Geschichten

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03.02.2010 20:20
#1
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Warum lesen wir so gerne Romane und Biographien?

Was ist es das sie uns mehr zu interessieren scheinen als das Leben
derer die um uns ganz real sind und die wir kennen und mit
denen wir in persönlichem Kontakt sind?


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03.02.2010 20:34 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 20:35)
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#2
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Admin

Zitat von marlenja

Was ist es das sie uns mehr zu interessieren scheinen als das Leben
derer die um uns ganz real sind und die wir kennen und mit
denen wir in persönlichem Kontakt sind?




Tun sie nicht. Auf keinen Fall.

Die Vielfalt der Biografien macht eher Angst.

Die Literatur ist ja auch nicht wichtiger als das Leben.


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03.02.2010 20:59
#3
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Zitat von marlenja
Warum lesen wir so gerne Romane und Biographien?

Was ist es das sie uns mehr zu interessieren scheinen als das Leben
derer die um uns ganz real sind und die wir kennen und mit
denen wir in persönlichem Kontakt sind?






Ich trenne das eigentlich gar nicht so.
Es gibt da halt die realen Menschen um mich herum ...
Und dann gibt es Menschen weiter weg, mit denen ich per E-Mail kommuniziere (früher per Brief) ...
und dann gibt es Menschen noch weiter weg, nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich, deren Bücher ich lese.
Wie schon Jean Paul schrieb: "Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde."

03.02.2010 21:14 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 21:15)
#4
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Zitat von marlenja
Warum lesen wir so gerne Romane und Biographien?

Was ist es das sie uns mehr zu interessieren scheinen als das Leben
derer die um uns ganz real






Ich habe mit dem Wörtchen - real, je länger, je mehr, so meine argen Schwierigkeiten. Real?!
Wann ist ein Mensch für uns - real?
Was ist das überhaupt - Realität?
(Jetzt bitte keinen Wiki - Link.)
Alles was sich einigermaßen fassbar durch unsere Synapsen spülen lässt?
Dann wären Gefühle schon nicht mehr real.

Nein, ich habe mit den so genannten Realitäten so meine Problemchen.


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03.02.2010 21:26
#5
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Zitat von Patmöser

Was ist das überhaupt - Realität?



OK - ganz ohne Wiki - aus meinem Kopf heraus wie ich real grad meinte.
Also Menschen - Menschen die ich persönlich auf der Strasse - im Laden
und in meinem Haus oder in seinem Haus treffe. Bei der Arbeit. Menschen
die ich berühren könnte so nahe sie mir sind. Von diesen Menschen rede
ich. Und von jenen im Netz die man per Forum, PN und Mail kennengelernt
hat. Menschen die leben - die heute leben. Reale Menschen die es in
wirklichkeit gibt. Also Menschen - nicht das Heidi oder der Tell...

Warum interessieren wir uns für Namen von einem Pferd einer erfundenen
Geschichte mehr als wie der Name - der echte Namen eines Users ist.


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03.02.2010 21:36
#6
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Die sogenannte Realität kann auch enttäuschend sein.

Ich hatte mich ja mal (einige kennen die Story wahrscheinlich schon) in einem Literaturforum ein bißchen in eine Frau verliebt - bis sich dann in der Realität herausstellte, dass die streng genommen, also rein anatomisch gesehen eigentlich - ein Mann war ...

03.02.2010 21:43 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 21:48)
#7
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Zitat von marlenja
Warum lesen wir so gerne Romane und Biographien?

Was ist es das sie uns mehr zu interessieren scheinen als das Leben
derer die um uns ganz real sind und die wir kennen und mit
denen wir in persönlichem Kontakt sind?




Bücher sind wie Freunde. Manches Personal in Romanen kommt uns ziemlich real vor. In einen Roman einzutauchen heißt, in eine Welt zwischen zwei Buchdeckeln einzutauchen. Unser Geist blüht auf, unsere Fantasie und Vorstellung kommt in Trab und manchmal entdecken wir uns selbst.

Die Schlussfolgerung, Bücher seien wichtiger als das Leben ist falsch.

marlenja, deine Meinung zu diesem Thema interessiert mich natürlich auch. Man könnte, wenn man etwas übersensibilisiert reagieren würde, aus deiner Aussage, Bücher scheinen uns mehr zu interessieren als das Leben, einen Vorwurf herauslesen. Darum würde ich gerne mal, wenn erlaubt, nachfragen, ob du auch Romane, Biographien oder div. Sachbücher liest (dass du die Bibel liest, ist bekannt, mache ich auch gelegentlich).

Zitat von Roquairol
Die sogenannte Realität kann auch enttäuschend sein.



Durchaus. Ich bin froh, dass ich Beethoven nie begegnet bin.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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03.02.2010 21:49 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 22:38)
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#8
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Admin

Zitat von marlenja
Warum interessieren wir uns für Namen von einem Pferd einer erfundenen
Geschichte mehr als wie der Name - der echte Namen eines Users ist.



Weil das, liebe maria, reiner Spaß war (ich meine das, worauf du anspielst). In solchen Aussagen darf man immer den Humor nicht vergessen. Literatur interessiert nur um der Literatur willen.
Natürlich wird ein Mensch nicht besser, nur weil er mal "Don Quijote" gelesen hat. Das ist keine lebensnotwendige Handlung, kein existenzielles Bedürfnis. Um "Gottes Willen". Und ein Gaul interessiert bestimmt nicht mehr, als ein wirklicher Mensch.

Dazu: Die Namensgebung in einem Forum ist ja irgendwo jedem selbst überlassen. Die einen nennen sich nach Vorbildern, die anderen in Abstraktionen, einige mit ihrem tatsächlichen Namen. Das Interesse ist darum nicht schwächer oder nicht vorhanden. (Manchen Usern ist es vielleicht auch gar nicht so angenehm, warum sie sich gerne anonym aufhalten. Jedem sein Recht, oder?) Hier nun nachträglich darauf hinzuweisen, wie sehr die Interessen wohl nicht genügen, finde ich leicht verfehlt, liebe marlenja.


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03.02.2010 21:51 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 21:52)
avatar  Taxine
#9
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Admin

Zitat von Martinus

Zitat von Roquairol
Die sogenannte Realität kann auch enttäuschend sein.



Durchaus. Ich bin froh, dass ich Beethoven nie begegnet bin.

Liebe Grüße
mArtinus




Oder Schopenhauer. Gruselig.

(Mozart dagegen hätte ich gerne einmal getroffen. So, ganz ins Spiel vertieft.)


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03.02.2010 21:55
#10
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ach Taxine, der Wolferl, springt mittem beim Essen auf, klimpert auf dadd Cembali, dann hüpft er wieder zum Tisch. Aber trotzdem, das hat er.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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03.02.2010 21:56 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 21:56)
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#11
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Admin

Siehste, wertester mArtinus, da fehlt mir in erster Linie nur das Cembali.

Recht haste...


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03.02.2010 22:09 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 22:10)
#12
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um zum Lesen zurückzukommen: Schließlich haben wir schon als Kinder Geschichten vorgelesen bekommen. Später liest man selber weiter. Lesen und Musikhören ist was völlig natürliches (was für eine Weisheit ).

Schade, marlenja ist schon gegangen. Hätte gerne gewusst, was sie sonst noch liest. Vielleicht kommst sie ja später nochmal.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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03.02.2010 22:13 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 22:23)
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#13
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Admin

Man kann das natürlich vertiefen. Grob gesehen und oberflächlich: Der Mensch unterscheidet sich.
Wie sehr nun unterscheidet er sich durch das, was er liest?
Einer, der andere Bücher gelesen hat, als der andere, birgt schon mächtige "Denk-Unterschiede", ebenso verschiedene Gefühlsebenen. Bereits ein - von dem einen gelesenes - Buch und von dem anderen - nicht gelesenes - Buch schafft Barrieren.

Lesen - für mich auch ein Lernen. Eine Streuung verschiedener Ansichten, die mir neue Perspektiven öffnen.
Mit nur einem Buch, oder keinem, hätte ich das wohl kaum geschafft.


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03.02.2010 23:08
#14
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Zitat von Taxine
Bereits ein - von dem einen gelesenes - Buch und von dem anderen - nicht gelesenes - Buch schafft Barrieren.



Das Lesen von Büchern schafft Barrieren? - Na, ich weiß nicht, so würde ich das nicht sagen ....

03.02.2010 23:11 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2010 23:11)
avatar  Taxine
#15
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Admin

Ja, vielleicht etwas drastisch. Sagen wir: es erschafft ein unterschiedliches Verständnis. (Hm... selbst das ist noch etwas drastisch.)


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