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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 10.12.2008 20:35
von larifant • 270 Beiträge
1. Erschöpft sich das moderne Leben in Äußerlichkeiten?
2. Welches sind die berühmtesten Darstellungen des modernen Lebens in den bildenden Künsten?
3. Wie ist das moderne Leben entstanden?
4. Entspricht die Praxis des modernen Lebens seinen theoretischen Grundlagen?
5. Kann das moderne Leben simuliert werden?
6. Welches sind die vier großen Vorteile des modernen Lebens?
7. Warum spricht man vom "dünnen Eis des modernen Lebens"?
8. Ist das moderne Leben noch zeitgemäß?
9. Wo finde ich weitere Informationen zum modernen Leben?

Da in diesem Forum eher junge Leute unterwegs sind, erhoffe ich mir schon die eine oder andere Antwort.

Gruß,
L.

zuletzt bearbeitet 10.12.2008 20:40 | nach oben springen

#2

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 11.12.2008 17:36
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Oh, ein Berg an Fragen,
erwarten wir Propheten,
die von den Gipfeln über moderne Leben künden?



Es bedarf hier sicherlich längerer Bedenkzeit, die ich mir auch nehmen werde. Aber, als erste Intuition einmal ein Anfang:

1. Nein, es kachelt sich zu schnelllebigen Gedankenwelten und macht aus so manchem bequemen Sessel einen Klappstuhl für den hastigen Durchgang.
2. Muss ich nachdenken...
3. Es liegt immer einen Fußbreit vor dem nächsten Schritt in die Zukunft
4. Durchaus. Da wurde in philosophischen Schriften von virtueller Wandlung des Denkens, des Seins und der Arbeit geredet, was sich, wie ich finde, in einigen Dingen bestätigt hat. Sieht man die immer häufiger aus dem Boden schießenden Dienstleistungen im Netz, die Geld für den bloßen Ratschlag nehmen. Ein Beispiel.
5. Hahaha. Nicht schlecht.
6. Dass man lebendig ist. Dass es modern ist. Dass man gewisse Freiheiten hat. Dass es immer moderner wird und verlangt, die alten und verstaubten Hüllen von sich zu werfen...
7. Weil Schnelligkeit immer dazu führt, dass so einiges übersehen wird.
8. Solange, bis jemand für das moderne Leben eine neue und "hippe" Bezeichnung findet
9. In dir selbst.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 11.12.2008 17:55 | nach oben springen

#3

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 11.12.2008 18:15
von larifant • 270 Beiträge
Zitat von Taxine
Es bedarf hier sicherlich längerer Bedenkzeit, die ich mir auch nehmen werde.

Liebe Prophetin,

das ist sicherlich nötig. Ich freue mich, dass du den Fragen nicht aus dem Weg gehst.

Für Frage 2 hätte ich hier einen heißen Kandidaten.

Deine Reaktion auf Frage 5 hat mich etwas verunsichert. (Der heimliche Hintersinn der Frage ist: wie kann ein alter Knacker durch geeignete Maßnahmen nach außen hin hipp und trendy wirken, ohne sich tatsächlich auch nur im Mindesten zu ändern?)

Gruß,
L.

zuletzt bearbeitet 11.12.2008 18:17 | nach oben springen

#4

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 11.12.2008 18:33
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Die mondmoralische Künstlerknochenehrung - was für ein Titel. Ich werde nach eingehender Beschäftigung auch noch einige zusammentragen.

zu 5) "Kann man das moderne Leben simulieren?" - Diese Frage klingt herrlich ironisch und ist verdammt gut formuliert. Ich sehe tatsächlich viele, die überhaupt "Ein Leben" simulieren, die sich bestimmten "Ritualen" nur darum unterwerfen, um mitreden zu können, nicht, weil sie überzeugt sind oder Neues beisteuern wollen. Warum ist das so? Ist man nicht in der Welt immernoch man selbst? Ist man nicht zu jeder Zeit, in jedem Alter Teil des "modernen Lebens"? Egal, wie sehr man auch "in anderen Zeiten" denkt, kann man sich den Entwicklungen nicht entziehen (ich probiere es manchmal, es klappt nicht! )
Egal, in welchem Alter man sich mit Welt, Modernität und Leben konfrontiert sieht, ich bin der Ansicht, man muss nicht simulieren. Ein "alter Knacker" oder ein "Andere-Zeiten-Ersehner" muss nicht hipp und trendy wirken, sondern ist alleine darum schon zeitgemäß, weil er IM LEBEN ist und sich für die kommenden Entwicklungen und Einflüsse, die Moderne und ihre Spiegelungen interessiert und damit auseinandersetzt. Damit ist auch er automatisch Teil der Entwicklungen und trägt in sich all die Reflexionen, auf die er im Außen trifft. Was könnte denn bitt'schön mehr "hipp" sein?




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 11.12.2008 18:34 | nach oben springen

#5

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 08:06
von Moulin • 395 Beiträge

In Antwort auf:
Zitat Larifant
(Der heimliche Hintersinn der Frage ist: wie kann ein alter Knacker durch geeignete Maßnahmen nach außen hin hipp und trendy wirken, ohne sich tatsächlich auch nur im Mindesten zu ändern?)


Ich glaube, man kann es nicht wirklich. Alleine der Style geht mit dem eigenen Wohlbefinden nur konform, wenn es wirklich der eigene ist.
Wie sollte sich ein überaus konservativ denkender Mensch im Street Style wohl fühlen, wenn das gar nicht zu seiner inneren Einstellung passt? Er wäre 'hip' und würde Qualen leiden.

Ich glaube, man trägt ohnehin sich selbst nach außen, alles andere wäre zu sehr die Darstellung von etwas, was man nicht ist.

Mit Hip und Trendy ist das auch immer so eine Sache. Egal wie man sich zeigt erreicht man immer nur eine der vielen Gruppen. Das Verständnis von Hip und Trendy ist also auch unterschiedlich zu werten.

Ich finde es aber überaus interessant zu sehen, wie man von anderen Menschen nur auf Grund des Aussehens wahrgenommen und eingeschätzt wird.
Es ist daher natürlich steuerbar.

Wenn ich mich mit der Kleidung sowohl modisch als auch farbig an die meiner fast 18 jährigen, Modelhaften Tochter anpasse, wir durch die Stadt ziehen und sie sich bei mir am Arm einhakt, dann merke ich die vielen Blicke der Menschen, die sich fragen was ich alter Knacker für einer bin, dass er so eine Frau hat. Ich sehe die Blicke die sie erst meiner Tochter zukommen lassen um mich danach mit selbigen zu durchboren.
Gehen wir normal gekleidet bin ich gleich als Vater geoutet.

Just an illusion...

Also, wer Hip und Trendy sein will leistet sich eine Tochter.

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#6

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 10:01
von Lennie • 829 Beiträge

Die mondmoralische Künstlerknochenehrung - als eine der berühmtesten Darstellungen des modernen Lebens? Ich muss leider zugeben: sowohl das Bild als auch der Künstler waren mir bislang völlig unbekannt. Demnach kann ich vermutlich wieder mal gar nicht mitreden und bin schon von vornherein hoffnungslos unmodern...
Als künstlerisch gelungenen Ausdruck zu diesem interessanten Thema des modernen Lebens empfinde ich beispielsweise die « accumulations » von Arman.

Was bedeutet eigentlich der Ausdruck « hip » oder « hipp » genau? Die Frage ist völlig ernst und unironisch gemeint, denn ich kenne das Wort nicht, bei uns ist es nicht gebräuchlich. Beim Googeln bot man mir lediglich Babynahrung und die erste Hälfte der Musikrichtung Hip-Hop als Erklärung an...
Unter dem Ausdruck « trendy » kann ich mir eher etwas vorstellen. Sowas läuft hier häufig um mich herum und kommt sich sicher sehr modern vor....
Zu den angesprochenen Punkten werde ich mir noch ein paar Gedanken machen.

Junge moderne Grüsse! Lennie

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#7

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 10:35
von Moulin • 395 Beiträge
In Antwort auf:
ZitatLennie
Was bedeutet eigentlich der Ausdruck « hip » oder « hipp » genau?
Junge moderne Grüsse! Lennie


Klick mal hier
zuletzt bearbeitet 12.12.2008 10:36 | nach oben springen

#8

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 15:05
von larifant • 270 Beiträge
Zitat von Moulin
Wie sollte sich ein überaus konservativ denkender Mensch im Street Style wohl fühlen, wenn das gar nicht zu seiner inneren Einstellung passt?

Das wäre wirklich albern, wenn sich ein reifer Mensch als Jugendlicher maskierte.

Wie in dem alten Gassenhauer:
"So I bought myself some denim pants and a silver guitar. /
But I politely told the ladies: "You'll still have to call me Sir."

Ein ernsthafteres Beispiel:

Es gab einen mittelständischen Unternehmer, der noch Anfang der 90er stolz darauf war, selbst keinen Computer anzufassen.
Seine Sekretärin legte ihm sämtliche Emails ausgedruckt vor und archivierte die Ausdrucke in Aktenordnern.
Ebenso diktierte er sämtlich zu verschickende Emails.
Nach außen hin war er somit völlig auf der Höhe der Zeit.

Gruß,
L.

zuletzt bearbeitet 12.12.2008 15:06 | nach oben springen

#9

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 15:26
von Lennie • 829 Beiträge

Zitat von larifant

Es gab einen mittelständischen Unternehmer, der noch Anfang der 90er stolz darauf war, selbst keinen Computer anzufassen.



Schlimmer: Solche Unternehmer gibt es heute immer noch! Bei einigen scheint es sehr "trendy" zu sein, mit Computern nicht umgehen zu "können" ....

Danke Moulin, für den aufschlussreichen Link, wieder was gelernt. Wir nennen das hier "branché". Schade, dass die Sendung schon letztes Jahr war, das hätte jetzt gut zum Thema gepasst.

Gruss, Lennie

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#10

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 15:30
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Liebe Lennie, das ist ein interessanter Künstlerlink.

Man sollte dann auch wieder nicht verkennen:
Was Jugendliche für hip (jetzt haben wir ja die richtige Schreibweise, Mensch, da lief ein Bericht mit Warhol, hatte ich den gesehen? Weiß ich gar nicht mehr… löchriges Gedächtnis, und das trotz der dreißig Jahre und das eine dazu ), ist zum Beispiel Toleranz und Akzeptanz.
Das kann aber dann so weit führen, dass sich junge Menschen in irgendwelchen Slangs ausdrücken, die niemand mehr versteht und oft den Verdacht erwecken, sie wären türkischer oder anderer Herkunft oder ganz allgemein der deutschen Sprache nicht mächtig.
Auch kann es dann so weit führen, dass man zwischen irgendwelchen Kiffern sitzt, zusieht, wie sie sich die Birne benebeln und dazu gute Miene zum Spiel machen muss. Ganz besonders „Hip“ ist man dann, wenn man mitkifft.
Diese Dinge sind immer fragwürdig. Wenn ich bedenke, was mir damals als „cooler“ Erwachsener erschien, dann war es grundsätzlich der tolerante Mensch, der sich in meine Welt einzufühlen versuchte. Ich denke da an Lehrer oder andere ältere Personen.
Hip sein – ist nicht erstrebenswert. Die Jugend ist sowieso schon längst über „hip“ hinaus, da wird von „Digger“ geredet oder „dköapchenösssdio“, wobei hier bewiesen wäre, dass es wirklich so wirkt, als wären sie der Sprache nicht mächtig (letztes als kleiner Scherz!).
Sich der Zeit zu widersetzen (wie dein Beispiel, larifant) bringt rein gar nichts, weil man irgendwann von der Schnelligkeit der Entwicklungen überrannt wird. Es ist dann mühselig, sich in einen Berg neuer Errungenschaften einzufinden, die für alle anderen normal sind. Erleichterungen sind nun einmal hilfreich, in vielen Dingen, sie führen aber auch zu Oberflächlichkeiten. Sieht man auf die E-Mail und auf einen Brief. Das eine geht schnell und erreicht schnell, da es aber so schnell geht, wird hier oft das „Denken“ weggelassen, während ein Brief länger braucht (ein, zwei Tage sind schon länger, wenn die E-Mail einen fast sofort erreicht oder den, den man erreichen will), und man dadurch, weil die Möglichkeit beschränkt ist, auch mehr zu sagen hat oder sich mehr Zeit nimmt.
Ich denke, es ist sinnvoller, in der allgemeinen Betrachtung des modernen Lebens, sich hier als Teil des Ganzen zu füllen. Und trotzdem ist auch der Randgang eine Notwendigkeit für die Schreiberlinge, der Blick von dort ein anderer, solange man nicht verlernt, wieder zurückzutreiben.
Ich persönlich lehne moderne Entwicklungen nicht ab, ich beharre nicht auf Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin (z. B. die Rechtschreibung oder das Ablehnen eines Handys), aber ich verweigere mich bestimmten Einflüssen, die mir Zeit rauben, mich in meiner Arbeit bremsen (z. B. Mediengeflacker und im Trend sein).



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.12.2008 15:31 | nach oben springen

#11

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 16:48
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Noch ein kurzer Zwischengedanke:
Der Künstler oder anders Schöpfende darf eigentlich nicht im Trend liegen. Er muss seiner Zeit voraus sein!
Wenn er im Trend liegt, ist er höchstens ein Zeit-Festhalter, der sein Jahrhundert, seine Generation ins Wort fasst. (Ist ja auch nicht verkehrt!)
Der aber, der "verändern" will, muss ein Stück weiter denken und gegen den Trend/die Zeit wirken.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.12.2008 16:49 | nach oben springen

#12

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 18:58
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
So, nach weiteren Nachgedanken bin ich zu der Ansicht gelangt, dass der „Moderne Mensch“, der sich heute „hip“ nennt (wollen wir es einfach einmal so bezeichnen, auch wenn darüber hinaus sicherlich längst neue Bezeichnungen gefunden sind), eigentlich all das verkörpert, was früher Spießigkeit genannt wurde. Denn all die „Freaks“ sind nicht rebellisch, sondern schick. Eigentlich handelt es sich hier um reine Anpassung, nichts anderes. An Moden, Richtungen und den sogenannten „letzten Schrei“. Die Haare aufgestellt wie eine Komikfigur, die Augen geschminkt, die Musik in wutentbrannten Liedern. Dann wiederum wundert es mich aber, dass niemand mehr in Melodien rebelliert. Gibt es heute keine Kriege? Oder haben wir uns endgültig daran gewöhnt? Alles scheint nur noch seichtes, ... ja nicht aus der Reihe... tanzendes Spektakel, höchstens existiert noch der schnelle Trieb in Tourbussen, um das Sex, Drugs and Rock’n Roll-Image als Schein zu wahren.
Wo aber sind denn all die Janis Joplins, Jim Morrisons, Jimmy Hendrix, Brian Jones und Curt Cobains? (Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass alle mit 27 Jahren starben? Ein eigenartiger Zufall. Auch, wenn es einige Beweise dafür gibt, dass Jim Morrison jegliche Form der Drogen ablehnte (weiß man heute nicht mehr, was? Sein Bild wurde schön geformt! Es gibt Interviews mit ihm, mit seinen Freunden und auch mit seiner Frau) oder dass Hendrix nur Cannabis konsumierte? Sie sterben an Überdosen und anderem, Jones, der damals eigentliche Leader der Stones war, ertrinkt in einem See, wobei der Fall wieder aufgerollt wurde, weil zu viele Beweise dagegen sprachen und es sich dabei dann doch um Mord handelte. Das aber nur nebenbei, eigentlich nur erwähnt um zu verdeutlichen, dass bestimmte "eigene Richtungen" auch unterbunden werden und in gewollte Richtungen gelenkt werden können. Angesagt ist das, was nur die Oberfläche ankratzt! Im Trend zu liegen ist für mich eher langweilig, weil ich mich keinen vorgegebenen Richtungen unterwerfen möchte. Warum auch? Ich kreiere, wenn überhaupt, meine eigenen.
Eine Theorie:
Die ganze Welt ist ein Trug, und das moderne Leben darin ein kreiertes Phänomen an Ablenkungen.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.12.2008 19:20 | nach oben springen

#13

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 19:28
von Lennie • 829 Beiträge

Zitat von Taxine
So, nach weiteren Nachgedanken bin ich zu der Ansicht gelangt, dass der „Moderne Mensch“, der sich heute „hip“ nennt (wollen wir es einfach einmal so bezeichnen, auch wenn darüber hinaus sicherlich längst neue Bezeichnungen gefunden sind), eigentlich all das verkörpert, was früher Spießigkeit genannt wurde.



Herrlich !
Vielleicht müsste man damit beginnen, den Begriff "modern" zunächst zu definieren. Er ändert sich ja genauso schnell wie seine Epoche. Was gestern modern war, ist heute ein alter Hut, was heute modern ist, wird morgen nur noch ein müdes Grinsen wert sein. Und irgendwann wird dann alles spiessig, jaha! Guckt euch übermorgen mal die Fotos von vorgestern an...
Schnell-Lebigkeit gehört wohl dazu, zum modernen Leben - das hattest du ja schon angesprochen, Taxine. Technologischer Fortschritt auch, finde ich. Und die Medien mit ihrer Werbung...

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#14

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.12.2008 19:48
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Ja, definieren wir das Wort "modern".
Neben Mode, Trend und Futurismus fällt mir dazu auch noch die Steigerung der Übersättigung ein. Ich meine damit das Überschreiten der Grenzen, die sowieso schon ausgereizt sind, dass all das, was nicht im Auge schmerzt, was nicht entweder völlig daneben oder ohne Inhalt ist, kaum eine Chance hat. Da wird ein Riesenschnitzel nach dem nächsten verzehrt, weil es "in" ist, die Quantität über die Qualität gestellt, und in Scharen strömen die Massen... Oder in der Kunst: es reicht nicht mehr, in ein Guggenheim'sches Feuer zu pinkeln, es muss minimiert werden, auf das Nichts reduziert.

Vor längerer Zeit habe ich einmal ein Gedicht unter genau diesem Titel geschrieben:

Modernes Leben

Verhüllt durch warme Gewänder
liegt zwischen Kissen
in gedämpftes Licht gekleidet
der Übermüdete
im Raum der Kacheln.


Ist zwar nach all der Zeit vielleicht nicht mehr ganz so "modern", aber trifft es irgendwo noch auf den Zahn.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.12.2008 19:50 | nach oben springen

#15

RE: Fragen zum modernen Leben

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 14.12.2008 05:32
von Moulin • 395 Beiträge

Nur noch mal kurz am Rande.

Der Street Style ist keine Mode Jugendlicher, sondern eine in der Subkultur entstandene Bekleidungsart kreativer, andersdenkender Erwachsener.
Das Ganze wird natürlich mit zunehmender Vermarktung zur Mode, ist dann in der Regel für einen bestimmten Bereich Hip und damit kaputt.
So etwas gab es ja Anfang der 80 ger in ähnlicher Form, als man den Punk vermarktet hatte.
Die augenblickliche Popularität und Vermarktung des Street Style führe ich auch darauf zurück, dass wir uns zur Zeit in einem 80 ger Retro befinden.

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