Februar 2016

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23.02.2016 19:57 (zuletzt bearbeitet: 23.02.2016 20:15)
avatar  Jatman1
#31
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Pozner ging, hatte aber nicht die faszinierende Wikung wie früher.
Bei früher mach ich weiter. Da war es Italo Calvino mit Der Baron auf den Bäumen.
Nun ist es Italo Calvino - Der Ritter den es nicht gab.
Geht gut los. Der Ritter heißt: Agilulf Emo Bertrandino derer von Guildiverde und der anderen von Korbentratz und Sura, Ritter von Selimpia Citerior und Fez.


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24.02.2016 21:37 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2016 21:39)
avatar  Jatman1
#32
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Der Ritter bereitete zwei Drittel lang Freude. Das letzte Drittel eher Mittelmaß. Aber! Zu Ende gelesen. Calvino wird es nochmal geben . . .
Jetzt die "Erfinder" des Wörterbuchs: Die Brüder Grimm - Hans Georg Schede

Übrigens nicht übers Tempo wundern. Halt Arm gebrochen und nun (zu) viel Zeit.


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27.02.2016 16:59 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2016 17:05)
avatar  Taxine
#33
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Admin

Na dann gute Besserung, Jatman. Das nächste Mal kannst du ja ruhig auch viel lesen ohne Armbruch. Du musst aber auch immer übertreiben.

Ich hatte leider kaum Zeit zu lesen, aber das hier, das hier hat mich dann doch gepackt. Was für ein liebevoll geschriebenes, unterhaltsames, tragisch schönes, tränenlachhumoriges Buch. Ich meine Bora Cosics „Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution“.
Sein „Land Null“ hat mir auch schon gefallen und der neue Klopper „Die Tutoren“ wird wohl eine wahre Herausforderung werden, sobald ich mir den Schmiss leisten kann und bereit bin für dieses so andere Experiment. (Dieses wiederum unterscheidet sich dann aber doch von dem bereits gelesenen Stoff, ich sage das für die, die "Ulysses" und ähnliche Stilbrüche nicht so mögen.)
In eben genanntem Buch, das auch schön dünn ist, wird die diktatorische Unterdrückung aus der Sicht eines Kindes dargestellt. Erlebnisse werden interpretiert, Geschehen festgehalten, und größtenteils geht es einfach um die Familie des Jungen. Und was für eine und wie könnte man sie nicht lieb gewinnen: Säufer, Frauenaufreißer, Lebenskünstler, Spinner, Gescheiterte, Schimpfende, Halbphilosophen – und immer der Witz dazwischen, die Situationskomik und Gesprächsfetzen, gerade weil sie aus dem Mund des Jungen kommen, der alles eben nach seinem Ermessen interpretiert.

„Ich hatte einen Onkel, Tanten, einen Opa, alles das hatten die anderen auch. Von den anderen sagte man: „Das ist eine Familie!“, von uns nur: „Dieses Pack“."


„Ich hatte Eltern, die am Anfang „Miezekatze!“ zueinander sagten und später: „Blödes Rindvieh!“ und sich dabei noch siezten.“


Na, und das Zitat muss auch noch sein:
„Mama bereitete heißen Slibowitz für alle, ich nahm zwei Schluck und hielt sofort einen Vortrag über die Verteidiger von Leningrad auf Russisch, ohne Rücksicht auf meine Unkenntnis dieser Sprache.“


Aber in diesem Sinne kann man da wirklich fast jeden zweiten Satz zitieren. Das Lesen lohnt!


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28.02.2016 18:25 (zuletzt bearbeitet: 28.02.2016 18:31)
avatar  Jatman1
#34
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Die Zitate haben überzeugt, ist für den "Freie-Auswahl-Stapel" bestellt worden.

"Das nächste Mal kannst du ja ruhig auch viel lesen ohne Armbruch"
Das müsste ich dann aber nochmal meinem Arbeitgeber verständlich verklickern.
Zudem wird er Verdacht schöpfen und vermuten, dass es ein Tipp aus Griechenland ist.


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29.02.2016 19:16
avatar  Taxine
#35
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Admin

Zitat von Jatman1 im Beitrag #34

"Das nächste Mal kannst du ja ruhig auch viel lesen ohne Armbruch"
Das müsste ich dann aber nochmal meinem Arbeitgeber verständlich verklickern.
Zudem wird er Verdacht schöpfen und vermuten, dass es ein Tipp aus Griechenland ist.


Hahaha... ja. Dann muss ich das Meer rauschen lassen, damit er abgelenkt ist.

Ich bin jetzt 60 Seiten weit in Roqs Empfehlung "Ein Gruss von Friedrich Nietzsche". Yepp. Etwas bemüht geschrieben, aber doch unterhaltsam. Auch schöne Sätze drin, so wie dieser hier:
"Stimmt es, dass in der Sowjetunion die Weizenhalme so hoch wie Telegrafenmasten sind? Im Prinzip ja, aber die Abstände zwischen ihnen sind auch so groß wie zwischen Telegrafenmasten."

Har har ... doch, das Buch hat etwas. Was mir gar nicht gefällt, sind die sehr klischeehaften Charaktere. Jeder erfüllt seine typische Rolle, und das trägt viel dazu bei, dass man die Typen alle irgendwie nicht mag, so sehr sie auch herumscherzen, eben weil es nur Schablonen sind. Was gut ist, sind die typischen Angewohnheiten in der DDR, die durchschimmern. Mit dem Humor selbst happert es stark. Mal sehen, wie es weitergeht. Ich lese es auf jeden Fall aus.


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03.03.2016 17:09 (zuletzt bearbeitet: 03.03.2016 17:20)
avatar  Jatman1
#36
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Bora Cosic - Die Rolle meiner Familie....
Musste ich mich gleich mit Begeisterung drüber stürzen. Einfach vom Feinsten. Loriots Ufffta-Oppa trifft auf O Briens Kartoffeln und Kurt Schwitters.
Es hätte immer so weitergehen können. Ging es ja auch - aber ohne Entwicklung. Die vermisste ich ab Seite 50. Oder sie entging mir. Da hätte sie zumindest spätestens einsetzen sollen.

Trotzdem, danke für den Tipp. Sehr belebendes Stakkato Jaaa, das Lesen lohnt.


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