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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 14:22
von Patmöser • 1.098 Beiträge

Zitat von Roquairol

Zitat von Krümel

Andere Frage, wer sagt mir denn, das genau diese Geistlosigkeit, wenn es denn so ist, nicht der richtige Weg entgegen dem krankhaften Streben nach Geist ist?



Ohne das Streben nach Geist würden wir immer noch in der afrikanischen Savanne sitzen und an den Knochen nagen, die uns die Löwen übrig lassen ....




Wenn einfache Überlebensstrategien und der Hang zu erleichterten Nahrungsgründen zum Streben nach dem Geist gehören... Und beim Streben nach dem Geist, nach den göttlichen Urgründen sowieso, da haben die Jungs, in der Savanne oder sonstwo, dann noch so schnell und nebenbei Pfeil und Bogen erfunden, oder das Rad, und sowas alles...
Roquairol, da machst du dir die Sache nun wirklich etwas zu einfach.

Dazu sind der Geist und erst recht der Ungeist etwas zu gleiche Brüder.
Oder die Mütter, die Mütter, die Mütter...

zuletzt bearbeitet 19.01.2011 14:38 | nach oben springen

#17

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 14:51
von Patmöser • 1.098 Beiträge

Zitat von Krümel

Zitat von Roquairol
Allerorten floriert betriebsamste Geistlosigkeit: Wir suchen den Superstar holt mich hier raus Tooor Tooor Tooor .... Wer in diesem Getöse eine leise Geistesstimme hören will - tja, der muss schon Bücher aus dem 19. Jahrhundert lesen.



Andere Frage, wer sagt mir denn, das genau diese Geistlosigkeit, wenn es denn so ist, nicht der richtige Weg entgegen dem krankhaften Streben nach Geist ist? Vielleicht muss man zunächst runter vom hohen Ross, um wieder in richtige Bahnen zu kommen???





Sehe ich eben - so!

Unten, ganz unten und noch weiter unten, wer das nicht kennen lernte...
Die geistigen Sackgassen in ihrer scheinbaren Endgültigkeit, das endlos bittere Verlassensein von allen Geistern, wer das nicht erlebte, wer nicht wenigstens einmal an sich selbst scheiterte (ich meine jetzt das geistig existenzielle Scheitern mit allem denkbaren Brimborium), wer nicht wenigstens einmal restlos verzweifelt in die schwarzen Abgründe der "Geistlosigkeit" schaute, von allen Geistern dann verlassen, der hat eigentlich nie...
Und wer ehrlich ist, ehrlich zu sich selbst, weiß der nun wirklich zu sagen, was denn nun dieser Geist eigentlich ist?

Es sind mir da der Geister, und auch der Götter, einfach zu viele.

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#18

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 15:29
von Taxine • Admin | 6.079 Beiträge

Zitat von Krümel
Andere Frage, wer sagt mir denn, das genau diese Geistlosigkeit, wenn es denn so ist, nicht der richtige Weg entgegen dem krankhaften Streben nach Geist ist? Vielleicht muss man zunächst runter vom hohen Ross, um wieder in richtige Bahnen zu kommen???



Was heißt denn nun schon wieder „hohes Ross“? Ein Mensch, der sich auf das Nicht-Denken besinnt, lebt doch nicht ohne Geist oder verwirft das Geist-Streben? Seine Suche erfolgt lediglich in eine andere Richtung, und dafür gehört, ganz im Gegenteil, sehr viel Geist. Den verknoteten Verstand zu lösen und zu überwinden ist ein reiner Geist-Akt!

Nach Geist zu streben, ist niemals verkehrt und sollte auch nicht einfach im Zuge der „modernen Toleranz“ abgetan werden, in dem Sinne, dass andere Menschen auch mit weniger zufrieden sind. Da liegt doch gerade der Hund begraben, da beginnt doch die allgemeine Stumpfsinnigkeit, dass niemand sich mehr über sein eigenes Ich hinaus verantwortlich fühlt, sondern lieber damit zufrieden ist, wie es ist, bevor er sich geistig bewegen müsste.
Da gibt es etliche, die in ihrer eigenen Denkfaulheit garen, ist das denn nun erstrebenswert?
Und auch wenn es in Bezug auf Thoreau ja nicht unbedingt um Zufriedenheit geht, sondern um die einfache Forderung, seinem eigenen Geist zu dienen und nicht den Frondiensten einer Gesellschaft, die mit der Folge des unterdrückten Geistes ihre Kriege finanziert, aufrüstet, Banken unterstützt… usw., so kann man doch sagen: zufrieden sind solche Menschen trotzdem nicht, die gehorsam den "Befehlen" lauschen, die sich freuen, den Geist nicht bewegen zu müssen, aber meistens sind sie satt und empfinden die Sattheit als Zufriedenheit (zumeist reicht das Erfüllen materieller Wünsche aus), ruhen dabei (häufig immer noch laut jammernd) in einer Nebelgeistwelt, in der sie vor sich hin verkümmern…




Surreale Vorstellungen
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#19

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 15:39
von Krümel • 499 Beiträge

Zitat von Patmöser
Die geistigen Sackgassen in ihrer scheinbaren Endgültigkeit,



darf ich? Vielleicht aus Endgültigkeit, Ausschließlichkeit? Und dann gekoppelt mit dem fehlen der Mutter (oh damit bin ich Martinus schon auf die Nerven gegangen), sprich also das weibliche Prinzip, die Natur, eben Mutter-Erde, das ist uns seit 3000 Jahren völlig verloren gegangen, aber das Streben nach Geist ist lustig weiter gegangen ...

Übrigens Thoreau liefert mir meine Kritik auf einem Silbertablett:

Zitat von Thoreau
Eine Wasserfläche verrät den Geist der Luft. Beständig empfängt sie Leben und Bewegung von oben. Ihrem Wesen nach liegt sie zwischen Erde und Himmel. Auf dem Land neigen sich nur Grau und Bäume, das Wasser jedoch wird unmittelbar vom Wind bewegt. An den Lichtstreifen und Lichtblitzen erkenne ich, wo die Brise darüberläuft.



so geht es weiter

Zitat von Thoreau
Bedeutsam ist, daß wir auf die Oberfläche des Wassers herabsehen können. Vielleicht können wir später einmal auch auf die Oberfläche der Luft herabschauen und erkennen, wo ein noch feinerer Geist darüber hinschwebt.

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#20

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 15:50
von Krümel • 499 Beiträge

Liebe Taxine, ich meine und meinte immer das Herabschauen, das Herabsetzen von oben nach unten. Ich möchte eine Welt, in der man von unten nach oben schauen darf. Das Erkennen sollte in jeder Hinsicht das Ziel sein, aber nicht das erkenntlich zeigen nach untenhin. Helfende Hände nehme ich gerne an, aber nicht den Fingerzeig ...

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#21

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 16:46
von Roquairol • 1.065 Beiträge

Irgendwie verstehe ich diese ganze Debatte nicht. Wer der Geistlosigkeit frönen will, dem stehen doch alle Wege offen. Meinen Segen habt ihr - macht was ihr wollt! Aber so ganz konsequent scheint ihr dabei ja nicht an die Sache zu gehen. Denn wenn ihr eigentlich fröhlich RTL 2 gucken wollt, warum schreibt ihr dann in diesem geistreichen Forum?
Kann es sein, dass es eventuell euer eigenes Über-Ich ist, gegen das ihr hier so vehement anschreibt ... ?
(So wie bei den Schwulen-Hassern, die gerade deshalb so wütend gegen Schwule hetzen, weil sie in ihrem Innern selbst schwul sind und dies nicht wahr haben wollen ... )




Homepage: http://www.noctivagus.net/mendler
Facebook: http://www.facebook.com/people/Klaus-Mendler/1414151458
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#22

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 18:48
von Patmöser • 1.098 Beiträge

Zitat von Roquairol
Irgendwie verstehe ich diese ganze Debatte nicht. Wer der Geistlosigkeit frönen will, dem stehen doch alle Wege offen. Meinen Segen habt ihr - macht was ihr wollt! Aber so ganz konsequent scheint ihr dabei ja nicht an die Sache zu gehen. Denn wenn ihr eigentlich fröhlich RTL 2 gucken wollt, warum schreibt ihr dann in diesem geistreichen Forum?



Wie bitte?
Und dieses geistvolle Evangelium kommt ausgerechnet aus deinem Munde?

Das ist doch nichts weiter, als die primitivste Form dessen, was du dann als Neoprophet so unentwegt verkündest. Als ob die Besitzer und Verwalter eines höchslichst propagierten Einheitsgeistes dann je irgendwelches Erbarmen mit den Menschen gezeigt haben und hätten, die den Geist und damit ihren Geist auf ganz profanen Ebenen für sich selbst entdeckt haben.
Das hier alles:

Zitat
Allerorten floriert betriebsamste Geistlosigkeit: Wir suchen den Superstar holt mich hier raus Tooor Tooor Tooor ..



ebenso wie das hier:

Zitat
Denn wenn ihr eigentlich fröhlich RTL 2 gucken wollt, warum schreibt ihr dann in diesem geistreichen Forum?



das ist nichts weiter als biederstes und verkleinbürgerlichstes Muckertum auf einem vermeintlich geistigen Niveau, das auch einem speichelnden Salonrevoluzzer gut zu Gesicht stehen würde. Du grenzt Menschen aus, Menschen die nichts anderes verbrochen haben, als jung zu sein. Menschen die jenseits deiner heiligen Fehlerlosigkeit ihren ganz gewöhnlichen Lebensweg gehen. Menschen die Fehler machen, junge Menschen die oft genug auch einmal Dummheiten machen, Menschen die auch mal mit den Wölfen heulen und auch und oft genug dann die Schafe sind.

Tut mir leid, Roquairol, aber was du hier einforderst und den Menschen abforderst, jungen Menschen abforderst, das hat mit Leben so wie es ist und mit deiner immer wieder und so vehement propagierten Toleranz nichts, aber auch gar nichts mehr gemein.

Du verlangst das Vollkommensein von jungen, noch lernenden und sich selbst erst noch kennen lernenden Menschen? Und mokierst dich dann noch über junge Menschen, die erst noch durch die Tränentäler ihrer eigenen Verirrungen wandern müssen, um dann, und erst dann, die Wege gehen zu können, die Tausende und Abertausende vor ihnen und nach ihnen dann auch wieder gehen werden. Im Geist, mit dem Geist zum Geist. Was jeder Mensch darunter auch immer verstehen mag, will und vor allem - auch darf, ohne Roquairolsche Vorgaben zum Heiligsein und Heiligwerden.

Oder du scheinst einer von denjenigen Auserwählten zu sein, die schon nach ihrer Umschulung von der Muttermilch auf den ersten Gemüsebrei die sterile Vollkommenheit in Persona waren.

Und das hier, einmal als Beweis deiner schon außerbordenden, deiner vorbildlichen und auch deiner so heilig beispielhaften Toleranz:

Zitat
warum schreibt ihr dann in diesem geistreichen Forum?



Wie lange kennen wir uns?
Acht Jahre? Zehn Jahre?
Und dann das?

Hoffentlich, also hoffentlich diskutierst du nicht so schräge und unbedarft auf deinen öffentlichen Podiumsdiskussionen, mit HarzIV oder UschiVI Beziehern, oder welchen brachialprimitven RTL2 - Inhalierern dann auch immer.

zuletzt bearbeitet 19.01.2011 19:10 | nach oben springen

#23

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 22:00
von Taxine • Admin | 6.079 Beiträge

Zitat von Roquairol
Irgendwie verstehe ich diese ganze Debatte nicht.


... da hilft nur eins. Wir alle müssen einfach noch einmal "Walden" lesen und dann tief und tiefer in uns gehen. Was lässt sich davon umsetzen, was selbst bewerkstelligen? Das ist die Lösung.




Surreale Vorstellungen
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#24

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 22:19
von Martinus • 3.195 Beiträge

Zitat von Roquairol

Ganz einfach: Die Menschheitsgeschichte. Sämtliche Errungenschaften des Menschen beruhen auf dem Geist. Ohne das Streben nach Geist würden wir immer noch in der afrikanischen Savanne sitzen und an den Knochen nagen, die uns die Löwen übrig lassen ....



Das denke ich auch. Wir würden das Essen, was uns irgendwie vor die Nase gelegt wird.

Zitat von patmöser
Wenn einfache Überlebensstrategien und der Hang zu erleichterten Nahrungsgründen zum Streben nach dem Geist gehören... Und beim Streben nach dem Geist, nach den göttlichen Urgründen sowieso, da haben die Jungs, in der Savanne oder sonstwo, dann noch so schnell und nebenbei Pfeil und Bogen erfunden, oder das Rad, und sowas alles...



Ja natürlich. Nur durch Weiterentwicklung des Geistes konnten Menschen Pfeil und Bogen usw. erfinden. Darum geht es ja.

Ich meine, dass dieses Fernsehzeug Ich bin im Urwald, holt mich hier raus ziemlich dämlich und geistlos ist, steht doch außer Frage. Dieser Quatsch bringt die Menschheit wirklich nicht weiter.

werter patmos, mir hat es noch nie gefallen, wenn du gegenüber Mitforumianten zu persönlich wurdest, oder auch verbal eine leicht spöttische Wortwahl hinlegtest. Als Beispiel mag dieses dienen:

Zitat von Patmöser

Zitat von Roquairol


Toleranz bedeutet für mich, gegenüber Andersdenkende keine Gewalt anzuwenden. Nicht mehr und nicht weniger ...



Bleibt zu hoffen, das du zur Verteidigung deines Lebens, des Lebens deiner Familie und deiner Freunde, niemals dazu gezwungen wirst, das was du Gewalt nennst, dann "anwenden" zu müssen.




Wenn hier jemand redliche Vorsätze hat, dann so meine ich, braucht man demjenigen nicht vorhalten, er könne vielleicht mal in irgendso eine blöde Situation kommen. Du weißt über haupt nicht, wie sich Roquairol in solch einer Situation verhalten würde. Im Grunde genommen bremmst du mit solch unglücklichen Wortfindungen das Gute aus, und das muss mir nicht gefallen.

Ich habe Krümels ersten Beitrag zu Thoreau gelesen, und wie es dort steht, sehe ich nichts religiöses. Ich bin sogar begeistert von so manchem Zitat, darum ich das Werk unbedingt lesen muss. Krümel sei herzlich gedankt, dass sie uns dieses Werk vorstellt.

Zu drei Thoreau-Zitaten noch eigene Bemerkungen:

Zitat von Thoreau
„ … die meisten Menschen sind aus reiner Unwissenheit und Verblendung so sehr von den äußeren Sorgen und überflüssigen, groben Arbeiten des Lebens in Anspruch genommen, daß sie seine edleren Früchte nicht pflücken können.



Ich brauche mich nur in meinem näheren Verwandtkreis umzuschauen, und ich sehe, wie es manchen Leuten sehr schlecht geht, bzw. in irgendso etwas unüberlegtes hineinrennen, was Leid bringt (verständlicherweise schreibe ich nicht, worum es genau geht). Ich habe vor Jahren schon Anstrengungen unternommen, um jemanden aus seiner Misere zu holen, doch "Unwissenheit und Verblendung" kann so groß sein, dass sie blind macht und Auswege aus dem Dilemmma versperrt. Diesem Phänomen stehe ich ratlos gegenüber. Ein anderes Beispiel, was mich ermutigt: Ein Telefongespräch zum Neuen Jahr, da habe ich jemanden mit einem simplen Satz so lieblich ins Herz getroffen, dass diese Person, so sagte mir meine bessere Hälfte später, vor Rührung nach dem Telefongespräch fast geweint hätte. Das macht mich umso mehr betroffen, weil dies ein Mensch war, der mir nie so sympathisch war. Was ich daraus gelernt habe ist, dass Differenzierungen zwischen Sympathie und Unsympathie auch nur eine "Unwissenheit und Verblendung" ist.

Zitat von Thoreau
„ … am übelsten ist es, sein eigener Sklavenhalter zu sein.

Durch diese Verblendungen versklavt man sich letzten Endes selbst und das schöne Leben geht dahin.

Zitat von Thoreau


„Fast jeder Luxus und viele der sogenannten Annehmlichkeiten des Lebens sind nicht nur entbehrlich, sondern hindern tatsächlich den Aufstieg der Menschheit.



Hier mache ich ein Gassho. Alle Weisen dieser Welt haben das gesagt. Denn was sind das für Annehmlichkeiten? Alles nur Dinge, die unbeständig sind.


Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 07:32 | nach oben springen

#25

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 20.01.2011 11:03
von Patmöser • 1.098 Beiträge

Zitat von Martinus


Zitat von patmöser
Wenn einfache Überlebensstrategien und der Hang zu erleichterten Nahrungsgründen zum Streben nach dem Geist gehören... Und beim Streben nach dem Geist, nach den göttlichen Urgründen sowieso, da haben die Jungs, in der Savanne oder sonstwo, dann noch so schnell und nebenbei Pfeil und Bogen erfunden, oder das Rad, und sowas alles...



Ja natürlich. Nur durch Weiterentwicklung des Geistes konnten Menschen Pfeil und Bogen usw. erfinden. Darum geht es ja.





Welchem Geist gleichst du?
Dem Pfeil und Bogengeist, dem Heiligen, der nur Auserwählten in die gläubigen Ärmchen fällt?
Was ist mit dem Geist, der den "menschlichen Geist" dazu animierte, Auschwitz und Treblinka dann "geistig" auszuarbeiten?
Und zur Entwicklung von Zyklon B gehört ja auch eine ganze Menge "Geist", jedenfalls unter der Prämisse, so viele Menschen wie möglich dann so billig wie möglich zu "entsorgen".

Was ist nun mit diesen "geistigen" Entwicklungen der Menschheit? Komm, sage es mir.
Und jetzt sprechen wir nicht von so "geistigen" Errungenschaften wie dem A - Bömbchen, oder dem elektrischen Stuhl, oder..., diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Denn diese extremhumanen Dingelchen zu erfinden, dazu gehört schon jede Menge an "Geist", jedenfalls wenn wir jetzt einmal von deinem, "positivierend" durch die Weltgeschichte schleichenden, Pfeil und Bogengeist ausgehen.

Also dann im christlichen Sinne, oder wie?
Der gute Geist ist für das Gute zuständig, der böse Geist für das Böse, in dieser Welt und überhaupt.
Dualismus pur und in Perfektiona.

Wie sagte der Faustinische Erdgeist zum suchenden Erdenkloße so schön: "Du gleichst dem Geist den du begreifst."

Also du, du ebenso wie ich, wie ungezählte andere Menschen auch, wie gleichen nur dem, was uns begrifflich ist und was wir und begrifflich gemacht haben.
Oder wir schwelgen in irgendwelchen "geistigen" Phantasmagorien herum, das geht gut, viele Relegionen "leben" uns das ist den aberwitzigsten Formen vor.
Oder auch du bist einer von jenen Genialen, die den Geist für sich allein gepachtet haben, den Geist und alles was man dazu und darüber sagen und aussagen kann. Das wäre dann zwar kein christlicher Fundamentalismus, aber ein "geistiger" Fundamentalismus käme dann durchaus in Betracht.

Zitat
werter patmos, mir hat es noch nie gefallen, wenn du gegenüber Mitforumianten zu persönlich wurdest, oder auch verbal eine leicht spöttische Wortwahl hinlegtest.



Ob es dir nun gefallen mag, oder auch nicht gefallen mag, das ist mir, ehrlich gesagt, merdeegal. Ich schreibe so, wie ich denke, und denke so, wie ich schreibe. Es war noch niemals anders, Martin, du weißt es, warum dann nun diese und eigentlich doch nutzlosen Echauffierungen?
Jedenfall und um zu ende zu kommen, wenn man von Toleranz spricht, sich dabei permanent und selbstverliebt auf das Schülterchen klopfend, dann sollte man diese Toleranz auch für die täglichen und alltäglichen Idioten walten lassen, für die ich hier meine Stimme erhob.

Toleranz, wohlgemerkt, und nicht dieser sinnenlose Eiertanz der nicht Kalten und auch nicht Warmen.

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#26

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 20.01.2011 11:47
von LX.C • 2.811 Beiträge

Hier wird hin und her diskutiert, sich mal wieder zerfleischt und der literarische Gegenstand, der mir fremd ist, bleibt größtenteils außen vor. Ich warte immer noch auf die Rezension. (Aus ein paar Zitaten und er schildert dies und schildert das kann man nicht schlau werden.)


--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 12:04 | nach oben springen

#27

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 20.01.2011 12:00
von Martinus • 3.195 Beiträge

Hallo patmöser,

Zitat von patmöser
Welchem Geist gleichst du?
Dem Pfeil und Bogengeist, dem Heiligen, der nur Auserwählten in die gläubigen Ärmchen fällt?



Wir gleichen uns alle im Geiste. Pfeil und Bogengeist kann ja nicht sein, dass war vor vielen tausend Jahren.

Zitat von patmöser

Was ist nun mit diesen "geistigen" Entwicklungen der Menschheit?


Ich empfehle dir Jean Gebser "Ursprung und Gegenwart" zu lesen oder/und Ken Wilber "Halbzeit der Evolution". Evolutioniert hat sich auch das menschliche Bewusstsein, und diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Mit Geist meine ich nicht nur unseren menschlichen Verstand, der selbstverständlich begrenzt ist. Die Begrenzungen unseres Bewusstseins werden sich aber irgendwann mal auflösen, wir erfahren dann, dass unsere Hautoberfläche nicht eine Begrenzung zu unserer Außenwelt darstellt, sondern werden erkennen, dass im Grunde genommen alles EINS ist. Dann erleben wir, was Frieden wirklich ist. Wenn wir diesen Zustand entwickelt haben, sind wir im Sinne Thoreaus nicht mehr unwissend und verblendet und können die edlen Früchte des Lebens pflücken.(Thoreau)

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 12:02 | nach oben springen

#28

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 20.01.2011 13:07
von ascolto • 1.289 Beiträge

Kleene Übung aus meener Feder dazu....

In der Furt, tripp bis trapp,
deren Kelch gefüllt vom edlen Tropfen,
taninleicht und sonnengereift.

Auf dem Treterscheitel balanciert,
schwippt und schwappt,
ein Begriff hinaus:

Dolleranz...die Donnerpauke!

Geführt von und auf der Zunge,
die noch nicht den Dorn,
der Projektion gebittert.

Das liebliche Wurzelgemüse
verschmäht,nicht eingemengt:
Die Sonate von:

Der Anteilnahme und dem Mitgefühl!

So wie der Gaumen dieses mengt,
so ruht der Kelch,
im seichten Atem.

Denn all das Zischen nach Dolleranz,
wird zum Lächeln
und eine Geistesgeburt gebährt den Klang:

Die Tolleranz, wird nicht geführt,
sie wird vielleicht vermengt geatmet,
aus dem Mitgefühl im "vivace"?

zuletzt bearbeitet 20.01.2011 14:24 | nach oben springen

#29

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 20.01.2011 14:11
von Taxine • Admin | 6.079 Beiträge

Zitat von Martinus
Mit Geist meine ich nicht nur unseren menschlichen Verstand, der selbstverständlich begrenzt ist.


Bei Thoreau allerdings geht es durchaus um diesen Geist, der wachsen, sich bilden soll, nicht um den GEIST, der alles miteinander verbindet. Aber eure Diskussion führt ja bereits längst wieder über das Thema hinaus, und vielleicht beruht auch darauf immer das Mißverständnis. Wenn der eine noch vom Verstand, der nächste vom Geist in seiner Enstehung und Weiterentwicklung, der nächste aber bereits längst vom GEIST spricht, dann wird der Geist zum Puzzle...

Für mich bleibt Geiststreben immer noch Selbstverantwortung. Und das wäre dann doch ganz im Sinne von Thoreau. Was daraus gemacht und wie das Wissen genutzt wurde, hängt nicht nur damit zusammen, dass der Geist überhaupt gebildet wurde, sondern dass Macht und Gier als die niederen Instinkte den Geist für ihre Zwecke genutzt haben.
Mag sein, dass - hätte sich der Mensch im Geist nicht weiterentwickelt - die Zerstörung nicht in dieser abartig absurden Form aufgetreten wäre. Das ist das Dilemma des Menschen, dass mit seinem Verstand auch immer etwas anderes heranwächst, zumeist gedeiht dieses in Stumpfsinn und Nichtdenken oder der gesellschaftlichen Kreation falscher und niedriger Werte, und einige wenige nutzen diese Ideen und Errungenschaften des Geistesmenschen, um gerade diesen Geist dann wieder auszurotten. Hier sollte eher die Frage sein, warum das so ist... und wie man diese andere Seite - die geistlose - überwinden kann. Sich den GEIST bewusst machen, wäre eine Alternative...




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 14:15 | nach oben springen

#30

RE: Henry D. Thoreau

in Die schöne Welt der Bücher 20.01.2011 14:35
von Martinus • 3.195 Beiträge

Zitat von Taxine

Zitat von Martinus
Mit Geist meine ich nicht nur unseren menschlichen Verstand, der selbstverständlich begrenzt ist.


Bei Thoreau allerdings geht es durchaus um diesen Geist, der wachsen, sich bilden soll, nicht um den GEIST, der alles miteinander verbindet.




Ich habe leider das Buch nicht zur Hand, daher kommen die verschiedenen Geistdeutungen zustande, außerdem ich geneigt gewesen war, auf patmösers Fragen einzugehen, deswegen ein wenig weg von "Walden" gedriftet, dieses Buch ich mir aber nun ordere als Gute-Nacht-Lektür'.

Thoreau war mit dem amerikanichen Philosophen Ralph Waldo Emerson befreundet, der der Hauptvertreter des amerikanischen Transzendentialismus gewesen war. Er schrieb das Buch "Nature", in dem er sich für ein einfaches Leben des Menschen mit der Natur einsetzte. Thoreau hat sich sicher davon inspierieren lassen und ging dann selbst in die Hütte. Von den Transzendentialisten gingen Impulse zur Sklavenfbefreiung aus, hier liegen auch die Wurzeln der Frauenbewegung und Naturschützer.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)
zuletzt bearbeitet 20.01.2011 14:49 | nach oben springen


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