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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 23.11.2010 22:17
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Wenn deine Gitarre verstimmt ist, dann sing dazu genauso verstimmt.

All right... Cobain offenbart sich in seinen Tagebüchern nach und nach genau so, wie ich es erwartet habe, damit als ein Mensch, der intelligent, auf der Suche ist und der diese ganze Manipulations-Industrie genau durchschaut hat und in seinen Gedanken zu entlarven versucht:

„Zensur ist etwas SEHR Amerikanisches.“

„Ich habe schon viele kluge Köpfe getroffen, die eine bemerkenswert große Flut an Informationen aufnehmen konnten und trotzdem nicht eine Spur Weisheit im Leib haben oder Leidenschaft zu schätzen wissen.“

„Szenarien lösen einander ab. Verbale Kommunikation ist erschöpft. Sitcoms folgen einem Drehbuch, und unsere Unterhaltungen ebenso.“

Natürlich sind unter seinen Bemerkungen auch einige, die schockieren sollen. Ein Erproben im Sinne: Wie weit willst du gehen…
Weit ist er aber nicht gekommen, denn Cobain war in dieser Hinsicht einfach zu "vernünftig". Verspielt, verwirrt, aber durchaus nicht über bestimmte Grenzen hinaus. Er konnte gut zeichnen. Auch seine Gedanken über die Kunst, die für ihn hauptsächlich in der Musik, statt im visuellen Bereich liegt, sind interessant:

Zitat von Cobain - Tagebücher
… ich glaube, dass die Gesellschaft irgendwo ihr (wertvollstes) Gespür dafür verloren hat, was Kunst ist. Kunst ist Ausdruck, und bei diesem Ausdruck braucht man 100 % Freiheit, und was unsere Freiheit betrifft, uns in unserer Kunst auszudrücken, sind wir momentan böse gefickt. FUCK, das Wort „fuck“ hat genauso viele Konnotationen wie das Wort „Kunst“, und ich bin schon weit über den Punkt hinaus, wo ich mich seelenruhig hinsetze und über dieses Problem bei den rechten Kontrollfreaks beklage, den Hauptschuldigen an der Zerstörung der Kunst. Ich kann und werde mich nicht ruhig und in aller Form bei EUCH beklagen. Ich werde euch verdammt noch mal umbringen. Bevor ich sterbe, werde ich eure verfickten, machohaften, sadistischen, kranken, rechtslastigen, jede Religion beleidigenden Ansichten darüber, wie wir allesamt nach euren Bedingungen handeln sollen, zerstören.



Kurt Cobain ist erstaunt darüber, was die Presse aus ihm heraus“presst“, aus ihm machen will und amüsiert sich darüber, spottet:

Zitat von Cobain
Ich komme mir wie ein Knallkopf vor, hier über die Band und mich zu schreiben, als wäre ich eine amerikanische Pop-Rock-Ikone, ein Halbgott oder erklärtes Produkt einer griffig verpackten Industrierebellion. Aber ich habe so viele irrsinnig übertriebene, gut unterrichtete Storys und Berichte von meinen Freunden gehört, und ich habe so viele lächerliche Freud-für-Arme-Auswertungen von Interviews in Bezug auf unsere Persönlichkeiten gelesen, und besonders von mir, dem notorisch fertigen Heroinsüchtigen und Alkoholiker, dem selbstzerstörerischen, dabei jedoch übersensiblen, schwachen, bescheidenen, zerbrechlichen, mitfühlenden, einnehmenden, narkoleptischen, NEUROTISCHEN kleinen Wichtigtuer, der sich jeden Moment eine Überdosis verpassen, vom Dach springen und überschnappen und den Kopf wegballern kann, oder alles drei zusammen, weil ICH MIT DEM ERFOLG NICHT KLARKOMME! OH DER ERFOLG! DIE SCHULDGEFÜHLE! DIE SCHULDGEFÜHLE! OH ICH FÜHL MICH JA SO SCHRECKLICH SCHULDIG! SCHULDIG, weil ich unsere wahren Weggenossen im Stich gelassen habe. Die Getreuen. Die, die von Anfang an auf uns gestanden haben. Die, die in zehn Jahren immer noch in die Freizeitparks pilgern werden, wo NIRVANA-Reunion-Gigs stattfinden, gesponsort von Inkontinenzwindeln, kahl, fett und immer noch krampfhaft am Rocken. Mein Liebling unter den immer wiederkehrenden wohlgemeinen Ratschlägen irgendwelcher Idioten ist: „Mann, du hast da was ganz Großes laufen, deine Band ist toll. Du schreibst verdammt gute Songs, und ihr habt Unmengen von Platten verkauft, aber hey, Mann, du solltest deinen persönlichen Scheiß auf die Reihe kriegen, raste nicht aus, sondern leb gesünder.“ Ja, ich wünschte, es wäre so einfach, aber ganz ehrlich, ich hab dieses ganze Aufsehen nicht gewollt, aber ich bin nicht DURCHGEKNALLT! Wie es viele Leute vielleicht gerne sehen würden. Es ist unterhaltsam, zuzusehen, wie ein Rockmusiker, der zur öffentlichen Person geworden ist, seine geistige Gesundheit zugrunde richtet. Aber so Leid es mir tut, ich muss ablehnen.



Der... hä ähm... leicht aus dem Zusammenhang gerissene Satz: „Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich Pete Townshend werde.“ ist darum auch genau unter dieser Bedingung gemeint. Ironisch und mit dem Zwinkern, das man in seinen Zeilen häufiger vorfindet. Cobain meint damit den „Seelenverkauf“ und die Vermarktung an Musik und Mensch, er wollte nicht zu denen gehören, die einen Marktwert erfüllen.
Er sagt ebenfalls mehrfach „Ach, und noch was: Ich bin nicht heroinsüchtig!“. Als er jung war, hat er gekifft, Acid genommen und wohl auch Heroin ab und zu ausprobiert, später wieder, doch da er in der Presse auf einmal als Junkie dargestellt wurde, der sich hinter der Bühne immer erst einen Schuss setzen muss, um überhaupt spielen zu können, erklärt er, er hätte nur versucht, wegen starken Schmerzen in seinem Magen drei Wochen lang am Stück Heroin zu nehmen, was natürlich nicht funktionierte und verheerend war. Entzug ist schlimm, sagt er und rät jedem davon ab, mit dieser gefährlichen Droge herumzuspielen. Beständig von Menschen umgeben, die heroinabhängig waren, reflektiert er auch darüber, wobei sichtbar wird, was für eine Einstellung er dazu vertritt. Weiterhin glaubt er „das Problem mit unserer Geschichte ist, es gibt keine Wahrheit, die interessant genug für eine gute Story ist“.

Cobain ist nicht so selbstzerstörerisch, wie er auf die Menschen wirkte und weigerte sich in diese Schublade gesteckt zu werden. Die Journalisten gingen ihm auf den Geist, weil sie aus seinen Gesprächen und Interviews irgendwelche Zitate herausschnitten und wieder ganz nach Belieben und Nutzen zusammensetzten. Sie wollten einen Punk-Rebellen, der außer Kontrolle, der unberechenbar war und mit seiner Musik eine von ihnen kreierte Rolle zu spielen hatte. Er betont immer wieder, dass das, was man aus ihm machen will, falsch ist und macht sich stattdessen über diese ganze Maschinerie lustig. Darin sind keinerlei wirkliche Schuldgefühle oder Suizidgedanken zu finden. Lediglich sein Magenleiden, die Schmerzen lassen ihn manchmal verzweifeln und um Erlösung flehen. Es ist jedoch tatsächlich seine Art Humor, mit dem ganzen Trubel um seine Person, der so abartig verzerrt und entstellt wird, umzugehen. Wiederholungen auch in dieser Form:

„Danke für die Freud-für-Arme-Deutungen über meinen derzeitigen „Oh Mann, fühl ich mich schuldig, weil ich nicht erwartet hab, so viele Platten zu verkaufen“ – Geisteszustand. Fragt meine Freunde, ich war schon immer so mager.“

Anders als mit Humor kann man auf solche Medienverdrehungen auch nicht reagieren. Titel wie: „I hate myself and I want to die“ mögen darauf hindeuten, dass hier Ernst im Spiel sein könnte, jedoch war dem nicht so. Cobain sagte dazu: „Der Titel der LP ist ziemlich negativ, aber auch irgendwie lustig.“
Die Erschöpfung, sich ständig selbst wieder in ein anderes, wirkliches Bild rücken zu müssen, die Anstrengungen der Live-Auftritte, die lauernden Augen und Kameras sind hauptsächlich das, was er beklagt. Seine Kritzeleien, auf irgendeinem Block, zeigen nur, wie lästig ihm das alles wird. Eigentlich will er lediglich seine Musik machen, die ersten Seiten geben Aufschluss darüber, wie er sich die Band und seine Platten vorstellt, doch mit der Reife kommen auch die Zweifel.

Vor allen Dingen hat er erkannt:

Zitat von Cobain
Ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung wird überhaupt mit der Fähigkeit geboren, Ungerechtigkeit zu erkennen. Sie neigen dazu, Ungerechtigkeit fragwürdig zu finden und Antworten zu suchen, und zwar auf eine Art, die nach den Maßstäben ihrer Unterdrücker als abnorm gelten würde. Sie haben Neigungen und Talente, die dahin gehen, dass sie sich schon von klein auf ihrer Gabe bewusst sind, in Frage zu stellen, was für die Zukunft von ihnen erwartet wird. (…)
Der größere Prozentsatz, der den kleineren Prozentsatz immer dominiert hat und dominieren wird (einfach, weil sie in der Überzahl sind) wurde ohne die leiseste Fähigkeit, Ungerechtigkeit zu erkennen, geboren. Das sind die stumpfen, dumpfen Durchschnittsmüllmänner oder –anwälte des Lebens. Sie können nichts dafür, weil ihnen schon rein physisch diese kleine, spezielle Gruppe zusätzlicher Gehirnzellen fehlt, die ein kritisches Bewusstsein begünstigt. Das ist definitiv nicht erblich.
Das ist definitiv nicht ihre Schuld.
Sie sind nicht einfach nur fehlgeleitet.
(...)
Es ist gut, Autorität nicht einfach hinzunehmen, sondern dagegen aufzubegehren, einfach nur, damit die Dinge nicht ganz so langweilig sind, aber ich bin immer wieder zu der Schlussfolgerung gekommen, dass der Mensch nicht zu retten ist und Worte, die nicht unbedingt das bedeuten, was von ihnen angenommen wird, in einem Satz anschaulich als Kunst eingesetzt werden können.



Cobain ging vorher davon aus, den ganzen Vermarktungszirkus eine Zeit lang mitmachen zu können, um erst einmal bekannt zu werden, und dann das „System“ von innen her zu infiltrieren. Leider hat er nicht mit der Bissigkeit und Hartnäckigkeit diese Branche gerechnet, die sich skrupellos über Ansichten und Werte wälzt, warum er am Ende wohl auch aufhören wollte.

Zitat von Cobain
Ich meine, wir spielen das Spiel der Industrie mit, und zwar so gut wir können. Wir merkten aber plötzlich, dass wir tatsächlich selbst mitspielen mussten, anstatt nur die großartigen Vertriebsmöglichkeiten der Industrie zu nutzen und trotzdem in unserer kleinen Welt weiterzuleben, weil wir 10 x mehr Platten verkauft haben, als wir erwartet hatten. Es ist einfach ein Schock, Interviews für Zeitschriften zu geben, die ich nicht lese.



Er war also nicht lebensmüde, dachte nur einige Male daran, sich von seinen Schmerzen (Magen) zu befreien. Hauptsächlich aber war er genervt von diesem ganzen Raubtierkäfig, der ihn gefangen hielt und ausbluten lassen wollte. So, wie es heute mit all diesen armen begabten Talenten geschieht, sobald sie in die Hände von Produzenten und Manager fallen: Nehmen, auspressen und dann in die Ecke werfen und vergessen.
Cobain musste diesen Hype mitmachen (MTV – du Entität aller Kommerz-Götter) und merkte, dass all das, was er wollte, auf einmal nicht mehr mit dem übereinstimmte, was er tat. Es ging nicht mehr um Musik, sondern nur noch um das Geschäft und die Vermarktung. Der Mensch, der da auf der Bühne stand, wurde zur Puppe der Medien, die ihm jedes Gesicht aufklebten, das dem Verkauf diente. Irgendwann weigerte er sich, Interviews zu geben und machte sich über Musikkritiker und die etlichen unterschiedlichen Magazine lustig, deren vielfältige Themen gerade darauf hindeuteten, dass sie keine Ahnung hatten, wovon sie schrieben, geschweige denn wussten, wie es ist, auf der Bühne zu stehen.

Kurt Cobain war kein Unschuldslamm, kein verantwortungsbewusster Mensch, das soll hier nicht gesagt sein, aber er sah einige Dinge ziemlich klar (gut ist z. B. zu wissen, dass er seine Cover und Videos immer selbst kreiert und geplant hat) und hatte irgendwann klar entschieden, sich diesem Zirkus zu entziehen, was ihm dann nicht mehr vergönnt war. Auffallend ist auch, wie selten er Courney Love in seinen Notizen erwähnt. Dagegen sorgt er sich überängstlich um seine kleine Tochter und schreibt an seinen Vater: „Ich schwöre, dass ich, sollte ich mal in eine ähnliche Situation wie Du kommen, d. h. Scheidung, bis zu meinem Tod um das Recht kämpfen werde, mich um mein Kind kümmern zu dürfen.“
Die Scheidungsgedanken sind am Ende ziemlich real geworden. Kein Mensch weiß, was wirklich passiert ist. Man könnte allerdings den Verdacht hegen, dass Cobain ein ähnliches Schicksal ereilt hat, wie Michael Jackson. Tot war er einfach besser zu kontrollieren und brachte wesentlich mehr Geld ein. Nach seinem „Selbstmord“ verkauften sich seine Platten dann wie blöd.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.11.2010 19:12 | nach oben springen

#17

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 23.11.2010 23:53
von LX.C • 2.673 Beiträge

Damit wäre das Buch dann endlich vorgestellt Sehr gut. Das weckt Interesse.


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Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
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#18

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 08:10
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Muss sein
Deine Umfänglichkeit ist immer wieder erschlagend und weist zugleich einen ungemeinen Fleiß auf., z.B. das lange Zitieren. Ich bin immer zu faul und mit Scanner funktioniert auch nicht recht.
Da deine Beiträge ja nicht selten anregend sind, fühle ich mich genötigt heute abend mein Lieblingszitat aus dem Tagebuch abzuschreiben. Der Klebezettel ist noch dran.

Zitat
„Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich Pete Townshend werde.“ ist darum auch genau unter dieser Bedingung gemeint. Ironisch und mit dem Zwinkern, das man in seinen Zeilen häufiger vorfindet. Cobain meint damit den „Seelenverkauf“ und die Vermarktung an Musik und Mensch, er wollte nicht zu denen gehören, die einen Marktwert erfüllen.


Ironisch. Schon klar. Aber meines Erachtens auch eine möglichst lapidare Verpackung seiner horrenden Angst vor dem auf was er sich eingelassen hat und dem Wissen, sich dem nicht entziehen zu können. (Weil er eben recht helle war)

Zitat
Cobain ist nicht so selbstzerstörerisch, wie er auf die Menschen wirkte und weigerte sich in diese Schublade gesteckt zu werden.


Ich glaube doch. Das Leben zu lieben ist sicherlich allen eigen. Alle wollen leben. Auch jene, die sich aus dem Leben stehlen. Sie wollen nur nicht das Leben leben das ihnen scheinbar zugedacht ist. Und wenn die Unternehmungen es zu verändern, einfach nicht fruchten wollen, entwickelt sich eine Entscheidung dagegen. Und die ist eben unausweichlicher Maßen selbstzerstörerisch.

Zitat
und hatte irgendwann klar entschieden, sich diesem Zirkus zu entziehen, was ihm dann nicht mehr vergönnt war.


Blumfeld singen in einem Lied: „Mach doch mal den Kulturscheiß aus! Achso. Geht ja nicht. Bin ja selber mittendrin.“
Und wer wissend den Pakt mit dem Teufel eingeht und zumal noch zielstrebig mit hohem Engagement darauf hin arbeitet . . . Spätestens seit Goethe ist das Ergebnis klar.

Zitat
Auffallend ist auch, wie selten er Courney Love in seinen Notizen erwähnt.


Courtney Love hat das „Tagebuch“ losgetreten. Es sind nur Fragmente und wohl nicht mal in der Nähe der Vollständigkeit. Courtney hat entschieden, was sie von Cobains Notizen und Aufzeichnungen herausgibt.


www.dostojewski.eu
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#19

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 17:03
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Zitat von Jatman1

Zitat
und hatte irgendwann klar entschieden, sich diesem Zirkus zu entziehen, was ihm dann nicht mehr vergönnt war.


Blumfeld singen in einem Lied: „Mach doch mal den Kulturscheiß aus! Achso. Geht ja nicht. Bin ja selber mittendrin.“
Und wer wissend den Pakt mit dem Teufel eingeht und zumal noch zielstrebig mit hohem Engagement darauf hin arbeitet . . . Spätestens seit Goethe ist das Ergebnis klar.



In dieser Hinsicht stimme ich dir durchaus zu. Cobain war sicherlich hin und her gerissen. Der Erfolg war berauschend, hat ihm gefallen. Dass seine Musik so gut ankommt, hat ihn vielleicht gewundert, aber auf jeden Fall gefreut. Das Musikgeschäft war von ihm schnell durchschaut. Auch muss man dazu sagen, dass er einen Plattenvertrag unterschrieb, der ihm wohl viel Narrenfreiheit ließ (ob das heute überhaupt noch möglich ist?). Er durfte Text wie auch Video anscheinend ganz nach Belieben kreieren, ohne dass ihm jemand dazwischen funkte (geht man einmal von seinen Aufzeichnungen aus, die sowohl das Plattencover mit dem Kind und dem Geldschein enthalten als auch Beschreibungen, wie einzelne Videos auszusehen haben.). Jedoch waren die Medien eben auch erfreut über den Durchgeknallten, der sich ausschlachten ließ und das Klischee eine Weile erfüllte und dann keine Lust mehr darauf hatte.
Wenn man nicht wirklich unberechenbar und selbstzerstörerisch ist (in jenem Grade, wie es dargestellt wurde), wird diese „Aufgabe“ zunehmend schwerer. Drogen, Alkohol und diese abartige Frau an seiner Seite haben dann wohl ihr übriges getan, um diese Rolle eine Weile spielen zu können. Ich finde aber in seinen Gedanken keinen Hinweis auf Selbstzerstörung, keine Lebensmüdigkeit, sondern stattdessen viel Humor und den Mittelfinger, der diesem Medienrummel gebührt.

Zitat von Jatman
Courtney Love hat das „Tagebuch“ losgetreten. Es sind nur Fragmente und wohl nicht mal in der Nähe der Vollständigkeit. Courtney hat entschieden, was sie von Cobains Notizen und Aufzeichnungen herausgibt.



Dass Courtney Love seine Tagebücher vermarktet hat, ist erschreckend und setzt Manipulation voraus – also das Herausnehmen etlicher Gedanken, die vielleicht über sie erfolgten. Verliebt waren die beiden nur eine sehr kurze Zeit, danach hat sie ihn wohl ziemlich heruntergeputzt und wollte ständig, dass er auf Tour geht, um ihren neuen Lebensstandart aufrechtzuerhalten, während er sich aufgrund seiner Schmerzen kaum noch auf den Beinen halten konnte. (Erst als die Ärzte herausfanden, was der Grund für seine Schmerzen war, ein eingeklemmter Nerv im Magen, konnte Abhilfe geschafft werden, was Cobain in einem Interview auch freudig bekannt gab, er könne endlich essen, ohne vor Schmerzen umzufallen oder sich übergeben zu müssen.)
Zudem war/ist Courtney Love eine drogenabhängige, berechnende, äußerst aggressive Frau, die auch dazu beigetragen hat, dass Cobain auf einmal als selbstmordgefährdet in den Medien erschien, da sie es war, die das Gerücht kurz nach seinem Tod in die Welt setzte und verbreitete. Vorher hat darüber kein einziger Mensch nachgedacht. Courtney Love ist bekannt für ihre unterschiedlichen und sich ständig widersprechenden Aussagen in den Medien, wenn sie es denn schafft, ihren schweren Schädel zu heben und nicht zu sabbern oder (wie aktuell) ihren abgeschlafften Körper ins Internet zu stellen.

Wenn also die Tagebücher nach ihrem Willen herausgegeben sind, so wären Notizen, in denen er selbstzerstörerisch war, von ihr mit Sicherheit nicht entfernt worden, da diese schließlich die These „Selbstmord“ unterstreichen würden. Die Unvollständigkeit der Kritzeleien in Bezug auf sie und ihre Beziehung zu ihm, sollte er da Gedanken geäußert haben, sind in diesem Punkt dann auch eher uninteressant. Dass sie einen gruseligen Einfluss auf ihn hatte und auch er kein unschuldiges Opfer war, ist ja bekannt.

Das gekürzte und durch die deutsche Übersetzung und Bearbeitung noch einmal gekürzte Tagebuch gibt nur einen minimalen Aufschluss darüber, wer Kurt (Kurdt) Cobain nun wirklich war, das hatte ich so auch nicht anders erwartet, aber das, was man lesen kann, zeigt eben, dass nichts auf Selbstzerstörung oder Lebensmüdigkeit hindeutet, dass er einerseits den Erfolg genoss, andererseits die Darstellung seiner Person in den Medien verabscheute.
Auch hier gibt es immer zwei Seiten (oder sogar mehrere). Sich vor dem Medienrummel zu rechtfertigen, führt natürlich auch dazu, dass man sich besonders gut darstellen möchte (obwohl einige Sachen ja nie veröffentlicht wurden) und dass man gleichzeitig auch daran resigniert (…wenn ich mich wie ein Junkie fühle (Magenschmerzen), dann kann ich auch einer werden).

Sicherlich hat er Drogen genommen, sicherlich ist das Leben eines Rockstars eine sowohl euphorische wie auch schmerzvolle Erfahrung, das spricht keiner ab, aber nichts deutet darauf hin, dass das Ende, das er fand, aus den Tagebuchaufzeichnungen herauszulesen ist oder sich durch diese auch noch erklärt. Ganz im Gegenteil stehen seine Kritzeleien gegen die allgemein vorschnelle Meinung: Er war ein Junkie und musste so enden!

Ich bin nun fest überzeugt davon, dass er umgebracht wurde, durch wen oder warum, sei einmal dahingestellt. Gegen Selbstmord sprechen nicht nur seine Kritzeleien, sondern etliche Fakten (und Fakten bleiben Fakten, ganz egal, wie lange man sie verdreht). Das sind dann folgende:
1) Keine Fingerabdrücke auf der Waffe und dem Kugelschreiber (mit dem er den angeblichen Abschiedsbrief verfasst hat),
2) eine fehlende Kreditkarte, die, als er tot war, noch einmal benutzt wurde und die aus seiner Brieftasche entwendet wurde (obwohl ja keiner da und er alleine war),
3) die dreifache Überdosis, durch die er schon bei einer wesentlich kleineren Menge in seinem Blut und der so genannten Toleranzgrenze sofort (innerhalb von Sekunden, nicht Minuten) das Bewusstsein hätte verlieren müssen und dann wohl kaum in der Lage gewesen wäre, nicht nur keine Waffe anzuheben, sondern überhaupt irgendetwas zu tun (trotzdem hat er sich anscheinend die Spritze gesetzt, den Ärmel wieder heruntergekrempelt und das Drogenbesteck und den Schlauch fein säuberlich weggelegt, was bei einem „goldenen Schuss“ absurd ist, da die Toten immer mit der Spritze im Arm gefunden werden (weil der Tod ja eben überraschend eintritt). Dazu soll er dann auch noch ein Gewehr gehalten, es umgedreht haben, es sich in den Mund gesteckt und abgedrückt haben – Handlungsvorgänge, die selbst ohne schweren Drogenkonsum nicht unbedingt so einfach sind. All das ist wissenschaftlich betrachtet unmöglich, er hätte, wenn überhaupt, die Waffe schon im Mund gehabt, sich dann das Heroin gespritzt und sofort abgedrückt haben müssen, was einfach nicht damit übereinstimmt, wie er am Tatort vorgefunden wurde. Zudem sollte man sich hier auch einmal fragen, wieso ein Mensch, der sich umbringen will, eine Droge nimmt, die ihn gleichgültig oder handlungsunfähig macht, statt z. B. ein aufpuschendes Mittel, das die Hemmungen wegbläst. Cobain kannte die Wirkung von Heroin, das ist unbestritten, daher wusste er wohl auch, dass in diesem Zustand der Versuch sich umzubringen, schwer wird.
In medizinischen Untersuchungen wurde die maximal tödliche Heroindosis zu einem Morphinspiegel von ca. 0,5 bis 0,9 mg pro Liter Blut angegeben, bei einem etwa 75 Kilo schweren Menschen. Cobain wog etwa 60 Kilo und sein Spiegel betrug 1,52 mg pro Liter Blut. Selbst wenn er zu jenem Zeitpunkt schwerst heroinsüchtig gewesen wäre, könnte man davon ausgehen, dass diese Dosis ihm vielleicht noch ermöglichte, etwas am Leben zu bleiben, jedoch nicht bei Bewusstsein oder auch nur einer Handlung fähig.
(Für mich kommt hier auch noch die Hinterfragung hinzu, warum ausgerechnet Cobain der einzige Ausnahmefall auf der ganzen Welt sein soll, der hier noch mit einer dreifachen Überdosis, die sowieso schon absurd ist, irgendetwas hätte tun können, und das dann nur, um den Selbstmord zu
b e l e g en. Jede Autopsie sucht normalerweise nach bestimmten Hinweisen, um von Selbstmord auf Mord oder umgekehrt zu schließen, aber bei Cobain wird ein Präzedenzfall zurechtgebastelt, statt die Unstimmigkeiten näher zu betrachten. Eine Überdosis führt immer zu einem akuten Schockzustand. Eine dreifache Überdosis ist da keine Ausnahme.)
4) Weiterhin gibt es die Aussage eines Freundes von Courtney Love, der unter einem Lügendetektortest behauptete, sie hätte ihm 50000 Dollar geboten, damit er ihm den Kopf wegschießt, und sich seine Aussage als wahr herausstellte.
Auch ist da noch ganz nebenbei gesehen ihre lebenslange (durch etliche Aussagen belegte und auch sichtbare) Aggressivität, die gegen viele Menschen gerichtet war, die sie z. B. damit bedrohte, sie würde ihnen Schläger auf den Hals hetzen (ihr Ex-Mann berichtete auch davon und sagte dazu: Früher hatte sie nur einige hundert Dollar und drohte damit, was macht so eine Frau aber mit einer Millionen?).
5) Dann sind da die völlig unprofessionellen Aussagen der Polizei, die Brief und Waffe fand und ohne Untersuchung direkt auf „Selbstmord“ schloss und das einfach so bekannt gab, bevor überhaupt der Tatort näher untersucht wurde oder Ergebnisse feststanden. Der erste Anruf beim Fund des Toten erfolgte auch nicht bei der Polizei, sondern bei einem Radiosender. Der vorschnelle Selbstmordverdacht deutet ebenfalls darauf hin, dass hier gar nicht erst auf Mordverdacht untersucht wurde.
Auch ist die Ablehnung des zuständigen Sergants Cameron (der, nebenbei erwähnt, später wegen Korruption angeklagt wurde) verdächtig, der versprochen hatte, den Fall noch einmal aufzunehmen, wenn neue Beweise für einen Mord zur Hand sind und die Leute dann, die mit neuen Beweisen und Kamera vom BBC in sein Büro kamen, ohne Kommentar hinausschmiss.
6) Schließlich bleibt da der gesamte Abschiedsbrief, der nichts von Abschied oder Selbstmord sagt, während die wenigen Zeilen an seine Frau und Tochter, die einzig für einen möglichen Abschied sprechen, nachträglich dazugeschrieben wurden und anscheinend auch von einer fremden Handschrift stammen (was natürlich nicht belegt ist, da sich die Aussagen der Handschriftanalysen widersprechen).

Ich weiß ja nicht, wie viele Beweise man noch benötigt (plus etliche weitere, hier nicht genannte Ungereimtheiten), um zu bemerken, dass etwas ziemlich faul ist, gleichzeitig gibt es mehrere Menschen in der Prominenz, die des Mordes an ihren Lebenspartnern beschuldigt wurden und immer noch auf freiem Fuß sind. Man nehme O.J. Simpson. Der wurde u. a. im Zivilrecht schuldig gesprochen, im Strafrecht dann durch einen guten Anwalt freigesprochen.
Abwegig ist also gar nichts, und das simple Abtun der Verdächtigungen, weil hier die Fans nicht wahrhaben wollen, dass sich ihr Idol einfach erschießt, finde ich immer etwas vorschnell und auch voreingenommen. (Hier gilt für mich die Devise: Wer mit Vorurteilen an die Dinge herangeht, übersieht vieles. )




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.11.2010 18:38 | nach oben springen

#20

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 18:19
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Taxine! Du hast eine Schreibkraft, die Deine Beiträge vom Diktiergerät in den Computer hackt und dann den entsprechenden Ordnern zuweist.
GIB ES ZU!


www.dostojewski.eu
zuletzt bearbeitet 24.11.2010 18:20 | nach oben springen

#21

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 18:36
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Jawoll. Dazu habe ich vier weitere Arme, neben den bereits vorhandenen, mit jeweils zwei Handgelenken pro Arm, die dann das Ganze, während ich diktiere, der Computer das Gesagte umwandelt und die Texte den jeweiligen Ordnern zuweist, noch einmal mit über fünfzig Fingern auf einmal in rasender Bewegung in die Länge dehnen und ausführlich überarbeiten.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.11.2010 18:40 | nach oben springen

#22

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 18:45
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

. . und mit den Augen steuerst Du den Pinsel, der während dessen, Deine Bilder in Form bringt.

Hab meiner Tippse auch mal Bescheid gegeben:
"Dennoch haben diejenigen, die mehr Talent mitbringen, nicht nur die Kontrolle über das Lernen, sondern auch gewisse, kleine, spezielle, in die Wiege gelegte Extrabegabung – den Antrieb durch Leidenschaft. Eine angeborene total spirituelle, unerklärliche, new agige, verfickt kosmische, vor Energie strotzende Liebe zur Leidenschaft. Und ja, sie machen einen noch kleineren Przentsatz von diesem kleinen Prozentsatz aus. Und sie sind ANDERS! Mistraue allen Systematisierern. Nich alle Dinge können bis zum Punkt totaler Logik oder Wissenschaftlichkeit bewertet werden. Niemand ist anders genug, das zu bewerten.
Das hier sollte nicht ernst genommen werden.
Das hier sollte nicht als Meinungsäußerung gelesen werden.
Es sollte als Poesie gelesen werden."
Kurt Cobain


www.dostojewski.eu
zuletzt bearbeitet 24.11.2010 18:48 | nach oben springen

#23

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 18:51
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Bei meinem zweiten Lieblings-Klebezettel-Wiedervorkram-Zitat aus den Tagebuch, musste ich eben feststellen, dass ich zu spät kam, :-( denn es begann so:

Zitat
Ich komme mir wie ein Knallkopf vor, hier über die Band und mich zu schreiben, als wäre . . .

:-)

In der Mathematik nennt man das wohl Deckungsgleichheit bzw. Kongruenz.


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zuletzt bearbeitet 24.11.2010 18:52 | nach oben springen

#24

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 24.11.2010 19:13
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge



Und weitere Zitate:

Zitat von Cobain - Tagebücher
Ich habe keine gute Bücherbildung, aber wenn ich lese, lese ich was Gutes.

Ich habe nicht die Zeit, das, was ich verstehe, in Konversation umzusetzen.
Mit Konversation hatte ich größtenteils schon im Alter von neun Jahren abgeschlossen.
Ich fühle allein durch Grunzer, Schreie und Töne, und mit Handbewegungen und meinem Körper. Im Geist bin ich taub.

Ich bleibe absichtlich naiv und irdischen Informationen fern, denn das ist der einzige Weg, Abstumpfung zu vermeiden.
Alles was ich tue, findet innen statt, unbewusst, denn man kann Spiritualität nicht rational erfassen
wir verdienen dieses Privileg nicht
Ich kann nicht sprechen, ich kann nur fühlen.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.11.2010 19:20 | nach oben springen

#25

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 02.02.2011 18:45
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Elakelaiset habe ich mal live erleben dürfen. Hochkultur vom feinsten!!


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#26

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 11.11.2012 18:54
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Habe mir mal bestellt: Nirvana - Kurt Cobain - Courtney Love. In eigenen Worten
Bis auf die Verschwörungstheoerien, kann man dann ja mal wieder ein Wort wechseln . . .


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#27

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 18.11.2012 15:38
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Das Vorwort behandelt gleich auf angenehme Weise die Problematik, was eher dagewesen ist, das Huhn oder das Ei, d.h. war die Presse rücksichtslos oder waren die beiden rücksichtlos. Kann man einer Seite einen nahezu alleinigen Vorwurf mach. Rethorische aber gleichzeitig ernstznehmende Fragen verwerden sort gegenübergestellt. Ich greif mir mal eine provokative heraus: "Oder müssen sie (Kurt und Courtney) sich selbst vorwerfen, erst geredet und dann gedacht zu haben?"

Eine Tendenz weist das Vorwort jedoch auf: Es ist alles andere als naheliegend, ganz like Klischee die Musikpresse in Alleinhaftung zu nehmen. Und da geh`ich mit.


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#28

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 18.11.2012 17:58
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

Ein rasant zu lesendes Buch.Jappadappadu!
Nach wenigen Seiten steht eins fest: Courtney Love war ne ganz arme Sau. Keine Rechtfertigung für Verhalten, aber ein Erklärung. Wie mir scheint, eine unzweifelhafte.

By the way. Das Büchlein hat das parallel gelesene Led Zeppelin Talking zunächst auf die Wartepostion gesetzt.


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#29

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 18.11.2012 18:04
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Einer meinte über das Buch bei Amazon:

"Doch liest man tatsächlich mehrere Bücher über diesen einzigartigen Musiker und Menschen, stellt man rasch fest, dass diese Zitat-Sammlung hier sehr willkürlich und oberflächlich zusammengestellt wurde: Teilweise wurden wichtige Aussagen in den Zitaten weggelassen, so dass Kurts Intention völlig falsch dargestellt wird. Dadurch, dass der Kontext fehlt, lässt sich vermutlich auch oft nicht feststellen wie ernst die Statements tatsächlich gemeint sind (Kurt hatte eine zynische Ader...)."

Genau das birgt die Gefahr einer Fehldeutung von Cobains Charakter. Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen und dann zu einem ganz anderen Sinn zusammengebastelt werden. Ähnlich erging es sicherlich auch seinen kompletten Tagebüchern. Herauslesen tut allerdings jeder sowieso das, was er zu wissen meint. Der Wahrheit kommt man so nicht näher.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.11.2012 18:14 | nach oben springen

#30

RE: Kurt Cobain - Das Tagebuch

in Blicke auf Menschen 18.11.2012 20:13
von Jatman1 • 1.100 Beiträge

"Der Wahrheit kommt man so nicht näher." Unzweifelhaft.

Die Kritik stammt von jemandem, der sein Bild von Kurt nicht ansprechend oder gar "richtig" genug wiedergefunden hat. Wie soll eine Zitatensammlung ein objektives Bild geben - völlig unmöglich. Es kann nur das Bild des Zusammenstellers geben oder, und so erlebe ich das Bändchen, wie ja auch angemerkt; "dass diese Zitat-Sammlung hier sehr willkürlich und oberflächlich zusammengestellt". Genau das macht das Bändchen unterhaltsam. Ich habe es nahezu durch. Es vermittelt nicht den Eindruck etwas vermitteln zu wollen. Für Wahrheitssucher und Bescheidwisser ist eh nur das gut, was SIE für richtig halten. Die brauchen bezüglich ihres "Themas" nix mehr zu lesen. (Das Gegenteil ist das angenehme an dem Dostojewski-Thread; jeder hat seine Meinung, keiner kommt auf die Idee sie als Wahrheit zu begreifen oder gar zu erklären.)

Wer einfach Unterhaltung sucht und und nicht nur auf der Suche ist, der ist hier gut aufgehoben. Pop-Kultur und alles über Popkultur, ist Popkultur; also Unterhaltungskultur. Wer mehr draus machen möchte, ist auf dem Holzweg. Kurt war es auch, hat es aber leider zu spät bemerkt.


www.dostojewski.eu
zuletzt bearbeitet 18.11.2012 20:15 | nach oben springen


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