Charles Bukowski
Da stieß ich letztens auf seine Briefe "Schreie vom Balkon". Ein schöner Blick auf diesen Mann, der sich selbst zerlegte und dem Publikum präsentierte.
So wieder erinnert an ihn, der mich in meiner Jugend schockierte und zum Lachen brachte.
Diese öden Scheißer
Die Toten kommen angerannt und
halten quer zur Laufrichtung
Reklameschilder für Zahnpasta hoch
die Toten sind besoffen
in der Silvesternacht
zufrieden an Weihnachten
dankbar am Erntedankfest
gelangweilt am 4. Juli
untätig am Tag der Arbeit
ratlos an Ostern
albern im Krankenhaus
nervös bei jeder Geburt;
die Toten kaufen sich Socken und Unterhosen
und Gürtel und Teppiche und Vasen
und Couchtische
die Toten tanzen mit Toten
die Toten schlafen mit Toten
die Toten tafeln mit Toten.
Die Toten kriegen Hunger
sobald sie einen Schweinskopf sehen.
Die Toten werden reich
die Toten werden toter.
Diese öden Scheißer.
Dieser Friedhof
über der Erde.
Ein Grabstein für den
ganzen Schlamassel, und darauf
gehört die Inschrift:
Menschheit, du hattest
von Anfang an nicht
das Zeug dazu.
(Charles Bukowski)
Bukowski gehört für mich zu den größten Aussenseitern der Literatur. Ein Genie, das sich zwar immer wieder in die Sauferei flüchtete, doch dadurch nicht weniger zu sagen hatte.
Ich mag Menschen, die um die ganze Scheiße nicht herumreden. Einen Grabstein für den Schlamassel, jawohl!
Habe auch die Briefe von ihm.
Mit ihm hätte ich gerne mal einen gekippt.
Wenn man Bukowskis Briefe liest, ist man nach 100 Seiten ein bissl gelangweilt. Ist irgendwie immer das Gleiche.
Trotzdem ist er ein geiler Typ.
Noch besser sollen seine Tagebuchaufzeichnungen sein.
"Den Göttern kommt das große Kotzen".

(Bukowski)
Einmal:
Zitat von Bukowski "Schreie vom Balkon
Aber mit dem Schreiben ist es natürlich wie mit Ehen oder Schnee oder Autoreifen. Es ist nicht unbedingt von Dauer. Du kannst Mittwochabend als Schriftsteller zu Bett gehen und am nächsten Morgen als was ganz anderes aufwachen. Oder du gehst Mittwochabend als Klempner ins Bett und wachst als Schriftsteller wieder auf.
Klar, die meisten gehen ein, weil sie sich überanstrengen. Oder sie werden berühmt und jede Zeile von ihnen wird veröffentlicht und sie müssen sich überhaupt nicht anstrengen. Der Tod sucht sich verschiedene Wege.
Vielleicht eher hier. 
Das ist toll, Martinus.
Apropos Tod:
In Antwort auf:
Du kannst auf den Tod pissen und ihn vergessen, bis er dich findet. Das tun die meisten. Deshalb flennen sie bei Beerdigungen.
(e.d.)
Zitat von Taxine
Weil ich ihn in seinen Briefen so herrlich finde, jetzt daraus ein paar Zitate.
Einmal:Zitat von Bukowski "Schreie vom Balkon
Aber mit dem Schreiben ist es natürlich wie mit Ehen oder Schnee oder Autoreifen. Es ist nicht unbedingt von Dauer. Du kannst Mittwochabend als Schriftsteller zu Bett gehen und am nächsten Morgen als was ganz anderes aufwachen. Oder du gehst Mittwochabend als Klempner ins Bett und wachst als Schriftsteller wieder auf.
Klar, die meisten gehen ein, weil sie sich überanstrengen. Oder sie werden berühmt und jede Zeile von ihnen wird veröffentlicht und sie müssen sich überhaupt nicht anstrengen. Der Tod sucht sich verschiedene Wege.
Das gilt nicht! Das wollte ich auch grad bringen! Is bei mir ganz dick angestrichen. Naja, ich blättere weiter ...
Finde ich toll, dass wir ins gleiche Buch blicken. Ich finde es immer interessant, was andere so finden.
Oder das hier:
Zitat von Bukowsi - Schreie vom Balkon
Ich halte nichts davon, eine Story zu schreiben, die nicht aus der Wand gekrochen kommt. Ich beobachte meine Wände jeden Tag, aber es tut sich sehr wenig.
Zitat von Taxine
Finde ich toll, dass wir ins gleiche Buch blicken.
Lustich, ne?
In Antwort auf:ebenda.
Natürlich muß man sich für eine Verhaftung wegen Trunkenheit nicht schämen, so wenig sich ein Mörder schämen muß, wenn er den Richtigen erwischt hat, und scheiß auf Schuld und Sühne.
Typisch... er... Ich zitiere:
Zitat von na was schon... Balkoooon
Eine trostlose und niederträchtige Brut da draußen… ohne Moral und ohne Skrupel, Homos, Hunde, Sadisten; eigenartig geistlose Kinder, Blutsäufer.
Und da wundern sich manche, dass ich ab und zu ein Gedicht schreibe, in dem ich über sie herziehe.

Und:
In Antwort auf:
Du sollst mich nicht immer wieder drängen, die Stadt der Engel zu verlassen, diesen wunderbar beschissenen Ort, wo die Heiligen sich im Himmel einen runterzittern.
(e.d.)
- Anmeldung
- Information zur Anmeldung
- Gedanken um die Literatur
- Lektüreliste
- Buchvorschläge
- Die schöne Welt der Bücher
- Sachen gibt's - Sachbuch
- Das "andere" Buch
- Literatur im Verriß
- Blicke auf Menschen
- Zitate
- Überlegungen
- An der Literatur orientierte Gedanken
- An der Philosophie orientierte Gedanken
- An der Kunst orientierte Gedanken
- An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken
- Kritzeleien
- Gedanken vom Tag
- Yoricks literarische Nachtgedanken bei Tage
- Lennies Gedankenschnipsel
- Flümmerey/ La Vista di AscOltO
- Die Zeiten sind, waren, werden sein: so und so
- Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin
- Autorenforum
- Prosa
- Poesie
- Lyrik
- Spielereien
- Gespräche
- Gespräche über Kunst und die Welt
- Kunst im Gespräch
- Bargeflüster
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!
