Miguel de Cervantes Saavedra
Zitat von Patmos
Dann sollte ich vielleicht mit den - tobenden Stellen beginnen...
Wenn du sie auf Anhieb findest...
Sie sind querbeet verstreut. Auch baut sich das Werk ja Stein für Stein auf. Ebenso die Faszination. Zumindest bei mir.
Für "Don Quijote" braucht man die Stimmung: nichts zu erwarten und Lust auf eine ewig weite Fläche. Die hatte ich Anfang des Jahres.
... dem Rosinante. 
Rosinante - von Rocin - Gaul, und antes - vorher bzw. vorhergehend. Also hat das Wort die Doppelbedeutung: (vorher) ein gewöhnlicher Gaul, (jetzt) allen Gäulen vorangehend.
Kurz: es ist ein Gaul, trotz des sehr weiblich wirkenden Namens.
Zitat von PatmöserZitat von Taxine
... dem Rosinante.
Du lässt den ollen Möser ebend nicht doof sterben, nicht wahr!
Danke, für - dem und nachfoldende Abhandlungen...
An diesem winzigen Insider-Wissen erkennst du dann bald die wahren Leser des "Don Quijote". 
Zitat von Patmöser
Wenn man das hier alles so lieset...,
Überredet, ich fange mit dem bibliomanden Ritter noch einmal an.
(Was fasziniert die Menschen nur so an diesem Werk? Begreife ich da etwas nicht, oder bin ich einfach zu roh und zu tumb?)
Ums mit Greenblatts Worten auszudrücken, würde ich sagen, es ist neben der Parodie, die viel Freude bringt, das hohe Maß an codierter sozialer Energie, die in dem Werk steckt. Die stilistische Flexibität. Hinzu kommt die Selbstreferenzialität bezüglich des Mediums.
Nur zu, Patmöser, es lohnt sich.
Don Quijote Bezug in Gogols "Die Toten Seelen". Kostanschoglo zu Tschitschikow (ca. 1814):
"Es ist jetzt bei uns eine Don-Quichotterie aufgekommen, die es früher nie gegeben hat! Da schwärmt einer für Bildung und wird ein Don Quichotte: er richtet Schulen ein, von denen der Narr gar nichts versteht! Aus diesen Schulen gehen dann Menschen hervor, die nirgends hinpassen, weder aufs Land noch in die Stadt; das werden nur Trunkenbolde, die sich wunder was auf sich selbst einbilden. Oder es begeistert sich einer für Humanität: Dann wird er ein Don Quichotte der Humanität, baut für eine Million Rubel die sinnlosesten Krankenhäuser und ähnliche Institute mit Säulen, ruiniert sich selbst und bringt alle an den Bettelstab; das sind dann die Folgen dieser Humanität."
Gogol, Nikolai: Die Toten Seelen, Anaconda, Köln 2009, S. 433.
Das Wohnhaus von Cervantes wurde im 19. Jahrhundert abgerissen. Wo sein Grab genau liegt, weiß in Madrid heute auch keiner mehr. Aber immerhin haben sie inzwischen eine Gedenktafel aufgehängt ...
Oah... herrlich. Herrlich. Vielen Dank, Roquairol.
Ist wahrscheinlich so ähnlich, als wenn man in Lissabon über eine Pessoa-Statue stolpert, nur weil man auf einer Bank sitzt. Na gut... nur (ganz leicht) fast so ähnlich... 
Jaja, in der Tat bin ich da eher zufällig drüber "gestolpert".
Genauso zufällig war ich in La Mancha - ich hatte vorher keine Ahnung, dass man durch La Mancha kommt, wenn man von Madrid nach Toledo fährt ... Die Landschaft ist keineswegs so eintönig, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte: Zwar flach, aber durch eine Vielzahl unterschiedlicher Blumen und Kräuter sehr bunt und pittoresk, fast wie ein Van-Gogh-Gemälde. Tja, jetzt war ich da also auch, hätte ich nie gedacht, da es mich ja immer eher zum östlichen Mittelmeer zieht. Aber so kann's kommen ....
Toll. Und der "Zufall" treibt einen sowieso in die besten Gegenden... 
Da sieht man es mal wieder, überall wird Literatur lebendig. Proust, Cervantes und co. Alles gehört abgeschritten und nachempfunden.
Demnächst dann aber ganz original... mit Klappergaul und Esel-Anhang. 
Zitat von Taxine
Ist wahrscheinlich so ähnlich, als wenn man in Lissabon über eine Pessoa-Statue stolpert, nur weil man auf einer Bank sitzt. Na gut... nur (ganz leicht) fast so ähnlich...
Oder wie in Krakau, wo man überall auf Wyspianski Tafeln und Statuen stößt.
Zitat von Taxine
überall wird Literatur lebendig
Oder zum Wirtschaftsfaktor. Wie Juli Zeh Sonntag bemerkte.
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