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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#31

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 23.12.2011 06:38
von Martinus • 3.194 Beiträge

Werte Leserschaft,

das Jahr neigt sich, in diesem Jahr wird nicht mehr so viel gelesen, so sinne ich über die Lesestunden, die ich verbracht.

Was ist nun the best of 2011?

Ich beginne mal mit den Sachbüchern. Natürlich, fasziniert von Schostakowistch, die Biografie von Krzysztof Meyer. Sie hat mich lange begleitet,mich zu vielen schönen Musikhörstunden animiert. Das bleibt hängen. Die Jahreabschlusskrönung, ein Sachbuch über unser wertvollstes Stück: den Innereien unter den Hirnhäuten: António R. Damásio: Descartes' Irrtum. Das Buch vermittelt vieles über das Evolutionswunder der neuronale Schaltkreise. Die Beziehung zwischen Emotion und Denken. Meine liebstes Zen-buch, Kommentar dazu bleibt leer, ist Shunryu Suzuki: Zen - Geist Anfänger - Geist

Kommen wir zur Romanwelt:D
Hans Fallada; Der Trinker Fallada ist zwar kein großer Meisterprosaist, seine Prosa hat etwas von alltäglicher Umgangssprache und das besondere an Fallada, er schreibt absolut realistisch aus dem Leben heraus.

Boualem Sansal: Das Dorf des Deutschen Ein bemerkenswerter Roman. Wer hat schon gewusst, dass sich einige Nazis in Algerien abgesetzt haben. Wie zwei Söhne auf die Nazivergangenheit ihres Vaters reagieren, kann man hier nachlesen, Es geht auch um islamistischen Terror. Qualität besonders wertvoll. Wer das nicht liest, selber Schuld.

Mehr sach ich nich. Dadd war die Crème de la Crème.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 08.01.2012 08:28 | nach oben springen

#32

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 23.12.2011 12:13
von LX.C • 2.673 Beiträge

Ich hab auch wenig zu vermelden. Septembergewitter von Friedo Lampe hat mich sehr berührt. Und ein richtiges Highlight für mich war zum Ende des Jahres noch Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts. Das verschenke ich sogar zu Weihnachten. Ansonsten habe ich dieses Jahr weniger Romane gelesen als die Jahre zuvor und noch weniger sind mir in Erinnerung geblieben.


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Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
zuletzt bearbeitet 23.12.2011 12:14 | nach oben springen

#33

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 23.12.2011 13:56
von Krümel • 499 Beiträge

Ich schau kurz mal nach und würde folgende Bücher als Highlights betiteln:

Krieg und Frieden - Tolstoi Vielleicht aber nur deshalb, weil ich dieses Mammut-Werk geschafft habe, denn Stifters - Nachsommer war definitiv gewaltiger und nachhaltiger. Und dann möchte ich noch den Stiller von Frisch erwähnen, auch ein ganz besonderes Buch. Wenn ich dann so schaue, würde ich mein Jahr 2011 Haruki Murakami zuordnen, von ihm habe ich wohl am meisten und auch ganz begeistert gelesen, ein Autor den ich nur wärmstens empfehlen kann.

Nachtrag: Hier muss noch “Jeder stirbt für sich allein” von Fallada hinzu, ein grandioses Buch!

zuletzt bearbeitet 23.12.2011 19:18 | nach oben springen

#34

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 23.12.2011 14:36
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Ah... den Ordner hatte ich schon gesucht...


2011 war bei mir das Jahr der Russen mit sehr viel russischer Lektüre, die mich gewärmt und getragen hat. Zu meinen absoluten Favoriten, in dessen Werken ich mich nicht nur wohl gefühlt, sondern aus ihnen auch etliches gewonnen habe, zählt: Andrej Bitow. Von diesem Schriftsteller kann man tatsächlich alles lesen. Sehr zu empfehlen ist "Das Puschkinhaus" und "Mensch in Landschaft". Dann fand ich Ilja Ilf und Jewgeni Petrow in der Übersetzung von Reschke hervorragend. "12 Stühle" nennt sich ihr Hauptwerk und enthält eine urrussische humorige Seele.
Weitere Romane, die mich beeindruckt haben: unbedingt (dank Krümel) Murakami mit z. B. "Kafka am Strand" und durch Murakami auch Soseki Natsume "Ich der Kater". Maximow hat es mir angetan. Seine Bücher sind reine Suche, vielleicht nicht für Jedermann, aber für mich unbedingt. Und am Ende muss auch Nabokov noch einmal von mir genannt werden, der mir viele schöne Lesestunden verschafft hat, im Hin und Her von Sympathie und Zweifel, die dennoch nie überwogen.

Von den Sachbüchern möchte ich hier Schlögel festhalten, "Petersburg" und "Terror und Traum", wie auch Ariès' "Geschichte des Todes".
Marshall McLuhans „Die mechanische Braut“ war für mich Anfang des Jahres ebenfalls ein wunderbar aufschlussreiches Buch.

Philosophisch natürlich: Heidegger. Kein anderer Philosoph hat so schön über Dasein und das Man philosophiert, die Hintergründe der alltäglichen Existenz aufgedeckt, wie er.

Ja, ich schätze, meine Liste ist bisher die längste... und keines der Bücher ist zu viel genannt...

Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.12.2011 14:44 | nach oben springen

#35

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 23.12.2011 15:16
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Ach so. Doch, doch, Enttäuschungen gab es auch. Die gelbe Zitrone geht an Stendhal und seine Romane (ausgenommen sein autobiografisches Werk „Leben des Henri Brulard“).
Auch enttäuscht war ich von Kraussers letzten Tagebüchern voller Eitelkeit und Selbstgefälligkeit, die mir den Schriftsteller etwas verleidet haben. (Na, wird schon wieder. "Melodien" liegt noch rum und auch anderes...)




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.12.2011 15:17 | nach oben springen

#36

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 24.12.2011 00:47
von Roquairol • 1.065 Beiträge

Martinus, dann hat dir Benioffs "Stadt der Diebe" wohl doch nicht so gefallen, da du es nicht erwähnst?
Für mich zählt es zu den Highlights in diesem literarisch sehr schwachen Jahr.
Ich stecke auch immer noch in Wielands "Agathon", diesem 700-Seiten-Schinken - manchmal etwas zäh, aber alles in allem doch lohnend. Man muss nur ständig um zwei Ecken denken, da der Roman im 18. Jahrhundert geschrieben wurde, aber im antiken Griechenland spielt - das muss man im Kopf behalten, um dann solche Anachronismen würdigen zu können, wenn z.B. die Pythia in Delphi wie eine absolutistische Fürstin geschildert wird ...

Sachbücher waren ergiebiger. Immanuel Wallerstein "Modern World-System" - gut und wichtig, auch wenn es mir keine sensationellen neuen Erkenntnisse vermittelt hat.
Aber André Gorz und Rudolf Bahro waren höchst inspirierend, werden im nächsten Jahr weiter vertieft und auch in praktische Projekte einfließen.

Liebe Grüße,
Roq




Homepage: http://www.noctivagus.net/mendler
Facebook: http://www.facebook.com/people/Klaus-Mendler/1414151458
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#37

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 24.12.2011 03:19
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von Roquairol
Martinus, dann hat dir Benioffs "Stadt der Diebe" wohl doch nicht so gefallen, da du es nicht erwähnst?
Für mich zählt es zu den Highlights in diesem literarisch sehr schwachen Jahr.



Den Roman hatte ich vergessen zu nennen. Stadt der Diebe ist ein Highlight. Benioff hatte die Idee mit den Eiern und erst dann suchte er die Lokalität und historische Zeit für seinen Roman und kam auf Leningrad. Die Vorgeschichte ist schon interessant.

Ergänzen möchte ich auch: Cees Nooteboom: Die folgende Geschichte. Meisterprosa.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 24.12.2011 03:20 | nach oben springen

#38

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 24.12.2011 10:31
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Hallöchen in die Runde,

am meißten hat mich die Straße von von Cormac McCarthy beeindruckt (ich las dieses Buch erst "sehr spät"). Nachhaltig und immer noch, nach so langer Zeit immer noch vieler Gedanken wert. Den Film sah ich auch, oft, der macht mich dann immer demütig, eine Zeit lang, und allein das zählt. Ansonsten, lieber zurück zu den altbewährten Büchern, lieber ein Herzensbuch noch einmal lesen, als diese überzivilisierten Verpuppungen in postmoderne Düsternis und arroganter Melancholie.

Schön das es diesen Hort der Unentwegten immer noch gibt...

Patmöser

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#39

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 24.12.2011 11:46
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Schön, dass es auch dich noch gibt... Patmos.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.12.2011 11:49 | nach oben springen

#40

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 24.12.2011 13:36
von Krümel • 499 Beiträge

Ja ich vermisse den streitbaren Ritter auch sehr

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#41

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 24.12.2011 14:07
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Im neuen Jahr kann ich wieder. Hier schreiben meine ich jetzt!
Weil, weil wir alle müssen schnellstens nach Patagonien, müssen wir, schnellstens, unnnbedingt.
(Über Weihnachten im stillen Don lesend, weil, ach, ich weiß auch nicht.)

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#42

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 25.12.2011 11:54
von Krümel • 499 Beiträge

Zitat von Patmöser
(Über Weihnachten im stillen Don lesend, weil, ach, ich weiß auch nicht.)


Ach eine sehr schöne Weihnachtslektüre, möchte ich nächstes Jahr auch gerne lesen. Als Ersatz dient mir: "Nussknacker und Mausekönig" von Hoffmann und gestern gab es das passende Ballett dazu, leider nur im Fernseh - aber immerhin!

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#43

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 30.12.2011 15:00
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Zitat von Roquairol
Martinus, dann hat dir Benioffs "Stadt der Diebe" wohl doch nicht so gefallen, da du es nicht erwähnst?
Für mich zählt es zu den Highlights in diesem literarisch sehr schwachen Jahr.



So... das Buch ist nun auch bestellt. Mich schreckten zuvor folgende Punkte ab: Regisseur und die fast 99 prozentige Begeisterung der Leserschaft. Aber wenn es für euch ein wahres Highlight ist, dann muss ich diesen Schmöker natürlich auch lesen. Mal sehen...




Surreale Vorstellungen
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#44

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 30.12.2011 15:15
von Martinus • 3.194 Beiträge

Wenn uihnen das Buch nicht gefällt, gehe ich in den Beichstuhl, obwohl ich mit den Katholiken eigentlich nix im Sinn habe. (Ja, ist schon ungewöhnlich, dass ein Regisseur so einen Knaller macht).




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#45

RE: Leserückblick auf das vergangene Jahr

in Gedanken vom Tag 30.12.2011 15:19
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Die einzige Empörung in den Rezensionen war ja, dass die Bedingungen der Leningrader Blockade nicht realistisch gezeichnet sind. Aber man weiß ja durchaus: es ist ein Roman. Und ein Roman erhebt noch keinen Anspruch auf Genauigkeit, sondern erzählt eine Geschichte. Bin gespannt und wenn du beichten gehst, dann wird es mir wohl mehr als munden...




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 30.12.2011 15:19 | nach oben springen


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