März 2013

  • Seite 1 von 2
01.03.2013 09:57
#1
avatar

Elizabeth Hardwick - Hermann Melville, Biographische Passionen. Claassen Verlag. Gebunden, 211 Seiten.


 Antworten

 Beitrag melden
01.03.2013 18:05 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2013 19:25)
avatar  Taxine
#2
avatar
Admin

Die Biografie habe ich auch gelesen und fand sie recht dürftig und eher auf das Werk bezogen als auf das Leben Melvilles. Ist mir bei Biografien immer äußerst unsympathisch, wenn das Leben des Autors (Was ist eine Biografie?) hinter der Deutung des Werkes durch den Biografen zurücksteht. Dagegen fand ich z. B. die Biografie "Melville" von Andrew Delbanco großartig, da nicht nur das Leben Melvilles gut gezeichnet ist, sondern immer auch der Bezug zu seiner Zeit betrachtet wird. Melville kommt hier als Mensch äußerst lebendig zur Geltung.
Auch eine interessante Deutung Melvilles ist die von Alexander Pechmann (... den mag ich ja allgemein sehr gerne!).


Ich genieße weiterhin den "Mann ohne Eigenschaften". Ein Werk, das mich wahrscheinlich nicht umsonst gerade jetzt erreicht.

Zitat von Musil - "Der Mann ohne Eigenschaften", S. 250
Er ahnt: diese Ordnung ist nicht so fest, wie sie sich gibt; kein Ding, kein Ich, keine Form, kein Grundsatz sind sicher, alles ist in einer unsichtbaren, aber niemals ruhenden Wandlung begriffen, im Unfesten liegt mehr von der Zukunft als im Festen, und die Gegenwart ist nichts als eine Hypothese, über die man noch nicht hinausgekommen ist.

Darum zögert er, aus sich etwas zu machen; ein Charakter, Beruf, eine feste Wesensart, das sind für ihn Vorstellungen, in denen sich schon das Gerippe durchzeichnet, das zuletzt von ihm übrig bleiben wird. Er sucht sich anders zu verstehen; mit einer Neigung zu allem, was ihn innerlich mehrt, und sei es auch moralisch oder intellektuell verboten, fühlt er sie wie einen Schritt, der nach allen Seiten frei ist, aber von einem Gleichgewicht zum nächsten und immer vorwärts führt.


 Antworten

 Beitrag melden
07.03.2013 11:45
avatar  Krümel
#3
avatar

Ein wunderbares Buch obwohl ich den Autor gar nicht kannte, seine Geschichte mir völlig fremd war und ich eigentlich über Spinoza lesen wollte ... Manchmal spielt das Leben eben anders!


 Antworten

 Beitrag melden
11.03.2013 11:04
avatar  Krümel
#4
avatar

"Der Feind meines Vaters" von Almudena Grandes, das ist jetzt schon das dritte Buch von ihr, und immer wieder werd´ ich in ihre Bücher hineingezogen, für mich Suchtgefahr. Nebenher lese ich dann auch "Fjodor M. Dostojewski" von fedja, der Prolog hat mich gestern schon sehr beeindruckt


 Antworten

 Beitrag melden
12.03.2013 19:10
#5
avatar

Noch einmal gelesen:

Die Straße, Cormac McCarthy.

Was für ein - sehr seltsames Buch. In meinem Leseleben habe ich viele Bücher wieder "aus dem Kopf heraus gekriegt", dieses wohl nimmer.


 Antworten

 Beitrag melden
12.03.2013 19:46 (zuletzt bearbeitet: 12.03.2013 19:47)
avatar  Taxine
#6
avatar
Admin

Zitat von Patmos
Die Straße, Cormac McCarthy.



Ich finde, "Die Straße" unterscheidet sich nicht nur von aller anderen Literatur, sondern auch speziell von der McCarthys selbst, also von seinen anderen Büchern. Erstaunliches Zwischen-Werk, möchte ich sagen.

Bis heute habe ich es noch immer nicht geschafft, den Film dazu anzusehen. Ob er sich lohnt?


 Antworten

 Beitrag melden
12.03.2013 20:53 (zuletzt bearbeitet: 12.03.2013 21:04)
#7
avatar

Zitat von Taxine im Beitrag #6

Zitat von Patmos
Die Straße, Cormac McCarthy.


Ich finde, "Die Straße" unterscheidet sich nicht nur von aller anderen Literatur, sondern auch speziell von der McCarthys selbst, also von seinen anderen Büchern. Erstaunliches Zwischen-Werk, möchte ich sagen.

Bis heute habe ich es noch immer nicht geschafft, den Film dazu anzusehen. Ob er sich lohnt?



Ob sich der Film lohnt?
Kongeniale Verfilmung, eine ebenso geniale wie werkgetreue Umsetzung des literarischen Vorbilds, einfach phantastisch die großen schauspielerischen Leistungen von Viggo Mortensen und Kodi-Smith-McPee. Selbst Charlize Theron (in ihrer kurzen Rolle) absolut überzeugend und das auch noch ungeschminkt.
Die Trostlosigkeit, die ewige Kälte, der Mensch nur noch als stumpfsinnig malmende Bestie, die Liebe der dem Tode Geweihten und dieses ewig lauernde und unsagbare Grauen, das alles springt einen in unvergesslichen Bildern förmlich an.
Das Buch, ein Meisterwerk, der Film, ein Meisterwerk, also unbedingt, unbedingt anschauen, Taxinchen, unbedingt anschauen, unvergesslich, einfach unvergesslich!


 Antworten

 Beitrag melden
12.03.2013 22:08 (zuletzt bearbeitet: 12.03.2013 22:08)
#8
avatar

Vielleicht noch eine kleine Frage zum Thema: Kann man Cormac McCarthy mit Faulkner vergleichen? Vergleichen nicht unbedingt im strengen Sinn, sondern mehr so..., also vergleichen?


 Antworten

 Beitrag melden
14.03.2013 09:59
avatar  Taxine
#9
avatar
Admin

Ich müsste erst Falkner lesen, um da "vergleichen" zu können. Erreicht er denn auch diese eigenartige Stimmung und Atmosphäre, die bei "Die Straße" so verwirrend faszinierend ist?


 Antworten

 Beitrag melden
14.03.2013 10:42
#10
avatar

Zitat von Taxine im Beitrag #9
Ich müsste erst Falkner lesen, um da "vergleichen" zu können. Erreicht er denn auch diese eigenartige Stimmung und Atmosphäre, die bei "Die Straße" so verwirrend faszinierend ist?


Wohl kaum jemand kann uns diese wohl schon unheimlichen, düsteren und genial hintergründigen "Atmosphären" so in Buchstaben vor die Augen zaubern, wie McCarthy. Das ist und auf seine Weise etwas völlig neues, was MaCarhty da schreibt. Und er richtet nicht, er beurteilt und verurteilt nicht, irgendwelche moralischen Ergüsse findet man bei ihm auch nicht, er erzählt mit einer magischen Eindringlichkeit und "einfachen" Intensität, wie ich es selten las.
Aber Faulkner ist ihm, was diese "biblische" Wucht, Kraft und Düsternis betrifft, auf seine Art irgendwie ebenbürtig.
Wenn du mit Faulkner, irgendwann, einmal beginnen möchtest, dann würde ich dir unbedingt - Licht im August an's Herz legen.


 Antworten

 Beitrag melden
18.03.2013 14:24 (zuletzt bearbeitet: 18.03.2013 14:33)
avatar  Taxine
#11
avatar
Admin

Da hast du aber nicht zuviel versprochen, Patmos. "Der Laden" von Strittmatter ist wirklich beeindruckend geschrieben. Ich bin ganz verzaubert von seiner Erzählkunst. Wenn z. B. die Anderthalb-Meter-Großmutter herumpantoffelt oder im Dialekt geredet wird oder vom Humor, der das Buch als wärmende Herzlichkeit durchzieht, oder von den zahlreichen Zwischengedanken:

"Das Leben ist verwickelt, verknotet, man erkennt nicht, von wannen der Faden kommt."

Vielen Dank für den Tipp!

(P.S. Der Faulkner ist natürlich auch vorgemerkt, besser gesagt, gerade dieses Buch ist das einzige, das ich von ihm besitze (schon damals auch von Martinus schwer empfohlen.) Dann wird es wohl ein guter Faulkner-Start. Bin schon gespannt. )


Liebe Grüße
Taxine


 Antworten

 Beitrag melden
21.03.2013 10:59
#12
avatar

Auf den Spuren des Martinus wandelnd lese ich jetzt:
John C. Eccles, Die Evolution des Gehirns

23.03.2013 09:37
#13
avatar

Donatien-Alphonse-François de Sade: Juliette



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

 Antworten

 Beitrag melden
24.03.2013 11:49
avatar  Krümel
#14
avatar

Von Hugo Ball die Bio über "Herman Hesse"


 Antworten

 Beitrag melden
25.03.2013 19:10 (zuletzt bearbeitet: 25.03.2013 19:10)
avatar  Jatman1
#15
avatar

War innna Ausstellung von Martin Kippenberger.
Bin ich so angetan gewesen und habe mir die von seiner Schwester über ihn geschriebene Biographie gekauft, mit schlichten Namen Kippenberger.
Ein Volltreffer!
Wie sie selbst schreibt: keine Biographie im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Bild von ihm. Und das gelingt ihr fabelhaft. Der Text zieht einen richtig rein. Da schrecken mich selbst 570 Seiten in keiner Weise.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!