Gedanken vom Tag - allgemein Nr. 3

  • Seite 31 von 31
29.01.2026 13:58
avatar  Taxine
#451
avatar
Admin

Ich erlebe so viele Menschen, die verbissen das politische Geschrei und den Sud der Medien wiederkäuen, völlig unfähig, abseits der allgemeinen Akzeptanz zu denken, dass ich immer wieder auf den Grund der Tatsachen gestoßen werde, dass wir nichts wissen, dass nichts, was wir glauben zu wissen, auch nur ansatzweise dem wirklichen Hintergrund entspricht, dass selbst die Geschichte immer nur das ist, was uns überliefert wurde, nie das Erlebte, nie das, was tatsächlich geschehen ist. Wenn die Vergangenheit schon schwierig zu beurteilen ist, wie schwer ist es dann, ein Korn Wahrheit zu finden, wenn man mittendrin ist? Ich würde sagen, es ist so gut wie unmöglich.


 Antworten

 Beitrag melden
29.01.2026 14:53
#452
avatar

Ich habe über zehn Jahre lang versucht, gegen diese Tendenzen anzuschreiben. Seit einem halben Jahr schaue ich weder Nachrichten noch lese ich Zeitungen noch irgendetwas Politisches im Internet. Es hat keinen Sinn. Ich mache mein Kreuz zu den Wahlen und damit gut. Man reibt sich auf für nichts und wieder nichts, ruiniert sich die mentale Gesundheit, gefährdet als Staatsbediensteter seine Versorgungsansprüche und am Ende ändert man ohnehin nichts. Nein, nein; die Zeit, die einem bleibt, sollte man besser zu nutzen verstehen. Und seien wir ehrlich, in den guten Büchern steht das alles schon drin, was wir heute erleben, selbst wenn sie vor 100 oder 2500 Jahren geschrieben wurden.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


 Antworten

 Beitrag melden
29.01.2026 19:12
avatar  Taxine
#453
avatar
Admin

Tatsächlich war ich nie politisch orientiert, bis sich die Welt komplett änderte und wieder Dinge geschahen, die ich zuvor für unmöglich hielt. Ich kann mich dieser gefräßigen Entwicklung leider nicht entziehen, auch wenn ich das alles aus Büchern nur zu gut kenne. Machtlos ist man, so oder so. Die Welt verändert sich, mit ihren neuen Regeln und Gesetzen, lediglich wir empfinden es mit nostalgischem Bedauern, können aber dadurch auch umso besser erkennen, wann der Mensch freier war und wann er es nicht mehr sein wird. Erschreckend bleibt, wie rasend schnell sich das vollzieht.


 Antworten

 Beitrag melden
14.02.2026 13:51
avatar  Taxine
#454
avatar
Admin

Ich denke, der am häufigsten in Romanen verwendete Satz, der Atmosphäre wiedergeben soll, ist: "Ein Hund bellte."


 Antworten

 Beitrag melden
02.03.2026 11:32
avatar  Taxine
#455
avatar
Admin

Wir sind noch gewohnt, dass Politik auf Verhandlungsbasis stattfindet, dass das Völkerrecht gültig ist. Das Völkerrecht entstand bekanntlich im Westfälischen Frieden 1648, nach 30 Jahren religiösem Massenmord. Es entstand, weil sie irgendwann merkten, dass permanenter Krieg teuer, chaotisch und auf Dauer selbstmörderisch ist und dass es sinnvoller wäre, sich gegenseitig in Schach zu halten, statt Berge an Leichen zu produzieren. Dieses Völkerrecht wird nun nicht zum ersten Mal gebrochen. Den Krieg im Namen der Gerechtigkeit, ihn für den Frieden, die Befreiung und die Selbstverteidigung zu führen, ist immer die Aussage der Angreifer. Die Logik dahinter ist simpel. Sie greifen an, bevor die anderen angreifen. Sie töten, um nicht selbst getötet zu werden. Sie zerstören, um sich sicher zu fühlen, und erzeugen so genau die Bedrohung, die sie bekämpfen wollen.

Es wirkt auf mich fast schon so, als ob längst eine Linie überschritten wurde und als ob nun jeder machen kann, was er will. Die Leute, die jubeln und das alles richtig finden, die das Geschehen pathologisch kalt von der bequemen Couch beurteilen, als würden keine Menschen sterben, als wären es nur Objekte und Ziele, die ausgeschaltet gehören, zeigen wohl am besten, in welche neue Phase wir geraten sind. Griechenland hat die Militärbereitschaft auf Stufe 1 erhöht. In Zypern, in Akrotiri, wurde die britische Luftwaffenbasis durch eine Drohne getroffen, wobei unklar ist, wer sie losgeschickt hat. Zyperns Präsident Nikos Christodoulides erklärte in Bezug auf das Ereignis:

"Ich möchte klarstellen: Unser Land beteiligt sich in keiner Weise an militärischen Operationen und hat auch nicht die Absicht, sich daran zu beteiligen."


 Antworten

 Beitrag melden
31.03.2026 12:06
avatar  Taxine
#456
avatar
Admin

Über den Irankrieg erfährt man, im Vergleich zum Ukrainekrieg oder zuvor, der Bombardierung Gazas, erstaunlich wenig. Alles, was berichtet wird, sind Statements durch die Trump-Regierung oder den Iran. Mir kommt es so vor, als hätte Trump sich hier verspekuliert, in der Annahme, es genüge, die führenden Köpfe des Mullah-Regimes zu ermorden, und alles wäre erledigt. Nun werden Bodentruppen nicht zu vermeiden sein, mit etlichen Toten auch auf amerikanischer Seite. Seine Propaganda, im Namen der Befreiung und Apokalypse, Krieg zu führen, lässt an religiösen Wahn denken, während die meisten Amerikaner den Angriff auf ein friedliches Land wohl eher kritisch sehen. Der Kriegsminister Pete Hegseth dagegen lässt keinen Zweifel aufkommen, dass eine religiöse Komponente dahinter steht. Auf seinem gerne nackt präsentierten Oberkörper sind Tätowierungen zu sehen, die das verdeutlichen, darunter das Motto: „Deus lo vult!“, der lateinische Ausspruch für „Gott will es!“. So antwortete die Menge, vor der Papst Urban II. in Clermont im Jahre 1095, nach dem Hilferuf Kaisers Alexios I. Komnenos, seine Rede zur Unterstützung der byzantinischen Christen hielt, woraufhin ein Jahr später die Kreuzzüge in Jerusalem stattfanden, die das Ziel hatten, das heilige Land wieder von den muslimischen Herrschern (Seldschuken) zurückzuerobern.

Trump selbst präsentiert sich als pseudoreligiösen Menschen, was ihm keiner so richtig abkauft. Es dient dem Zweck, einer Rechtfertigung, Netanjahus Wahn eines Groß-Israels zu unterstützen. Trump vermittelt das alles als Bild eines religiösen Endkampfes der himmlischen Heerscharen gegen die Heerscharen des Teufels. Und das alles in der heutigen, modernen Zeit! Dass Kriege grundsätzlich immer begonnen werden, indem erzählt wird, es diene einer Befreiung oder dem Frieden, ist nicht neu, hat sich jedoch selten in der Realität bewahrheitet. Amerikas Daseinszweck ist der Krieg, die gesamte Wirtschaft ist auf Waffenindustrie und Rohstoffe aufgebaut, und auch Trump unterliegt der Eitelkeit des mächtigen Herrschers, wo sich beute überhaupt ein mit dem Faschismus oder Kommunismus vergleichbarer Personenkult abzeichnet, bei dem eine Person wieder für die gesamte Politik steht, sei es Putin, Trump oder andere. Wo sich Trump zuvor noch als Friedenspräsident aufgespielt hat, mit der anmaßenden Aussage, er werde alles regeln, folgt er nun den ewigen Spuren seiner Vorgänger.

Ich frage mich, ob nicht auch das Teil des Great Resets ist, mit Religionskriegen, die den Machtinteressen dienen, wobei sich die drei Hauptreligionen auch in modernen Zeiten weiter feindlich gegenüberstehen und bekämpfen, sich bei Bedarf aber auch gegen den Dritten vereinen, wie hier in der neuen Gemeinschaft aus Christen und Zionisten, wobei letztere eher atheistisch sind, und, wie an Trump zu beobachten, auch das Christentum nur eine Rechtfertigung "höherer Zwecke" ist, ohne den tieferen Glauben zu benötigen. Dahinter müssen Interessen liegen, die weitaus komplexer sind, eine Art Spiel auf Zeit, mit tiefgreifenden Veränderungen für das Weltgeschehen. Netanjahu hantiert tatsächlich so, als würde er der letzte Staatschef Israels sein, bevor der jüdische Messias kommt und die Apokalypse einleitet. Die vor aller Welt stattfindende, skrupellose Bombardierung Gazas war hierfür ein erschreckendes Beispiel. Dass die deutsche Regierung eine Beteiligung ablehnt, mit der sarkastischen Spitze auf Trumps Aussage zum Ukrainekrieg, "Das ist nicht unser Krieg", ist dabei kaum zu beklatschen, denn diese plant ihren eigenen Krieg, wobei Trump sie eher stört. Wir werden allerdings sehen, wie sich die Interessen hier noch verändern werden.


 Antworten

 Beitrag melden
31.03.2026 15:11
avatar  Taxine
#457
avatar
Admin

In einer modernen Welt, wo in verschleiernden Worten letztendlich immer noch das Gute und das Böse gepredigt werden, obwohl schon Spinoza das Böse für unsinnig erklärte und Nietzsche ihm mit der Perspektive des Blickwinkels den Garaus machte, ist das Böse dennoch unheimlich präsent, wenn es um Politik und Taten geht. Kein Wunder, dass man sich einzureden versucht, das alles geschehe im Namen der Gerechtigkeit.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!