dich zurechtgefunden? (Einen kleinen Tipp von einer wissenden Person nehme ich gerne mit!)

Liebester Martinus und gleich auch liebenswerter larifant,

nein, nicht die Taschentücher schwenken, das Netz ist überall gelegt. In Griechenland, ich hab mich erkundigt, gibt es, solange man noch keinen Anschluss hat, sogar eine Art Internetkarte (wie Telefonkarte), die man dann mit der Verbindung des Telefonanschlusses nutzen kann. Der Aufbau und die Übertragung ist zwar trääääge, aber machbar. So werde ich bald wieder zu euch stoßen.
Aber, wertester Martinus, ich weiß genau, was du empfindest, weil ich es ähnlich empfinde, wenn ein Mensch sich in eine Art W e i t e begibt, oder auch aus meiner Sicht ... ihr alle so weit entfernt von mir seid. Du weißt, du bist mir nahe am Herzen, dass ich es genau hier und nur ganz kurz noch einmal ins Wort fasse.

Wertester Ascolto,

sui nehme ich sowieso mit, auf all meinen Reisen, in meinem Denken und Sein. Nichts kann diese Wärme je trennen, nichts den Ruf ersticken, dass all das seinen Lauf nimmt und sich lediglich in verschiedenen Ansichten gabelt.
Wenn ich also diese Statue behaue, dann erklingt z. B. Leonard Cohen mit seinem Song "A Thousand Kisses Deep, und es erscheint auf all dem, was ich mache, immer ein warmes Lächeln, genau dieses, das aus dem Feuer und aller Flamme geboren ist, und das ich mit mir trage, wie der Olympiasieger seine Fackel, die nie verlöschen soll. Das ist das, was mich erfüllt und mir sagt: Hier öffnet sich ein Weg. Und diesem werde ich folgen.

Ich dank' euch allen für die guten Wünsche,

Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 01.08.2008 19:40 | nach oben springen

#37

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 01.08.2008 19:46
von Lennie • 829 Beiträge

Och - kannstu dich doch ruhig trauen zu fragen, Taxinchen! Soooo intim isses ja nu auch nicht.

Also Fronkreisch und ich - das geht schon fast von Anfang an. Ich habe immer schon hier hergewollt, seit ich zum ersten Mal im Fernsehen eine Vorabendserie angeschaut habe, wo ein "charmanter französischer Student" mitspielte... Da war ich ungefähr 9. Oder 10. Hat dann zwar noch eine ganze Weile gedauert, aber dann hat das ja auch geklappt.

Ich weiss nicht, inwieweit man da Parallelen zu Griechenland ziehen kann, da ich das Land nur aus dem Urlaub kenne (da ist ja immer alles toll), aber so ein Landeswechsel läuft vermutlich selten ohne den Verlust zumindest einiger Illusionen ab.

Jedenfalls brauchte ich damals, obwohl ich die Sprache schon fliessend beherrschte, doch ungefähr 6 Monate, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Ohne dass es mir bewusst wurde, habe ich nämlich überall immer automatisch alles, was ich hörte, im Kopf auf deutsch übersetzt, versucht, neue Vokabeln zu behalten, mir Redewendungen einzuprägen. Irgendwann lässt das dann von alleine nach, aber in der Anfangsphase war ich jeden Abend total KO und plumpste schon um 7 ins Betti. Mit sowas muss man rechnen, das kann recht erschöpfend sein.
Dann läuft im schönen Frankreich auch administrativ nicht alles so, wie ich das aus Deutschland gewöhnt war. Das kann auch gewöhnungsbedürftig sein. Einiges ist hier wesentlich unkomplizierter - anderes viel korinthenkackeriger. Polizeiliche Anmeldung z.B. - weiss hier keiner, was das ist. Aber dafür kleben sie jedem, egal ob Mieter oder Wohnungsbesitzer, eine jährliche "Wohnsteuer" an die Backe, die sich gewaschen hat. Beispielsweise.
Krankenversicherung usw - ist alles ganz anders. Nervt. Muss man sich aber zumindest kurzzeitig im eigenen Interesse doch mit befassen.
Ein Konto eröffnen - !!! Oha! - Da sollte ich wirklich endlich einen Sketch draus machen aus dem Teil, so klasse war das.

Es ist auch immer gut, wenn man schon jemanden vor Ort kennt, auf den man sich ein bisschen verlassen kann. Da wird man dann nicht so leicht das Abzocke-Opfer. Denn es gibt immer welche, die sich anfangs aufgrund deines charmanten Akzents an dich ranmachen und dir "helfen" wollen...

Aber insgesamt gehörte das bei mir alles mit dazu, ich fand und finde die Erfahrung nach wie vor sehr bereichernd. Man bekommt ein bisschen Abstand vom eigenen Bauchnabel. Über manches kann ich hier heute immer noch grinsen, anderes nervt mich total, aber das meiste liebe ich nach wie vor. Drum bleibe ich weiter hier. Abgesehen davon, dass ich inzwischen manche deutschen Vokabeln wieder neu lernen müsste .

Ich bin jedenfalls gespannt auf deinen ersten Expatria-Bericht. Wann machst du dich denn auf die Socken?

Bis später - bisou!

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#38

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 02.08.2008 14:33
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Die Parallelen zu Griechenland sind sicherlich nur in soweit zu ziehen, dass man sich entschließt, Deutschland hinter sich zu lassen.

Ich danke dir, für den kleinen Einblick, liebeste Lennie.

Ich habe ja auch erst einmal den Vorteil, dass ich in Thessaloniki einige Menschen gut kenne. Meine "Urlaube" zuvor waren auch immer mitten im Geschehen, das heißt, im griechischen Alltag, nicht im Hotel und Tourismus. Soweit weiß ich in etwa, auf was ich mich da einlasse.

Ja, das letzte Bild ist fertig, breit grinsend saß ich gestern davor, rekapitulierte noch einmal alles, in wunderbar emotionaler Wehmut und Zufriedenheit, und am Mitte-Woche geht es dann los.
Diese Vorfreude ist wirklich berauschend. Irgendwie ist es nur noch ein Tage-Zählen, ein kleines Ablaufen der Zeit, bis das "nächste Leben" beginnt, und man schläft kaum noch oder sehr unruhig . Ich kann mir gut vorstellen, dass ich, wenn ich ankomme, erst einmal ziemlich dumpf im Kopf bin. Das geht mir immer so, weil alles irgendwie im völligen Chaos steht, die Gewohnheit fehlt, und man sich erst einmal auf alles Neue einstellen muss. Aber, genau darauf freu' ich mich!


Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 02.08.2008 14:49 | nach oben springen

#39

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 03.08.2008 14:05
von Lennie • 829 Beiträge

Oh ja, das kann ich gut nachempfinden, diese Aufbruchstimmung, herrlich ist das! Alles verpackt, nur das Nötigste liegt noch herum und man fiebert dem Moment entgegen, wo man zum letzten Mal durch die leere Wohnung geht.
Nichts vergessen? Wasser, Gas und Strom abgestellt? Alle Fenster zu?
Ich bin unzählige Male in meinem Leben umgezogen, aber dieser letzte Moment, der ist immer ein bisschen ambivalent gewesen.
Einerseits wartet man sehnsüchtig darauf, endlich definitiv in der neuen Umgebung zu sein - andererseits verlässt man einen Ort, an dem man - jedenfalls ich mich immer, von einer einzigen Ausnahme abgesehen - sich sehr wohlgefühlt hat.
Das letzte Mal den Schlüssel ins Schloss, zuschliessen. Fertig. Adieu.

Und in dem Moment, wo man dann im Auto - oder Zug, oder Flieger - sitzt, geht es einem grossartig!
FLip-Flops und dünne Trägerhemdchen griffbereit halten. Am Mittwoch wird's warm werden...

Bon voyage, ma chère. Oder - Moment, hab ich auswendig gelernt: καλό ταξίδι, ακριβός μου !
à bientôt und

Liebe Grüsse,
Lennie

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#40

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 03.08.2008 21:13
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Ευχαριστώ, liebe Lennie. Die werde ich haben. Sei gedrückt.

So, liebe Leute, ich verabschiede mich jetzt schon einmal
(bevor ich keine Zeit mehr finde
und einfach ohne Wort entschwinde),
sage auf gut kölsche Art "Tschööö...",
würde mich auch freuen, wenn ich beim Wiedereinkehren dann noch ein paar Spuren von euch vorfinde! Der Raum hier bleibt zumindest für euch geöffnet.

Dann macht es gut.
Seid kreativ.
Lest und schreibt und denkt so viel, wie es der Kopf und das Leben verträgt.
Bleibt glücklich und zufrieden.

Bis bald.
-liche Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 03.08.2008 21:14 | nach oben springen

#41

RE: Vorbereitungen auf die Weite

in Gedanken vom Tag 05.08.2008 17:36
von Lennie • 829 Beiträge

Drück zurück, Taxine - und eine wunderschöne Reise!
Gib Laut, sobald du gut angekommen bist und dir der Sinn danach steht. Ich denke, darauf warten wir hier alle voller Spannung: auf den ersten Bericht von dort!

Alles Liebe und bis bald!
Bises, Lennie

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