Wer kennt ... den Autor/ das Buch?

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11.02.2026 17:18
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#16
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Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #15
Welche Ausgabe vom Goldenen Esel des Apuleius lest ihr?


Ich habe noch die alte Insel-Taschenbuch-Ausgabe, in der Übersetzung von Rode. Die ist eher schlecht, ohne Einteilung in Kapitel, sehr kleine Schrift und mit einem Prolog, der wohl vom Übersetzer selbst stammt, um die antike Form des Erzählens einzuleiten. Im gemeinfreien Ebook geht es direkt mit Buch 1 los, ohne den Prolog. Gibt ja mittlerweile einige schöne Ausgaben, "Andere Bibliothek" oder die von Holzberg herausgegebene der "De Gruyter Akademie Forschung". Das Ganze spielt schön in meiner Gegend. Kenne alle dort benannten Orte.


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11.02.2026 18:47
#17
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Die Insel-Ausgabe habe ich auch und eine aus DDR-Zeiten, die ich gerade nicht suchen kann. Es gibt ja noch viele andere, von dtv, Fischer, Boer, Dieterich, Manesse etc. - ich liebäugele eben auch mit der "Anderen Bibliothek" oder der teuren De Gruyter-Ausgabe. In Huysmans "Gegen den Strich" findet das Buch als eines der wenigen Gnade vor den Augen des gestrengen Des Esseintes.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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12.02.2026 10:46
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#18
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Die De-Gruyter-Ausgabe besticht durch eine sehr am Original orientierte, moderne Übersetzung, bei der vor allem die frivol-erotischen und teilweise obzönen Teile genauer wiedergegeben werden, mit einigen Andeutungen und Szenen, die woanders harmloser dargestellt sind oder gar nicht benannt werden (zusätzlich zu dem, was benannt wird). Sie hat eine sehr gute Einleitung und wechselt dann Seite für Seite zwischen Latein und Deutsch. Die Ausgabe von "Die andere Bibliothek" ist nur sehr schön gemacht. Aber auch hier ist, wie bei vielen anderen, August Rode der Übersetzer, der natürlich hervorragende Arbeit geleistet hat.

Bei Puschkin sagt Eugen Onegin übrigens auch, dass er viel lieber Apuleius liest als Cicero, entsprechend den Roman dem moralischen Denkwerk vorzieht.


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16.02.2026 08:39
#19
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„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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23.02.2026 14:17 (zuletzt bearbeitet: 23.02.2026 14:22)
#20
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Elizabeth Bishop?

Etwa:

Gedichte: Zweisprachige Ausgabe

Zitat
Die amerikanische Lyrikerin Elizabeth Bishop ist hierzulande noch wenig bekannt. Sie war eine ruhelose Seele: Ohne Eltern aufgewachsen, reiste sie von Neuschottland nach Florida, und von dort weiter nach Brasilien. Die einzige Heimat, die sie fand, war die Sprache. Die verblüffenden Bilderwelten ihrer Gedichte ziehen den Leser in den Bann: traumhafte Eisberge und phantastische Landkarten, aber auch Unkraut, das sich in einem Herzen einnistet. Traurigkeit und Genauigkeit, Sehnsucht und Strenge – Bishops Wortkunst hat die Zeit überdauert. Sie kann nun in einer umfassenden zweisprachigen Ausgabe, in der glänzenden Übersetzung von Steffen Popp, bewundert werden.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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24.02.2026 12:06
#21
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Sehe ich das eigentlich richtig, dass es in deutscher Sprache keine neuere umfangreichere Biografie oder Monografie zu Lew Tolstoi gibt?!


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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25.02.2026 14:24
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#22
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Tatsächlich ist das so. Ich habe gerade im Regal geguckt und finde nur die von Viktor Schklowski, die sehr ausführlich ist (jedoch schon älter), und verschiedene Erinnerungen, die sich aber vor allem mit seinen letzten Jahren oder den Schwierigkeiten seiner Ehe befassen. Sehr lebendig wird Tolstoi natürlich in den Aufzeichnungen seiner Frau, aber auch in den eigenen Tagebüchern und Briefen. Empfehlenswert ist das Buch von Alexander Goldenweiser „Entlasse mich aus deinem Herzen“ vom Aufbau Verlag. Goldenweiser war in den letzten fünfzehn Jahren fast täglich in Jasnaja Poljana anwesend und natürlich auch intimer Zeuge von Tolstois inneren Kämpfen und denen mit seiner Frau. Hier ist man auch als Leser hin und her gerissen, denn man versteht natürlich, dass sie ihre Familie und Kinder abgesichert wissen wollte, während Tolstoi in seinem Rausch der Barmherzigkeit alles verschenken wollte und zudem noch von gewissen Einschmeichlern manipuliert wurde, als es um die Rechte für seine Bücher ging.


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25.02.2026 16:34
#23
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Viktor Schklowski ist auch mein einziges Buch. Mir war gar nicht präsent, dass er auch sonst noch geschrieben hat:

Zoo. Briefe nicht über Liebe, oder Die Dritte Heloise
Sentimentale Reise
Dritte Fabrik
Eisenstein. Romanbiographie

Ansonsten ist Leben und Werk Tolstois natürlich eine gewaltige Herausforderung, ich weiß nicht, ob es im Russischen ein derartiges Unterfangen gab die letzten 25-.30 Jahre.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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26.02.2026 15:23
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#24
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Ich kenne einige seiner anderen Werke. "Die sentimentale Reise" sind Erinnerungen und einige gelungene Worte zu den Hunger- und Kältezeiten in Leningrad. "Zoo. Briefe nicht über Liebe" ist ein experimenteller Roman, gut zu lesen, obwohl mich das Ende etwas enttäuscht hat. Da hätte man mehr daraus machen können.


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07.03.2026 06:41
#25
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Edmond und Jules de Goncourt. Journal 1851-1896: 11 Bände plus Beibuch im Schuber (Haffmans bei Zweitausendeins)

Ich glaube, die Chefin hat diese Ausgabe. Ich las bisher nur in Auswahlausgaben, bezweifle aber, dass ich Kraft und Zeit un d Interesse genug für alle Bände hätte.

Samuel Pepys. Die Tagebücher 1660 - 1969: Vollständige Ausgabe in 6 Bänden nebst einem Beiheft (Gerd Haffmans bei Zweitausendeins)

Dito.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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07.03.2026 12:28
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#26
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Die Ausgabe der Goncourts kann ich wirklich wärmstens empfehlen. Man schaut immer wieder hinein und liest sich fest. Überhaupt wird die Zeit unglaublich lebendig, vor allem ab dem dritten Band. Das Beibuch ist auch toll und zeigt in Bildern alle, die darin erwähnt werden, mit kurzer Biografie. Damals kostete der Schuber noch 199 Euro. Der jetzige Preis ist ja nahezu ein Schnäppchen.

Pepys Tagebücher habe ich von Reclam (ca. 500 Seiten) und in der unzensierten Ausgabe des "Geheimen Tagebuchs" vom Insel Verlag (ca. 700 Seiten). Die Gesamtausgabe von über 4.000 Seiten würde nun wiederum ich nicht zu lesen schaffen. Ich denke, mir genügen bei Pepys Tagesnotizen die gekürzten Bücher.

Ich selbst habe mir die E-Book-Gesamtausgabe von Meyrink heruntergeladen, für einen Euro. Mit dem erneuten Lesen des "Golems" bin ich auf den Geschmack gekommen und würde gerne andere Romane aus dem alten Prag lesen. Wüsste jemand Bücher, die dort spielen, außer solchen von Perutz, Kafka, Eco und bekannteren Autoren, die aber nicht allzu neu (d. h. modern) oder als Krimi verfasst sind? Auch von Banville gibt es, wie ich gesehen habe, unter seinem Pseudonym einen Prag-Krimi, aber ich meine eher die düstere Stimmung und klassische Erzählweise. Überhaupt würde ich gerne wieder in Romane eintauchen, die durch dunkle und geheimnisvolle Straßen führen.


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07.03.2026 15:47 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2026 15:51)
#27
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Als Kind verschlang ich "Panoptikum der Altstadt Prag" von Jiri Marek, habe aber keine Erinnerung mehr an die exakten Inhalte, nur an die Atmosphäre und meine Begeisterung damals. Bei Volk und Welt erschienen von ihm auch noch weitere Bände mit Kriminalgeschichten aus dem alten Prag.


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09.03.2026 15:45
#28
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Zitat von Taxine im Beitrag #26

Ich selbst habe mir die E-Book-Gesamtausgabe von Meyrink heruntergeladen, für einen Euro.

Das sind Versuchungen, denen man nicht widerstehen kann: Ich habe in den letzten Wochen so viele Klassiker für einen Euro jeweils erstanden; Goethe, Schiller, Heine, Joseph Roth, Heinrich und Thomas Mann, Sigmund Freud etc.. Die habe ich natürlich alle auch analog, aber um schnell mal etwas nachzuschlagen, ist das großartig.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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09.03.2026 15:58
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#29
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Mir geht es ähnlich, beispielsweise mit Zola, Hugo und Jules Verne, Maupassant, Balzac und Dumas, also Werke, die man in ihrer Masse nicht in allen Einzelbänden erwerben kann. Das ist als Ebook schon sehr praktisch, gleich alles zur Hand zu haben.

Von Meyrink muss ich sagen, dass mich auch beim Wiederlesen begeistert, wie surreal und atmosphärisch er schreibt. Vieles muss man sich auch selbst zusammenreimen, was mich besonders anspricht, dieser Denk- und Interpretationsraum dazwischen, begleitet von der Mystik der Kabbala. So könnte man sagen, "Der Golem" erlaubt fast so viel kreatives Deuten wie Werke von Joyce und anderen Experimentellen. Das hatte ich ganz vergessen.


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09.03.2026 16:16
#30
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"Der Golem" ist und bleibt eines meiner Lebensbücher! Zuletzt habe ich ihn mir noch einmal von David Nathan, dem ohralen Murakami-Matador, vorlesen lassen. Die Atmosphäre meiner Jugenderinnerungen war sofort wieder da. Als eigentlicher Städtehasser mag ich Prag bis heute, allein die in dieser Metropole geborene Literatur lässt einen ungläubig staunen.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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