W - von Winter bis Weihnachten
Zum ersten Advent
Triffst du Buddha unterwegs,
bekommst du einen Weihachtskeks.
Engel singen einen Kanon
aus dem alten Pali-Kanon,
Triffst du Jesus, wenn es schneit,
ist es endlich bald soweit.
Das lange Warten hat ein End',
die erste Kerze brennt.
Mal was Bodenständiges 
Mich nervt es ja schon von Kindheit an, dass ich mit diesem Schneefirlefanzkerzengebimmel und der Santa-Atmo eigentlich Null an der Mütze habe. Aber so als Kommunikationsfläche dient ja advenire par excellence (und natürlich mach ich mit): alle lieben sich, man postet jingle bells und so weiter, und man bimmelt sich die heile Welt vor. In meinem nächsten Leben will ich Rudolph mit dem Roten Pimmel sein, der so leuchtet, dass alle Lichter vor Schreck platzen, die Santas vom Himmel fallen, die Geschenke schmelzen, der Schnee schmilzt, die Bäume brennen, die Enten aus dem Bräter fliehen, die Wiener Würstchen aus der Suppe hopsen, die Verwandten bleiben, wo sie hingehören, bref: kann man das nicht irgendwie weglassen?
Das Lied vom Nikolaus alias Weihnachtsmann
Klingel, bimmel,
wo der Schimmel,
der mein Übergewicht tragen muss.
Klingel bammel
wo der Hammel
der an der Krippe stehen muss.
Meine Sorgen riesengroß,
weil jedes Kind beschenkt werden muss.
Schön dass es viele Kinder gibt,
das hält mich im Dezember fit,
den Rest des Jahres bin ich faul
und pflege meinen Ackergaul. (ich meine natürlich den Schimmel, aber hier reimt er sich nicht).
Nun, weil ich ihr gerade ein Weihnachtspaket geschickt habe, will ich euch endlich was von meiner Cousine erzählen:
Ein Paket nach Amerika
Das waren noch schöne Zeiten, als ich mit meiner Cousine Annabelle zu Hause in Bad Harzburg im Sandkasten spielte, ihr einen Heiratsantrag machte, weil sie dem blöden Emil aus der Nachbarschaft eine Backpfeife verpasste hatte, und wir zu jeder Weihnacht der Oma und dem Opa ein Päckchen nach Quedlinburg schicken durften – Kaffee, Schokolade, Zahnpasta, Rasierklingen. Heute wohnt die Annabelle sehr weit weg, in Amerika, in Wacahoota. Vor vielen Jahren, als ich noch ein bisschen was verdient hatte, habe ich die Annabelle besucht, und als ich dort war, merkte ich, dass ich noch etwas in sie verknallt gewesen war. Das ist aber schon sehr lange her, inzwischen ist sie verheiratet, da kann ich nichts mehr machen.
Neulich bekam ich Post aus Wacahoota, seit ein paar Jahren sind wir arbeitslos, es ist wirklich Scheiße, wenn ich das gewusst hätte, wäre ich in Bad Harzburg geblieben und hätte dich geheiratet. Sage aber bitte meinem Mann nichts davon. Ich bekam einen Stich ins Herz, mir tat das alles sehr Leid. Darum habe ich beschlossen, ihr zur Weihnacht ein Paket zu schicken – Kaffee, Schokolade, Zahnpasta, Rasierklingen und einen BH, weil ich dachte, so was wäre dort teuer. Leider wusste ich ihre Größe nicht und traute mich nicht, sie zu fragen. Damals im Sandkasten noch, das war schön, damals ging es uns gut, und wir konnten uns noch alles erzählen. Ich stellte mir vor, wie groß ihr Busen wohl sei, immerhin, einmal war ich doch in Florida gewesen, habe sie noch einmal sehen können. Ich beschloss, ihr also zwei Größen zu schicken, und stellte mir vor, wie sie am Heiligen Abend sich nackt vor dem Schlafzimmerspiegel hinstellen würde, die BH's anprobieren würde, dabei an mich denken würde. Gestern, als ich das Paket aufgab, wurde mir allerdings flau im Magen, denn mir war so, Annabelle habe mal geschrieben, dass ihr Mann Emil heißt. 
Liebe Grüße
mArtinus

Da schlummern ja humorige Geheimnisse in dir, werter Martinus. Hat Spaß gemacht zu lesen. ![]()
(Backpfeifen im Sandkasten sind übrigens ein untrügliches Zeichen dafür, dass spätere Sympathie aufkommt. Habe ich mal gehört.
)
Zitat von Taxine
Da schlummern ja humorige Geheimnisse in dir, werter Martinus. Hat Spaß gemacht zu lesen.
Ja, so was. Danke. Ich hoffe, dass muir desöfteren und nich nur zur Weihnachtszeit humöriges ins Bewusstsein schlummert.![]()
Hahaha... werter Humorler, die Betonung lag selbstredend auf schlummernde Geheimnisse, nicht auf "humorig". 
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