Kollektivierung der Freundlichkeit
Zitat von Zypresserich
Ja, das kann ich nachvollziehen. Manchmal, wenn ich es doch mal wieder schaffe (was immer seltener wird), mich unter die Menschen zu begeben, könnte ich sofort wieder schreiend Reißaus nehmen, weil mir meine ganzen Projektionen so überdeutlich-gespiegelt entgegenschlagen. Dann denke ich "Wusst ich's doch schon vorher", sperre mich ein, warte ein Weilchen, versuche es wieder, usw. Ich steh zu meinem Elfenbeinturm und meinem Mauerwerk der eigenen Behausung. Bin ja auch Mensch, aber wer wollte mich zwingen, unter meinesgleichen zu gehen? Und dann sprechen sie auch noch meinen Namen falsch aus oder merken ihn sich nicht. Tse.
"Man soll öfter Einkehr bei sich selbst halten. Umgang mit Andersgearteten zerstört die gewonnene Ordnung, lässt Leidenschaften wiederaufleben und alle kränkelnden und notdürftig verheilten Wunden des Geistes wieder aufbrechen. Immerhin sollen sich Einsamkeit und Geselligkeit miteinander verbinden und einander abwechseln. Kann die eine unsere Sehnsucht nach Menschen, so die andere Sehnsucht nach uns selbst wecken. Bei jeder von beiden erholt man sich von der anderen: Abscheu vor Betriebsamkeit lässt sich am besten in der Einsamkeit, Überdruss an der Einsamkeit mitten im Menschengewühl heilen. Unser Geist darf nicht immer in gleichmäßiger Anspannung gehalten werden, gelegentlich muss auch Spaß sein."
(Seneca: Von der Seelenruhe, Insel 2002, S. 165.)
Wie wahr, Seneca, wie wahr...
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