background-repeat

Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 14.11.2008 18:17
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Spielereien und Gedichte, gebildet aus vorgegebenen Wörtern.

1. Wortauswahl (noch einfach)

Weihnachen
Freude
leuchten
Leid
Geschenke
kalt
Schnee
Sterne


Meine Version:

Durch Fensterscheiben

Sterne leuchten über weißer Fläche,
wenn schwarz die Nacht sich senkt.
Sichtbar dort oben, funkeln wie ewig,
sind längst dem Nichts geschenkt.
Schneewelt, die Leere schafft
oder Unschuld. Weißes Kleid
legt sich über den Lärm.
Hell wirkt die Dunkelheit,
schimmert in Stille,
die nächste Stadt ist fern.

Kalt wird das Innen angesichts der Welt,
liegt sie doch weit, wie für sich selbst.
Was ist der Mensch in dieser Distanz
wo treibt er hin, im Endlichkeitstanz?
Warum das Leid, was will er erreichen?
Was ist zu tun, dass Schatten weichen?
Zapfen aus Eis klettern hinab
vom Dach und aus dem Geist.

Spürt man den Leib, der am Fenster sitzt
sich lösen aus Starre und Sein?
Sieht ihn dort schweben, nur kurz zur Besinnung,
so schnell kehrt er wieder ein.
Und weil man hinausblickt, blickt etwas zurück,
da schweift man in Fernen bis hin zu Sternen,
zu sehr entlegen, die Zeit ist zu knapp,
es kreist nur um sich selbst.

Durch blindes Glas leuchtet ein Antlitz,
spürt Wärme aus lodernden Flammen.
Kein Zündholz muss wecken
den Traum vom Baum,
Ein Duft zieht hier durch Freude und Raum.
Erhebt man sich, blickt nun verzückt,
all das ist wieder zurechtgerückt.
Nicht bunt im Papier liegen Geschenke.

Die Wangen brennen, das Auge lacht.
Es schneit in zarten Kristallen.
Man spürt sich selbst, lebendig und klar
zurück bleibt alles, was wichtig und wahr.
Dass es nicht Nacht ist,
dass es nicht kalt ist.
Dass man nur Mensch ist
und Sterne verbrennen.
Dass selbst in Schnee der Geist überhitzt,
weil man im Kreis um Weihnachten sitzt.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.11.2008 18:26 | nach oben springen

#2

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 14.11.2008 18:28
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Nächste Version:

Weihnachten, Freude
in leuchtendem Leid,
kalt sind Geschenke.
Im Schnee die Sterne.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.11.2008 18:31 | nach oben springen

#3

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 14.11.2008 18:42
von Martinus • 3.194 Beiträge
Sterne frieren im All
kalt schimmert das Licht
aus der Unendlichkeit.
Unendlich weit auch die Schneefelder
In weiter Ferne ein Leuchten
dort hinten im Haus meiner Lieben
funkelt Freude im Kerzenschein
denn es ist Weihnachten.
Möge mir die leidige Bitterkälte
aus meinen Gliedern weichen
und ich das Haus erreichen
die warme Stube und -
Geschenke
verteilen.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 18.11.2008 13:09 | nach oben springen

#4

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 18.11.2008 13:21
von Martinus • 3.194 Beiträge
Moos ist starrgefroren
kalt schneidet der Wind
ins Gesicht.
Sterne funkeln und
spiegeln sich im Schneekristall.
Leid schwindet im Glanz der Weihnacht
Freude leuchtet ins Menschenherz.
Kinder warten gespannt -
Unterm Tannenbaum erwartungsvoll die Geschenke.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 18.11.2008 17:48 | nach oben springen

#5

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 18.11.2008 17:25
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Ich finde, irgendwie fordern einen Worte heraus, treiben in die lyrische Auseinandersetzung.
Der nächste Wurf:

Philosoph
Sinn
Natur
Klang
tierischer Schrei
Perlenkette


Ich streue einfach mal beliebig Worte. Das Gedicht folgt...



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.11.2008 17:26 | nach oben springen

#6

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 19.11.2008 18:10
von Martinus • 3.194 Beiträge
Ein Philosoph sprach so doof
über dies und das, vieles und jenes,
über Geist und Natur, über Sein und Haben
ünd wöllt noch wissen, ob wir haben
noch andere Fragen.

Die erste Frage war, warum,
ist es dumm,
unter dem Weihnachtsbaum
Geschenke zu haben.

Der Philosoph, ein edler Sophist,
der gerne wohl sehr vieles wüsst,
ihm kam im Sinn
eine gescheite Antwort dahin
und sprach:

werte Freunde, im Sein
da muss der Mensch nichts haben
und schluss.

Was für ein Stuss,
so dacht' die Menge,
wenn jeder so dächte, dann müsste,
die Wirtschaft kriseln im Miesen.

Und der Sophist mit Philos davor,
tat so als ob, alles gekärt wär.

Doch eine Frage kam noch von mir,
was der Unterschied zwischen Mensch und Tier
wär.

Der Weise, der mir gegenüber,
war sehr glücklich über
solch eine Frage
und sagte:

Mein Lieber, der Mensch, der braucht Geschenke,
damit er später noch gut denke,
über das Weihnachtsfeste.
Tierischer wird es dann, wenn Geschenke rar
oder auf einmal keine da.
Denn Tiere brauchen keine Geschenke,
denn bedenke,
sie brauchen nur Futter
und keine Perlenmutter.

Zufrieden mit der Antwort waren
wir die saßen in Scharen
unter dem Weihnachtsgelichte.
Nur ein Schrei der Begeisterung
machte die Stille zunichte
(ein tierischer Klang halt).
Wir andere saßen und aßen
die Plätzchen.

Für mich allein, so dacht' ich,
eigentlich ist doch doof
der Philosoph,
denn an seinem Hals,
hing eine Perlenkette,
eine dicke fette,
Diamanten blinkten
wie Weihnachtssterne.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 19.11.2008 18:13 | nach oben springen

#7

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 22.11.2008 15:19
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

So, jetzt ich...

Als mich ein alter Mann einst fragte,
ob ich die Weihnachtstage mag,
ob ich auch unter Tannen sitze
darunter meine Lippen spitze,
den Sinn in Liedern, Klang und Schnee
zu finden suche, das tat weh,
weil er mir die Natur vorwarf,
dass all das nur Konsum bedarf.

Dass nichts dahinter als der Drang
- Weißt du, wer Weihnachten erfand? -
sich gegen Jahresende selig
(tierischer Schrei entfleucht ihm kehlig,
als er mir das vor Augen führte
und dabei den Verstand berührte)
um einen großen Tisch zu gammeln,
auf dem sich Schüsseln, Platten sammeln,
aus denen Duft und Schwaden dampfen,
dahinter fremde Menschen mampfen.
So fremd, dass ich Verwandtschaft sag’
von denen, die ich gar nicht mag.

Doch wusst’ ich nichts, wollt ein Geschenk,
Da hob er Nase, Bart und Mund
und lachte dröhnend in die Weite,
dass ich erschrak, in voller Breite
mich niederließ auf kalten Boden
und dacht’ „Na das sind mir Methoden,
da redet er zu mir als Denker
und wirkt auf mich dann wie ein Henker.“

Doch gab er mir, was ich verlangte,
während er lachend weiterzog,
wie Perlenketten in den Bäumen
gingen die Lichter an, in Träumen
würd’ ich die Welt manchmal so bauen,
kurz hatte ich tiefes Vertrauen.
Und in der Hand lag seine Gabe,
ich dachte mir: „Wer war der Knabe?
Der da mit weißem Bart verkannte,
dass roter Mantel ihn umspannte.“
Denn sicherlich war’s keine Rose,
die er mir freudig überreichte.
Es war 'ne Coca Cola-Dose,
die mir den blinden Blick aufweichte.

„Na klar!“ dacht’ ich, „er hat ja Recht!
Manchmal vergisst man so was, echt.“
und sagte mir mit Apostroph:
'Der Mann war vielleicht Philosoph'.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 22.11.2008 16:14 | nach oben springen

#8

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 25.11.2008 23:15
von Zypresserich • 2.872 Beiträge
24.12.1896. Ein tierischer Schrei weckt sie schon um 7:15 Uhr auf; dabei hatte sie doch bis 11:23 Uhr schlafen wollen. Der Klang über die Holzbohlen hüpfender und rollender Kleinteile signalisiert ihr, was sie schon vor dem Einschlafen befürchtet, sich aber nicht auszusprechen gewagt, geschweige denn ermahnend sich verbeten hatte: Rüdiger, der permanent nach dem Sinn der Natur fragende Metzger (er selbst sagt von sich, er sei Philosoph, weil man nirgends so tief greifende Gedanken wie beim Schweineschlachten habe), dem sie gestattet hatte, nur diese eine Nacht unter ihrem Bett zu verbringen – so kurz vor der Bescherung will man ja nicht so sein –, hat sich in Ermangelung von Nahrungsmitteln an ihrer Perlenkette zu schaffen gemacht (Erbstück ihrer Oma väterlicherseits), und was er nicht zerbeißen kann, springt ihm zwischen den Zähnen heraus und kullert geräuschig über den Boden, der, einer verstärkenden Resonanz zugute kommend, unter dem Holz Hohlräume zu bieten zu haben scheint. Zu fest hat Rüdiger wohl das Beißen versucht; es blutet ihm nun das Zahnfleisch.

https://zumabgesaegtenast.wordpress.com/...n-hat-ein-ende/
zuletzt bearbeitet 26.11.2008 22:01 | nach oben springen

#9

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 01.12.2008 19:48
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
nach oben springen

#10

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 02.12.2008 22:15
von ascolto • 1.289 Beiträge

Weihnachen sünd für den Kütsch.sch.neid
-im Firmament:dadd Gestürn zum leuchten
in Freude taumelt dann, dad Leid:
Denn Sterne fleuchen muir schnuppe,
kommst müdd auf`ne Steh-Party Puppe?
Uich greif da nach deinem Sterne,gerne...
schmuse mit meinen Öhrchen dir Laterne,
la Bimmel,la bammel la bumm....
kalt ist mein Geschenk,
nümm muich bei den Grabschern-Händ,
uich zeig dir den Seelenschnee,
das tut genauso weh,
wie alle Geschenke ohne Herz,
komm sulen wuir uns uim Schmerz?



nach oben springen

#11

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 03.12.2008 16:26
von Martinus • 3.194 Beiträge
Der Vater

Das Sternlein aus dem Weltenall
erfeut strahlt in den Rinderstall,
die Schafe blöken hin und her,
der Kaspar sagt nun schaut doch her.
Wie es doch liegt so friedlich,
da in der Kripp' so lieblich.
Und dort die Mutter
Regina coeli,
doch wo der Vater?
fragt nun der Kasper.
Der ist im Himmel,
sagt Balthasar
und Josef ganz still,
als wär' er nicht da.
Doch Melchior der schlaue Mohr,
hört Englein singen volles Rohr,
und sieht dem Josef sein rotglühend' Ohr,
wie er verschämt dreht sich zum Balken.
Nur Gott kann lesen Josefs Gedanken:
"Nur ich, der Josef, bin der Vater,
der kleine Bub' ist meiner!"

(und etwas traurig scheint er,
der Josef).
Doch schallet nun im Chor
der Englein ihr Posauenchor:
Soll es werden
Friede auf Erden.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 05.12.2008 15:58 | nach oben springen

#12

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 10.12.2008 13:32
von ascolto • 1.289 Beiträge
Grauschwarz lichte ein Stern,
den hätt uich gern
als Krone im Schopfe.
Dazu tropfe muir dann ein Schweif
aus Mitgefühlskristallen
hinterher und im Gefallen
an diesen Gedanken verzichte
ich dann zu zanken zwischem
dem ewigen Hin und Her.

Dies wär das Weihnachtspräsent
in meine handelnen Händ,
aus mir fließt dann nur noch Frieden
der Azzosiationsstreit kommt zum erliegen,
verpufft in meinen Synabsen,
ich höre
dann auf zu schwatzen.

Und rede nur noch Feinsinn,
ergreife nur noch holde Geistesjuwelen,
höre auf nach dem sein zu streben,
erkenne das wahre Lücht,
es küßt mich die Leere des Geistesgericht!

Schnee schaufeln nur die RotzNasen, die aufgeblähten Egohasen!

zuletzt bearbeitet 10.12.2008 14:51 | nach oben springen

#13

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 16.12.2008 12:21
von Martinus • 3.194 Beiträge
Es grünt so grün
wie Weihnachtsbäume blühn,
der Duft geht durch die Nas' herein,
es hängen Kugeln, das Lametta
nichts ist schöner, nichts ist better.

So wird die Lunge neugeboren,
Geruch, der zieht in Alveolen,
das Jesuskind im Kripplein zart
und Josef zupft sich seinen Bart.

So lasst uns alle fröhlich sein,
lasst alle Penner hier herein,
die aus der Bronx, die vom Pont Neuf,
egal, doch nur mit viel Gesöff
und boarisch Bierchen mit Pläsierchen.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 16.12.2008 13:26 | nach oben springen

#14

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 16.12.2008 13:12
von ascolto • 1.289 Beiträge

Im Grün, dort grünt ein blaues Veilchen,
ganz nah am Glubscher des Drosselbart,
der hatte zuerst zart,
dann heftig midd seinem Weibe gestritten.

Über die Verwandschaft die naht zum Feste,
trank er dann die Reste,
aus der Bar und das war klar.
Sein Weib fing an zu tröhten,
krakeelte von ihren Nöten!

So kam es zum Weihnachtsschmaus
in Drosselbartshaus zum Kampfe,
über dem Gemampfe schlug eine Linke
das Auge trübe, nun ist er des Weibes müde.

Schwang sich aus dem Haus hinaus
den anderen Drosseln an und schnabelte
mit ihnen ein um die andere Flasch,
ab heute liegt er der Gemeinschaft
auf der Tasch!

Der König ist nun ein Penner,
er trinkt gegen das Leid das ihm brennt,
und sammelt bei dir um die Ecke,
mit traurigen gluthen Augen,
gib ihm mit offenen Händ.....


Frohe Weihnacht,
dadd olle A






nach oben springen

#15

RE: W - von Winter bis Weihnachten

in Spielereien 18.12.2009 23:04
von Martinus • 3.194 Beiträge

Der Himmel still, die Sterne klar
die Weihnachtszeit ist da
es funkeln Sterne in der Ferne
und bitterkalt die Nacht.

Flocken tänzeln im Wind
Rocken umher geschwind
das Näschen rot, die Finger kalt
der Weihnachtmann kommt bald.

Mutter backt Plätzchen
es schnurrt mein Kätzchen
süßlich der Duft in der Luft
das Christkind verschnupft.

Unterm Tannenbaum kein Nerz
nur ein fröhliches Herz
es dehnt sich und streckt sich
und lächelt überschwenglich.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 2 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: pain
Forum Statistiken
Das Forum hat 976 Themen und 22946 Beiträge.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de