Wer kennt ... den Autor/ das Buch?
#31
Denis Johnson: Train Dreams: Novelle
Zitat
Train Dreams -Das ergreifende Porträt eines einfachen Mannes in einer sich rasant verändernden Welt.
Die Romanvorlage der gleichnamigen Netflix-Verfilmung.
Der Tagelöhner Robert Grainier, 1886 im Norden Amerikas geboren, erlebt hautnah die großen Umwälzungen des frühen 20. Jahrhunderts. Mit dem Einzug der Technik in den Alltag der Menschen verändert sich seine Welt unwiderruflich. Als Eisenbahnarbeiter ist Grainier Teil dieser Modernisierung, die jedoch auch ihre Opfer fordert. Eine persönliche Tragödie erschüttert sein Leben in den Grundfesten und stürzt ihn in tiefe Verzweiflung.
In poetischer Sprache zeichnet Denis Johnson in seiner Novelle Train Dreams das eindringliche Bild einer Gesellschaft im Wandel. Vor der Kulisse des amerikanischen Westens der Jahrhundertwende schildert er eindrucksvoll das Schicksal der einfachen Arbeiterklasse. „Denis Johnsons Novelle ist ein Meisterstück." (Süddeutsche Zeitung) „Beeindruckend!" (Stern)
Ich sah unlängst den Film, weil ich den Schauspieler Joel Edgerton seit Warrior (2011) sehr schätze. Der Stoff erinnerte mich In der Anlage schon stark an den erfolgreichen Roman Ein ganzes Leben (2014) von Robert Seethaler, nun lese ich aber im Netz, dass es sogar eine eigene Buchvorlage gibt, die ich noch nicht kenne.
Von Johnson kenne ich nur seinen Roman "Schon tot", den ich damals mit ambivalenten Gefühlen las. Die Novelle liegt hier tatsächlich auch noch herum. Da sie nicht besonders dick ist, könnte ich das Buch gerne einmal durchblättern. Ich bin allerdings nicht unbedingt ein Fan moderner amerikanischer Literatur, mit einigen typischen Autoren als Ausnahme. Johnson schreibt ähnlich wie Pynchon in seinen späteren Romanen. Viel Action, Gewalt und Schießerei. Gerade gesehen, dass er 2017 an Leberkrebs gestorben ist.
Den von dir genannten Seethaler habe ich dagegen noch nicht geschafft, obwohl ich einige Romane von ihm besitze. Das werde ich noch nachholen müssen, oder?
#33
Zitat von Taxine im Beitrag #32
Den von dir genannten Seethaler habe ich dagegen noch nicht geschafft, obwohl ich einige Romane von ihm besitze. Das werde ich noch nachholen müssen, oder?
Ich habe von ihm alles gelesen, bin aber nach wie vor uneins in der Bewertung. Irgendwie misstraue ich meinem Lesegenuss bei vielen seiner Bücher (nicht allen!) und dem Erfolg bei der breiteren Leserschaft. Er wäre auf jeden Fall einen eigenen Thread wert, vielleicht später.
#34
hat jemand zum fontane-jahr 2019 eine der damals erschienenen biografien gelesen und kann eine empfehlen?
Iwan-Michelangelo D'Aprile: Fontane. Ein Jahrhundert in Bewegung. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018
Regina Dieterle: Theodor Fontane. Hanser, München 2018
Hans-Dieter Rutsch: Der Wanderer. Das Leben des Theodor Fontane. Rowohlt, Berlin 2018
Hans Dieter Zimmermann: Theodor Fontane. Der Romancier Preußens. München 2019
ich selbst kenne bislang nur ältere darstellungen, hielt den gegenstand für erschöpft. fälschlicherweise.
Ich persönlich finde Zimmermann am besten, wobei das Buch dazu auch noch günstig zu haben ist. Dieterle soll auch gut sein, allerdings bin ich kein Fan von Biografien, die die Literatur und einzelne Romane zu stark mit einbeziehen und umfangreich besprechen. Über D'Aprile wiederum heißt es, er hätte nicht alle Romane gelesen, was ich bei Biografen immer fragwürdig finde. Die Herangehensweisen sind wohl sehr verschieden.
#36
So ist die Bücherwelt, deren Fülle man längst nicht mehr übersieht: Meine Mutter telegrafiert mir, dass im Biografienzimmer zwischen den älteren Fontanes auch Rutschs Wanderer steht, sogar noch eingeschweißt. Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wie der dort hinkommt, muss ein Geschenk gewesen sein. Zimmermann hatte ich zunächst aus Versehen als E-Book gekauft, nun aber auch analog erstanden und letzte Nacht in einer gewagten Stellung geschmökert, bin sehr angetan von der wenig akademischen Schreibweise eines Akademikers; aber das ist eben auch noch alte Schule. Wenn Regina Dieterle die Romane stärker einbezieht in der Art Monografie zu Leben UND Werk, würde ich sie doch noch dazunehmen; nicht aber, wenn Romane und Biografie sich gegenseitig erklären sollen.
Dieterle leitet ihre Biografie beispielsweise direkt mit dem Roman "Vor dem Sturm" ein. Mich spricht auch ihr Schreibstil wenig an, während Zimmermann von der ersten Seite zu fesseln versteht. Bei Dieterle merkte ich schon beim Sprung zurück zu den Großeltern erste Anzeichen von Langeweile. Aber das kann natürlich auch an mir liegen. Zimmermann dagegen legt mehr Wert auf das, was tatsächlich interessant ist, was die Persönlichkeit Fontanes entschieden geprägt hat, mit spannenden Details und tieferen Geschichtskenntnissen. So etwas gefällt mir immer.
#38
Ja, ich bin auch der Meinung, wir vergeben die Goldmedaille an Zimmermann.
Der Name kommt ihm zugute, denn als Pimpf begeisterte mich Wilhelm Zimmermans Der grosse deutsche Bauernkrieg, den es in der DDR einbändig beim Dietz-Verlag gab. 
#39
Zitat von Taxine im Beitrag #26
Ich selbst habe mir die E-Book-Gesamtausgabe von Meyrink heruntergeladen, für einen Euro. Mit dem erneuten Lesen des "Golems" bin ich auf den Geschmack gekommen und würde gerne andere Romane aus dem alten Prag lesen.
Ich habe heute erstmals die ebenso subversive wie geniale und beängstigende polnische Verfilmung ...
Golem
Polen 1979/80
Regie: Piotr Szulkin
... via MUBi auf Amazon Prime gesehen, im polnischen Original mit deutschen Untertiteln. Der Wikipediaartikel taugt zur Einführung und macht auch schon deutlich, wie modern der Ansatz ist und wie verstörend die selbst schon sperrige literarische Vorlage weiterentwickelt wurde.
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