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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 06.10.2008 23:52
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Griechenland ist schrecklich veramerikanisiert. Nicht nur, dass die Regale mit diesem ganzen überzuckerten Mist gefüllt sind, nein, die Menschen sind noch ein Stück gutgläubiger und noch ein Stück weiter indoktriniert.
Ach Welt, worum drehst du dich? Um die Freiheitsstatue? Diesem Standbild der Missdeutungen? Fackelträger - Lichtträger. Eine andere Wahrheit leuchtet dahinter.
Der einzige Vorteil im Blick auf die Medien besteht darin, dass die Filme nicht synchronisiert, sondern im Original zu sehen sind (mit griechischen Untertiteln). So lernt man die Schauspieler auf ganz neue Art und Weise kennen.
Es gibt ein paar Dinge, die fallen im Vergleich zu Deutschland sofort ins Auge. Die Griechen nehmen es zum Beispiel an den Kassen nicht so genau mit dem Cent. Irgendwo kreist in ihren Köpfen noch die Vergangenheit, sie rechnen in Drachmen. Das heißt, der Preis wird einfach ab- oder aufgerundet, je nach Bedarf. Da können schon einmal vier Cent zu Gunsten der Kassierer verschwinden. Der Preis wird auch direkt in der ab- oder aufgerundeten Summe genannt, selbst, wenn die Kasse Unmengen an Kleingeld enthält. Irgendwie ist das amüsant.
Etwas, was mich auch erstaunt, sind die Preise für Medikamente. So kostet eine Schachtel Aspirin statt 4,90 Euro einfach einmal 0,65 Euro, oder die Benzinpreise - ein Traum. An manch längst verfallener Tankstelle fährt man vorbei und entdeckt Preistafeln mit Angaben von 0,82 Cent, was sich freilich auf 1,07 Euro (auf und ab schwankend) erhöht hat. Dazu bekommt man an den meisten Tankstellen eine Gratiswäsche (ist ja auch allerhand Staub, der da durch die Luft weht), und auf so manchem Dach steht einfach mal so ein Düsenjet herum.



Kleinigkeiten, die einem so auffallen. Ach nein, zu viel Belanglosigkeiten... viel zu viel Alltag. Eine Fahrt ans Meer, stillschweigend genießt man das Toben, das trunkene Glück dieser Gewalt und die Farben... Ich wusste nichts von diesen unterschiedlichen Blautönen, ich kannte sie auf der Palette, aber nicht im schimmernden oder weiß aufschäumenden Rauschen dieses Wassers. Es beherrscht meine Sinne und führt mich zurück.
Mir ist doch aufgefallen, dass die Malerei neben dem "Sein" auch ein ständiger Überwindungsprozess von Ängsten ist. Desto häufiger man aber ein Bild malt, desto leichter lösen sie sich hinterher in Wohlgefallen auf.
Das kann ich jedem Künstler nur raten, ein Bild, das ihm gefällt und von dem er denkt, er könnte es nie wieder malen, immer auf das Neue zu malen, sich dieser Form der Herausforderung zu stellen. Das Bild wird nie gleich, aber es wird immer gelingen und dem Künstler sagen, dass seine Zweifel vor jedem Prozess „Malerei“ unberechtigt waren. Diese Gewissheit hält allerdings nur bis zum nächsten Bild an.

Im roten Zimmer eines Strindbergs, in den Worten des Selbstmörders Olle, liegt Einiges an Wahrheit. Hier verkündet er, dass der Künstler nur dem Durst nach Freiheit folgt, die Kunst selbst aber unnütz ist, weil sie, sobald sie einen „Zweck“ erfüllen soll, hässlich wird. Hinzu kommt, dass der Künstler unterbewusst seine Nutzlosigkeit spürt, warum er unruhig und nur allzu oft eitel wird. Um sich seine eigene Nutzlosigkeit schönzureden, benötigt er das Lob der anderen. Wer sich aber als Künstler bilden würde, würde seinen Kampf gegen die Windmühlen schon bald einsehen.
Was mich selbst erschreckt, ist die Klarheit dieser Worte. Darum beiße ich um so kräftiger auf meine Pinsel, denn alles ist irgendwo unnütz, alles zur Nutzlosigkeit verdammt. Was wollen wir uns vormachen? Das eine dient dem Menschen genauso viel oder so wenig wie das andere. Es ist immer der Winkel der Perspektive. Ecken, in die sich die Meinung verkriecht und dadurch den Überblick verliert.
Es ist klar, dass ich als Künstler verteidige, was hier in Worten mich selbst angreift und mir einmal wieder die Sinnlosigkeit allen Tuns vor Augen führt.
Ich denke, Gauguin hat es am besten ausgedrückt, wenn er in "Vorher und Nachher" sagt:

Zitat von Gauguin
Carolus Durand beklagt sich über die Impressionisten, hauptsächlich über ihre Palette.
„Es ist so einfach“, sagt er, „sehen Sie Velasquez. Weiß und Schwarz…“
Ja, sehr einfach, das Weiß und das Schwarz von Velasquez.
Das liebe ich, wenn die Leute so daherreden! In den entsetzlichen Tagen, wo man sich für völlig unfähig hält und seine Pinsel fortwirft, erinnert man sich an sie und schöpft wieder Hoffnung.



Ja, springen wir in ein Bild und schwimmen in den Farben und Ideen, in diesen Unendlichkeiten an Emotionen!





Surreale Vorstellungen
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#2

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 07.10.2008 23:16
von Lennie • 829 Beiträge

Hallo Taxine!
Nett, dass du ein bisschen Lokalkolorit rüberspülst zu uns. Hab mich schon gefragt, wie du dich da wohl inzwischen so eingelebt hast, im sonnigen Ouzo-Land...
Das mit den Cents kenne ich hier auch. Kömmt öfers vor. Die mag hier einfach keiner, diese kleinen roten Centstücke. Wenn du dafür beim Bezahlen zu lange im Portemonnaie popelst, werden sie ungeduldig und sagen, ach, lass gut sein, behalt's.

Und das mit dem Licht und den Farben, das kenne ich auch.
Allerdings male ich jedes Bild nur einmal. Mehr geht nicht.

LG! Lennie

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#3

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.10.2008 17:59
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Ach... hatte ich gestrig gar nicht gesehen, dass du hier geschrieben hast, werte Lennie.
Ich weiß nicht, wie es dir ging, aber für mich ist das alles immer noch sehr irreal. Wenn ich Alltag sage, dann meine ich die Erlebnisse, mit denen man eben täglich konfrontiert ist, aber eigentlich ist es immernoch wie ein Wunder, ein tägliches Erlebnis. Von Einleben kann da noch nicht die Rede sein. Man fühlt sich wie zwischen den Dingen und der Kopf rattert sich recht langsam auf das "Gewohnte" ein.

Das Kleingeld, ja. Dieses "Ach, lass gut sein!" - das dürften die Griechen sich eigentlich gar nicht erlauben. Lustige Situation. Da werden riesige Supermärkte aus dem Boden gestampft, hochmodern, mächtige Flächen, riesige Reihen an Regalen und Einkaufsmöglichkeiten, unendlich viele Kassen. Und dann bekommen sie es nicht hin, dass die Schlangen vor diesen Kassen sich auflösen. Wieso? Weil die Griechen immernoch ihre kleinen Mega- und Gigamärkte gewohnt sind (diese hießen nämlich nur dem Namen nach in diesem Größenformat). Nun werden sie auf einmal mit diesen Märkten konfrontiert, die den Namen der anderen wirklich verdienen, und sind völlig perplex. Da sind dann lange Laufbänder, aber statt den Einkauf erst einmal schnell in den Wagen zu räumen, wird da ein Produkt auf das nächste über die Kasse geschoben und erst einmal in aller Ruhe gepackt. Ich musste so lachen. Die Verkäufer/innen sind dabei ebenso geduldig, warten nach drei Produkten immer, bis der Gast (ist König) fertig gepackt und seine Tüten gemächlich gefüllt hat. Dieses Verhalten ist sicherlich in einem dieser kleinen Märkte angebracht (ist ja dann eher wie ein Tante-Emma-Laden), aber bei diesen großen verlangt es von den anderen Wartenden unfassbar viel Gutmütigkeit. Die Schlangen schlagen dann auch immer so herrliche Kurven ein, verursachen ein völliges Durcheinander. Ein paar Mal habe ich das mitgemacht - ist ja irgendwie spannend -, aber man verliert doch einiges an Zeit. Die kleinen Läden sind sowieso schnuckliger, bei manchen führen versteckte Treppen dann auch in eine untere Etage. Diese sind zwar teurer, aber wenigstens geht alles flotter. Übrigens hat sich der Lidl auch in Griechenland ausgebreitet. Schrecklicher Anblick dieses hässlichen Betonblocks. Das Innere gleicht der deutschen Version auf das Haar (die haben da wohl ein Konzept), nur gibt es ein paar dem griechischen Markt angepasste Produkte wie z. B. riesige Flaschen Olivenöl oder natürlich Fetakäse in absurden Größen.

Positiv dagegen - und immer wieder auf das Neue: Man verlässt so einen Markt und blickt auf das Meer. Das entschädigt für alles.

Übrigens - laut einer Studie - benötigen die Menschen in Griechenland am längsten, wenn sie an den Kassen stehen. Hm... ich frage mich, warum?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 08.10.2008 18:06 | nach oben springen
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#4

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.10.2008 19:10
von Lennie • 829 Beiträge

Herrlich! Kommt mir ansatzweise irgendwie bekannt vor .... Wie gesagt, bei mir dauerte die Adaptationsphase damals ungefähr 6 Monate. Also nur Geduld, das wird schon...
Diese überdimensionierten Märkte haben wir hier auch. Heissen nicht Supermarkt, sondern Hypermarkt. Ich kann sie nicht leiden und frequentiere sie so selten wie möglich. Manchmal hat man allerdings keine andere Wahl, so schön durchglobalisiert, wie wir hier sind. Weiter nördlich wirst du da als Kunde in den Geschäftsablauf gnadenlos mit eingeplant. Soundsoviel Zeit für eine Caddie-Ladung an der Kasse. Bummelt man, kriegt man's mit dem Unmut der hintendran Wartenden zu tun. Für Schwerbeschädigte und Ömchens musses der reine Horrortrip sein. Hier im Süden - vermutlich schon etwas Griechenland-ähnlicher - haben die Leute prinzipiell mehr Zeit. Keiner hat es hier je besonders eilig. Muss am Klima liegen. Oft isses einfach zu warm dazu, wer will sich da auch noch abhetzen. Da steht man dann und plauscht noch bisschen mit der Kassiererin, die hinter dir hören zu und steuern mitunter auch noch was dazu bei.... Für den, der die Pariser Hektik gewohnt ist, ist das auch erstmal neu - aber ich hab mich gern daran gewöhnt .
Tja - und der Blick aufs Meer - da geb ich dir Recht. Selbst nach all den Jahren hier hab ich da jedesmal von Neuem ein Urlaubsgefühl - das ist richtig Balsam für die Seele! Blau und Weiss und hell und warm und Sonne und leise plätscherndes Wasser, das an die Kaimauer schwappt - was will man mehr?

Biz, Lennie

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#5

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.10.2008 19:31
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

H y p e r m a r k t - nicht schlecht. Es geht doch nichts über die geniale Übertreibung. Herrlich.
Das erinnert dann auch an die Werbung der Gyrosbuden und Souflakerien. "The Best" oder "King". Schmeckt allerdings, wenigstens im Umfeld Thessaloniki, auch wirklich großartig. Die stopfen in so eine Pita ja auch einiges rein. Fleisch, Tomate, Zwiebeln und ... Pommes. Auf den Tisch eine große Serviette und alle Zutaten werden wild darauf gestreut. Wozu braucht man dann noch Teller? In dieser Beziehung sind die Griechen geschickt. Die sparen sich so manchen Abwasch. Ist der Gast fertig, wird die Serviette an allen Ecken zusammengeklappt und samt Inhalt weggeschmissen.
So isses richtig!








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#6

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 24.01.2010 18:27
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
Von Einleben kann da noch nicht die Rede sein. Man fühlt sich wie zwischen den Dingen und der Kopf rattert sich recht langsam auf das "Gewohnte" ein.



Taxine, taxine du gefällst mir von Stund auf Stund immer mehr! Ich habe ja so ein komisches Gefühl, na du weist schon, also ich denke..., aber egal - war nur so ein stiller Gedanke - aber wollte sagen: "Das mit dem Rattern geht mir ebenso!"

Na und fange ich erst einmal mit Konsum an, du meine Güte! Die Herren und Damen - na die "Weißkittel" schicken mich nach Hause! Jedenfalls nach Literatur! Nu schau ich mir aber das ganze Konsum Theater an, speziell bei meiner großen Tochter: Schuhe, Schuhe, Schuhe - alle Farben und, und, und - da krieg ich so einen Hals! Aber ich schluck det alles runter, weil ich ja ein Gruppengefühl habe! Basta, Ruhe aus! Liebe geht über Alles!




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

zuletzt bearbeitet 24.01.2010 18:35 | nach oben springen
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#7

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 24.01.2010 19:40
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Zitat von Bea
Taxine, taxine du gefällst mir von Stund auf Stund immer mehr! Ich habe ja so ein komisches Gefühl, na du weist schon, also ich denke..., aber egal - war nur so ein stiller Gedanke - aber wollte sagen: "Das mit dem Rattern geht mir ebenso!"



- Da bin ich ja... ja ganz geschmeichelt bin ich. Und freu' mich, liebe Bea.

Der Kopf rattert eigentlich immer. In Griechenland ist der Kopf aber wesentlich leerer als in Deutschland, vielleicht weil es so warm oder so mediterran oder so sonnig ist.
Weil alles langsamer verläuft.
Gesprächiger am Abend, schläfriger am Mittag. Höchstens in der Nacht wird 's lebendig.
(Es ist, als würde man Wochen für ein einziges Gedicht benötigen, während man doch gewohnt ist, zehn Seiten Prosa zu verfassen. Mal als Vergleich.)

Ist ja auch irgendwie schwer zu denken, wenn neben einem das Meer rauscht.
Nicht einmal, wenn es stürmt oder regnet.
Gibt größtenteils nichts zu überlegen, nur zu erblicken.

Eine ganz ungewollte Meditation - könnte man so sagen, in die man hineingerät und hinterher darüber staunt.

Dein Tochterherz und deine Einstellung erinnern mich an meinen Unwillen, einzukaufen. Ich verstehe weder die Freude daran, sich massenweise Klamotten zuzulegen (oder Schuhe - wozu braucht man zwanzig Paar Schuhe im Schrank?), noch den Drang (manch einer Freundin), von Geschäft zu Geschäft zu Geschäft zu Geschäft... zu laufen. Ich bin schon unwillig im ersten, verabschiede mich und gehe in eine Buchhandlung. Dort könnte ich Tage verbringen.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.01.2010 23:54 | nach oben springen
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#8

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 24.01.2010 20:51
von Bea • 680 Beiträge

Ja,ja Taxine ich vestehe dich nur zu gut! Aber meine Tochter zeigt mir halt das Leben! Ich trage ihre Kisten an Schuhe und denke...? Ich verweile auch öfter in der Türkei und deine Gedanken sind meine Gedanken! Danke!




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#9

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 03.02.2010 23:40
von Roquairol • 1.065 Beiträge

Zitat von Taxine
Übrigens hat sich der Lidl auch in Griechenland ausgebreitet.



Jaaaaaaaa, kenn ich, von Samos, da haben sie einen mitten in die Pampa gebaut, fernab von jeder Ortschaft.
Da schiffen jetzt die deutschen Dauer-Touris extra von Kusadasi (=Türkei) rüber, nur um bei Lidl einzukaufen. Muss man sich mal vorstellen ...




Homepage: http://www.noctivagus.net/mendler
Facebook: http://www.facebook.com/people/Klaus-Mendler/1414151458
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#10

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.02.2010 14:34
von Bea • 680 Beiträge

Heute bin ich nicht so gut drauf und daran ist nicht nur das Wetter schuld. Je tiefer man in den Urschlamm blickt, desto schwieriger wird es, noch einen Sinn im Leben zu finden. Ich frage mich, wie Menschen die viel lesen, diesen Druck aushalten?




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#11

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.02.2010 16:36
von marlenja • 303 Beiträge

Es zieht den Menschen runter wenn er tief in sein Herze blickt.
Menschen die viel studieren und über alles nachsinnen ohne eine
Antwort zu finden die ihr Herz zufrieden stellt - sind in Gefahr.
Sie können schwermütig werden - depressiv oder gar nicht mehr
leben wollen. Ob es wohl besser wäre draussen zu arbeiten mit
den Händen? Umgeben von Meer, Wälder, Wiesen und Feldern?
In Berührung zu kommen mit dem lebendigen anstatt zu viel
Zeit zu verbringen mit schwarzen Buchstaben?


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#12

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.02.2010 16:41
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Zitat von marlenja


Es zieht den Menschen runter wenn er tief in sein Herze blickt.
Menschen die viel studieren und über alles nachsinnen ohne eine
Antwort zu finden die ihr Herz zufrieden stellt - sind in Gefahr.
Sie können schwermütig werden - depressiv oder gar nicht mehr
leben wollen.




Manchmal denke ich, ich bin hier in einer Klippschule.

Zitat
Sie können schwermütig werden - depressiv oder gar nicht mehr
leben wollen.



Noch so einige Beiträge, in dieser Art, dann will ich vielleicht auch nicht mehr leben!

zuletzt bearbeitet 08.02.2010 16:46 | nach oben springen
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#13

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.02.2010 17:01
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von marlenja


Es zieht den Menschen runter wenn er tief in sein Herze blickt.
Menschen die viel studieren und über alles nachsinnen ohne eine
Antwort zu finden die ihr Herz zufrieden stellt - sind in Gefahr.
Sie können schwermütig werden - depressiv oder gar nicht mehr
leben wollen. Ob es wohl besser wäre draussen zu arbeiten mit
den Händen? Umgeben von Meer, Wälder, Wiesen und Feldern?
In Berührung zu kommen mit dem lebendigen anstatt zu viel
Zeit zu verbringen mit schwarzen Buchstaben?




Hallo marlenja,

stellst du uns denn so unzufrieden vor wie Herr Faust vom Goethe im ersten Monolog? Wir sind doch nicht unzufrieden, weil wir lesen. Im Gegenteil. Ich fühle mich glücklich damit. Lesen hält meinen Geist wendig, ich lerne auch gerne mal was dabei und muss trotzdem nicht alles wissen. Liest du denn gute Romane oder Belletristik? Ich glaube eher daran, dass die Freude am Lesen uns vor Melancholien schützen kann. Lesen und neue Dinge wissen wollen ist etwas völlig natürliches. Menschen sind neugierig, wollen lernen, etwas wissen. Wenn wir diese Ader nicht hätten, wir vielleicht unzufriedener wären.

Nicht jedem Menschen ist es möglich am Meer oder im Wald zu arbeiten. Es kommt auch darauf an, was ein einzelner möchte. Jeder Mensch möge selber gestalten, wie er sein Leben verbringen möchte. Da gibt es keine Regel. Jeder Mensch ist anders.

marlenjchen, uns geht es wirklich gut. Ich würde mich jetzt wirklich ärgern, wenn sich jemand wegen meinem Wohl sorgen machen würde.

Eine Frage, warum hast du dich denn in einem Literaturforum angemeldet, wenn du durch Lesen Depressionen fürchtest? (Die Frage ist zugegebener Maßen etwas schelmisch )

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 08.02.2010 17:10 | nach oben springen
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#14

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.02.2010 17:23
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
Ich glaube eher daran, dass die Freude am Lesen uns vor Melancholien schützen kann



Kann! Wenn man eine chronische Psychose hat, sieht das alles ein bissel anders aus. Alles schwierig, ich weiß!

Zitat
Ob es wohl besser wäre draussen zu arbeiten mit den Händen? Umgeben von Meer, Wälder, Wiesen und Feldern?



Besser wer das schon und ich verstehe marlenja gut. Aber wenn man sich kaputt gearbeitet hat und die Knochen kaputt sind, bleibt nur noch der Geist übrig!

Zitat
Menschen die viel studieren und über alles nachsinnen ohne eine Antwort zu finden die ihr Herz zufrieden stellt - sind in Gefahr.



Könnte ja fast von Nietzsche geschrieben sein! Aber so einfach ist das alles nicht! Goethe hatte es da besser!




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#15

RE: Gänge durch Gedanken

in Gedanken vom Tag 08.02.2010 19:53
von marlenja • 303 Beiträge

Jeder Mensch ist anders und doch sind wir uns alle so gleich.

Wir müssen herausfinden was unserem *ganzen Menschen* gut tut.


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