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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 11.02.2010 23:28
von Zypresserich • 2.877 Beiträge

Zitat von larifant
Hat jemand das Büchlein gelesen?

Nein, die Auszüge, auf die ich hie und da im Netz gestoßen bin, triggern mich nicht. Geht sprachlich nicht an mich. Für mich als Leser ist das Maß die Sprache, die mich dazu bringt, ein Buch lesen zu wollen oder nicht. Hype oder Nicht-Hype ist mir sekundär oder tertiär.


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
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#17

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 12.02.2010 11:36
von LX.C • 2.688 Beiträge

Der Mensch braucht eine Aufgabe und Taxine hat sie gestellt. Popliteraten der 60er/70er mit denen der 90er zu vergleichen wäre bei zu großer Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse doch schon wieder ein unerwünscht diachroner Vergleich.
Ich werde also Paradebeispiele der Popliteratur der 60er/70er Jahre aufs Korn nehmen:

Rolf Dieter Brinkmann "Keiner weiß mehr" (1968)
Hubert Fichte "Die Palette" (1968)
Elfriede Jelinek "wir sind lockvögel, baby" (1970)


Es dauert seine Zeit, aber ich freu mich drauf


--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
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#18

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 18:44
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von LX.C

Elfriede Jelinek "wir sind lockvögel, baby" (1970)[/b]



Also, Jelinek interessiert mich wirklich. Ich habe "Die Klavierspielerin" und "Lust" gelesen. Die Lockvögel möchte auch ich lesen.

Wie sieht es denn mit Christian Kracht aus? Sein "Faserland" gilt ja als das moderne Popliteratenstück schlechthin. Kennt den jemand? Lohnenswert? Ein Versuch ist es mir wert, muss ja sagen, mit Popliteratur habe ich so gut keine Leseerfahrung, abgesehen vom älteren Bukowski

Wenn wir mal über den Teich gehen:

Nick Flynn: Bullshit Nights
- Die Geschichte mit meinem Vater.
Das Buch habe ich sogar, allerdings keine deutsche Popliteratur, aber ein junger Wilder.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.02.2010 19:39 | nach oben springen

#19

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 18:51
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
Also, Jelinek interessiert mich wirklich. Ich habe "Die Klavierspielerin"



Nur Auszüge gelesen, aber ich weiß nicht so recht, also ich glaube das ist nicht so mein Geschmack.




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#20

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 19:29
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Zitat von Martinus
Wenn wir mal über den Teich gehen:

Nick Flynn: Bullshit Nights - Die Geschichte meines Vaters.
Das Buch habe ich sogar, allerdings keine deutsche Popliteratur, aber ein junger Wilder.



Werter Martinus, die "jungen Wilden" sind nicht auf deutsche Literatur beschränkt. Ich bevorzuge ja im Moment auch einen Norweger, den Ambjörnsen, was diesen Bereich der Literatur betrifft. Immer her mit den jungen Wilden der ganzen Welt.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.02.2010 19:29 | nach oben springen

#21

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 19:46
von Martinus • 3.194 Beiträge

Dann ist ja gut

in "Bullshit Nights" erzählt Nick Flynn, die Geschichte seines Lebens. Nur zweimal hat er seinen Vater gesehen, einmal 1960 als seine Mutter ihren Mann, dem Säufer, Taxifahrer, eingebildeten Schriftsteller und Obdachlosen verläßt, ein zweites Mal als Nick seinen Vater sehr viel später in einem Obdachlosenheim wiedersieht, wo er als Sozialarbeiter arbeitet. Zwischen diesen Begegnungen erschießt sich die Mutter, und Nick lebt von Gelegenheitsjobs, vom Alkohol und Drogenexzessen.

Ein knallpralles Dasein.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.02.2010 19:47 | nach oben springen

#22

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 21:05
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Zitat von Martinus
Dann ist ja gut

in "Bullshit Nights" erzählt Nick Flynn, die Geschichte seines Lebens. Nur zweimal hat er seinen Vater gesehen, einmal 1960 als seine Mutter ihren Mann, dem Säufer, Taxifahrer, eingebildeten Schriftsteller und Obdachlosen verläßt, ein zweites Mal als Nick seinen Vater sehr viel später in einem Obdachlosenheim wiedersieht, wo er als Sozialarbeiter arbeitet. Zwischen diesen Begegnungen erschießt sich die Mutter, und Nick lebt von Gelegenheitsjobs, vom Alkohol und Drogenexzessen.

Ein knallpralles Dasein.



Ihr seid böse, böse, böse.
Ich hab Bücherkaufverbot, mir selbst auferlegt (ich tumber Tor, ich), und hier dann alles so verführerische Buchbesprechungen. Was tun? Hänsel und Gretel spielen und am Pfefferkuchenhäuschen knabbern...
Oder den morgigen Tag zum ersten März erklären, oder das Bücherkaufverbot dahingehend umgehen, in dem nicht ich die Bücher kaufe, sondern meine bessere Hälfte!
Ha, und ich sage - Ha! Das ist doch eine wundervolle Idee!
Erlöst und freudig hoffend in Richtung Frau wankend....

zuletzt bearbeitet 14.02.2010 21:06 | nach oben springen

#23

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 21:10
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Hihi... tja ja...guter Patmos, ich habe dieses selbstauferlegte Verbot auch schon tausendfach erprobt und nie... wirklich nie... eingehalten. Die Umgehungs-Tricks sind gut, aber es hilft ja nichts. Man muss nur ein Buch aufschlagen und schon wird man auf irgendein weiteres verwiesen, man muss nur hier ins Forum blicken, und schon... und schon... Da führt kein Weg ... an der Buchhandlung vorbei.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.02.2010 21:12 | nach oben springen

#24

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 21:20
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Zitat von Taxine
Hihi... tja ja...guter Patmos, ich habe dieses selbstauferlegte Verbot auch schon tausendfach erprobt und nie... wirklich nie... eingehalten. Die Umgehungs-Tricks sind gut, aber es hilft ja nichts. Man muss nur ein Buch aufschlagen und schon wird man auf irgendein weiteres verwiesen, man muss nur hier ins Forum blicken, und schon... und schon... Da führt kein Weg ... an der Buchhandlung vorbei.



Hihi, der Kuss der lieben Zauberfee hat mich erlöset von dem bös schändlichen Alb des Nichtbücherkaufens.
(Also, mein Buchlädchen machet um neuhen auf, das hieße dann, vorher noch kurz zur Bank, außerdem noch einen Alibiblumenstauß für Frauchen kaufen, dann noch jemanden zum Büchertragen anheuern...)

Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis;
das Unzulängliche,
hier wird's Ereignis;
das Unbeschreibliche,
hier ist's getan;
das Ewig-Weibliche,
zieht uns hinan.

zuletzt bearbeitet 14.02.2010 21:20 | nach oben springen

#25

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 21:29
von larifant • 270 Beiträge

Zitat von Taxine
Da führt kein Weg ... an der Buchhandlung vorbei.


Seufz, ihr jungen Leute seid alle so konsumfixiert.

Alternative: Leihbücherei.
Zumindest für den größten Teil des Bedarfs. Der Rest antiquarisch.

(Ok, in Thessaloniki führt erstere vermutlich ein begrenztes Angebot.)

Gruß,
L.


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#26

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 21:47
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Ach, lieber larifant, die meisten meiner Buchhandlungen sind antiquar. Und in Thessaloniki, na da bin ich froh, wenn ich wenigstens ein kleines Regal englischsprachiger Literatur in den üblichen Buchhandlungen entdecke.

Darum packe ich, wenn ich in Deutschland bin, den Koffer auch ordentlich voll (lasse da, was nicht mit muss) und bestelle, wenn ich dort bin, rein virtuell, mit hilfreichen Helfershänden, die auch mal ein paar Pakete für mich schnüren. Die Büchereien sind für mich - noch - unentzifferbar. Leider.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.02.2010 21:52 | nach oben springen

#27

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 22:01
von larifant • 270 Beiträge

Zitat von Taxine
Ach, lieber larifant, die meisten meiner Buchhandlungen sind antiquar.


Schon klar, die meisten Titel, die Du so liest, liegend nicht gerade stapelweise bei Thalia oder in der Mayerschen herum und in Σαλονίκη schon gar nicht.

Dennoch deckt - für die im deutschen Sprachraum Verbliebenen - eine gute Leihbücherei viel ab. Sehr viel.
Dass es dort nur Ritterromane "rechts mit Gespenstern, links ohne Gespenster" gäbe, stimmt schon lange nicht mehr.
Die Geringschätzung ärgert mich; weiß auch nicht warum.

Gruß,
L.


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#28

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 22:13
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Zitat von larifant
Dennoch deckt - für die im deutschen Sprachraum Verbliebenen - eine gute Leihbücherei viel ab. Sehr viel.



Das stimmt. Auch muss man nicht sammeln.
Ich empfinde es z. B. als völlig unnötig, sich Bücher ins Regal zu stellen, die man einmal liest oder sogar einmal gelesen und nicht einmal gut befunden hat.
Viele Menschen, die ich darüber befragt habe, erklärten: der Besitz des Buches wäre ihnen angenehmer (auch bei den Büchern, die ihnen mittelmäßiges Vergnügen bereitet haben.) Sie seien wie Kinder, die man nicht mehr hergeben möchte oder müssten erst einmal erworben sein, um den richtigen Lesegenuss zu entfalten - im Sinne: Ich muss es als mein Eigentum bezeichnen, es reicht nicht, dass du es mir leihst. Das wundert mich - mittlerweile - auch. Darüber habe ich früher z. B. gar nicht nachgedacht.

Darum verstehe ich dich gut. Gerade, wenn man viel liest, muss das Regal das enthalten, was einem wichtig ist, nicht das, was einfach nur Buch ist.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.02.2010 22:16 | nach oben springen

#29

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 22:20
von Lennie • 829 Beiträge

Tja. Bei einem solchen Dilemma können mitunter Umzüge recht hilfreich sein.... Ich bin mittlerweile bei ca. 15 angelangt. Und hab schon ewig kein neues Bücherregal mehr gekauft (ähem: das auf dem Klo, also, das ist nicht das allerallereinzigste....). Beim Kistenpacken fliegt dann immer regelmäßig einiges raus, später kommt einiges dazu und füllt die Lücken - vorübergehend - wieder auf. Bis zum nächsten Umzug.

Leihbibliotheken liebe ich! Das örtliche deutschsprachige Sortiment ist leider nur sehr begrenzt, um nicht zu sagen inexistent. Woraufhin wir dann doch wieder aufheben bzw. auf den bekannten Internet-Versand zurückgreifen müssen. Das Leben ist nicht immer einfach!

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#30

RE: Die jungen Wilden...

in An der Literatur orientierte Gedanken 14.02.2010 23:39
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Das Bücherei-Dilemma scheint ein realtiv klares zu sein: Jung leiht man, hat man endlich Geld, erwirbt man. Je mehr Liebe zur Literatur, desto mehr Besitzgefühl entsteht für die Bücher...

Der Umzug, liebe Lennie, zerreißt einem jegliches Regal. Ganz genau.




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