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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: April 2018

in Lektüreliste 05.04.2018 19:27
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

Aber Halleluja. Das ist nun echt ne Hausnummer Wie kann sowas gehen?? Man greift ein Buch und hat keine Erinnerung daran, es schon gelesen zu haben.
Absolut unglaublich.
Vermutlich nur bei Viel(st)lesern möglich.


www.dostojewski.eu
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#17

RE: April 2018

in Lektüreliste 05.04.2018 22:29
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Das passiert mir manchmal sogar in ein und demselben Buch, dass ich nicht mehr weiß, was am Anfang stand. Liegt nicht immer am Buch.




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#18

RE: April 2018

in Lektüreliste 05.04.2018 22:48
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Zitat von Jatman1 im Beitrag #14
Das scheint mir ein Anhaltspunkt dafür zu sein, dass jeder seine Klassiker hat, ohne sie
in jedem Fall sogar überhaupt zu erkennen oder als solche zu begreifen oder zu titulieren. Für mich
muss dann „Altern“ von Voigt wohl z. B. einer sein.
Der „Schrei“ von Przybyszewski, „Der Prozess“ von Kafka oder „Der Großinquisitor“ von Dostojewski
sind vielleicht auch welche für mich?

Ich komme ins Grübeln . . .



Klassiker vs. Favoriten oder Allgemeingültiges vs. individuellen Geschmack. Der Klassiker hat sicher mehr als 30 Jahre auf dem Buckel, aber die von dir genannten Bücher gehören auch zu meinen Favoriten. Ob sie irgendwann Klassiker werden, steht auf einem anderen Blatt. Die Welt wandelt sich, wird medialer, visueller, virtueller. Vielleicht stirbt auch das Medium "Buch" aus. Oder eher ganz bestimmt. Dann gibt's die Klassiker zusammen gefasst auf Blue-ray im 4D-Format.

Letztendlich zählt nur, was einen selbst fasziniert. Dafür ist das Buch geschrieben, um Leser zu finden. Wie viele es sind, ist unwichtig. Es reicht, wenn der Schriftsteller für einen schreibt. Ein Buch kann einen Leser dann akzeptieren oder ablehnen. Der Leser hat übrigens auch das gleiche Recht.
Ich sortiere mein Regal nach diesen Kriterien. Vorne steht, was ich liebe. Und die Russen haben ein eigenes Regal. Vom Klassiker über den Samisdat zur Moderne... Nicht, weil alles gut ist, sondern weil mich das Russische interessiert und berührt. Da bin ich mir selbst gegenüber parteiisch und unabdingbar voreingenommen. Bei anderer Literatur drücke ich selten ein Auge zu.




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zuletzt bearbeitet 05.04.2018 22:52 | nach oben springen

#19

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 10:33
von LX.C • 2.720 Beiträge

Zitat von Taxine im Beitrag #17
Liegt nicht immer am Buch.


Sehr beruhigend

Zitat von Taxine im Beitrag #18
Ich sortiere mein Regal nach diesen Kriterien. Vorne steht, was ich liebe. Und die Russen haben ein eigenes Regal. Vom Klassiker über den Samisdat zur Moderne... Nicht, weil alles gut ist, sondern weil mich das Russische interessiert und berührt. Da bin ich mir selbst gegenüber parteiisch und unabdingbar voreingenommen. Bei anderer Literatur drücke ich selten ein Auge zu.


Mit den Russen, das ist bei mir genauso. Den Russen im Speziellen schließt sich osteuropäische Literatur an. Und die deutschsprachige Literatur hat auch ein eigenes Regal. Ansonsten sortiere ich innerhalb der Ordnung seit ein paar Jahren nach Sterbedatum. Das hat sich insbesondere im Bezug auf Epochen und Strömungen sehr bewährt. Ach ja, und was ich für mich als belanglose U-Literatur erachte, die steht sogar in einem Regal im Flur.


--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
zuletzt bearbeitet 06.04.2018 10:46 | nach oben springen

#20

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 18:12
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Zitat von LX.C im Beitrag #19
Ansonsten sortiere ich innerhalb der Ordnung seit ein paar Jahren nach Sterbedatum.

Interessante Ordnung. Wäre bei meinem löchrigen Gedächtnis allerdings fatal. Ich glaube, ich würde bei meinem Chaos nichts wiederfinden. Zudem müsste ich alle Strömungen und Epochen kennen, dann noch, wer wann gestorben ist (oder sortierst du nach dem Tod der Literatur, hahahaha ). Da scheitert meine Zuordnungsmöglichkeit komplett. Ich sortiere aber z. B. auch nach experimentiellen und liniaren Romanen. Lyrik hat einen ganz eigenen Bereich, auch Tagebücher und Briefe. Biografien komischerweise nicht. Die stehen immer direkt bei den Werken des jeweiligen Schriftstellers. ("Die Traurigkeit der Biografie" (Dávila) ... zum Glück geht sie nicht auf den Roman über.)
In Hinblick auf die russische Vorliebe fällt mir häufig auf, dass mich die slawische Seele und osteuropäische Literatur grundsätzlich anspricht. Da kann ich machen, was ich will.




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#21

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 18:39
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

Nach Sterbedatum. Ich glaube Du vera. . . uns ein wenig Wie kannst Du da was finden?

Bei mir übrigens auch - alles Russische auf einem Fleck . Biographien ebenfalls alle. Darüber hinaus kein System. Sorry fürs wiederholen, aber ich trenne mich weiterhin. Müll in den Müll und wo ich denke, dass es noch zwei Euro gibt, verkaufe ich. Sind sie nach einem Monat nicht weg - Tonne. Stehen bleibt nur, was mir am Herzen hängt und wenn es nur als Erinnerung an eine bestimmte Lebensphase ist.

"slawische Seele und osteuropäische Literatur grundsätzlich anspricht."
Herkunft spielt eine Rolle. Davon bin ich überzeugt. Es bestehen einfach Bezüge, gleich dem wie subtil sie wirken. Genau, da kannst Du machen was Du willst

Das Buch wird glaube Bestand haben. Bei den jetzigen Möglichkeiten und Preisen hätte es ja schon längst verschwunden sein müssen. Diesen Moment ohne Elektronik werden viele Menschen auch weiter zu schätzen wissen. Da steht nicht der Bildungsaspekt oder das kulturelle Erhabensgefühl im Vordergrund, sondern vielleicht schlicht die einfache und seltene Möglichkeit Zeit ohne Elektronik angenehm zu verbringen. Auch zu traumtänzerisch?! Kann sein.

"Das passiert mir manchmal sogar in ein und demselben Buch, dass ich nicht mehr weiß, was am Anfang stand"
Ich werde mal in mich gehen und überlegen, welche Schwäche ich in der Richtung aufzuweisen habe, komme mir sonst zunehmend wie ein Außenseiter vor


www.dostojewski.eu
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#22

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 18:47
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

Nicht viel, aber besser wie nix:

Obwohl fein säuberlich gelistet, habe ich das eine oder andere Buch in Sachen Sekundärliteratur zu Dostojewski doppelt gekauft.
Poh, bin ich froh - ich kann auch doof

"Klassiker zusammen gefasst auf Blue-ray im 4D-Format"
Kannst Du von Dostojewski bereits längst kaufen:
https://www.amazon.de/F-M-Dostojewski-S%...t/dp/3942963000

Nur eben nicht mehr auf einem so aussterbenden Medium wie Blueray


Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft


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#23

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 18:49
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

???????
Mit dieser Werbeeinblendung unter meinem letzten Beitrag habe ich NICHTS zu tun!

Wird ja immer durchgenallter


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#24

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 19:04
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Keine Sorge, dass ist nur der enthaltene Link, der noch einmal verknüpft wird.

Zitat von Jatman1 im Beitrag #22
"Klassiker zusammen gefasst auf Blue-ray im 4D-Format"
Kannst Du von Dostojewski bereits längst kaufen:

Nur eben nicht mehr auf einem so aussterbenden Medium wie Blueray


Hahaha ... will ich haben. Derzeit nicht verfügbar. Anscheinend bin ich nicht auf dem neuesten Stand.
Dann gibt es eben die Klassiker im 4D-Format und als Gehirnchip.
Ha... jetzt kommst du.




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#25

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 19:20
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

Gern - Dostojewski-Abo auf Spotify als Hörbücher. Beim Premum-Abo gibt es die Version nicht nur als Hörbuch, sondern dann auch, wenn verfügbar, als Hörspiel.

oder aber
jederzeit über eine Cloud als pdf lesbar. Bei Premium-Abschluss werden noch alle jeweilgen Verfilmungen zum gerade gelesenen Buch angeboten.

Jetzt wird es schwer für Dich


www.dostojewski.eu
zuletzt bearbeitet 06.04.2018 19:21 | nach oben springen

#26

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 19:43
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

Cormac McCarthy
"Billy Parham und sein Bruder Boyd überschreiten noch einmal die Grenze nach Mexiko. Sie sind auf der Suche nach gestohlenen Pferden und den Mördern ihrer Eltern. Abenteuer in der Wildnis, Leben am Rand der Zivilisation - Cormac McCarthys überwältigender Roman ist ein apokalyptisches Epos über die Liebe, den Tod und die Suche nach Identität."

Hmmm, Epos is nix für mir. Derzeit jedenfalls nicht. Trotzdem


www.dostojewski.eu
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#27

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 19:49
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Zitat von Jatman1 im Beitrag #25
Gern - Dostojewski-Abo auf Spotify als Hörbücher. Beim Premum-Abo gibt es die Version nicht nur als Hörbuch, sondern dann auch, wenn verfügbar, als Hörspiel.

oder aber
jederzeit über eine Cloud als pdf lesbar. Bei Premium-Abschluss werden noch alle jeweilgen Verfilmungen zum gerade gelesenen Buch angeboten.

Jetzt wird es schwer für Dich



Ok. Mit der modernen Augenoperation (sagen wir, etwa um 2045 herum), kannst du dir gratis das Gesamtwerk von Dostojewski auf den Arm tätowieren lassen (etwa da, wo die Uhr sitzt) im Maßstab 1:1000000000000, also mit bloßem Auge nicht sichtbar. Da du aber die Augen-OP auch noch machst, ist das Auge danach in der Lage, das minimalistische Tattoo heranzuzoomen und alles klar und ausführlich zu erkennen. Ganz ohne Abo. Na gut, die OP kostet natürlich einiges. Wahrscheinlich das zweite gute Auge. Man kann in der Zukunft nicht alles haben. Denn "alles" hat seinen Preis. Das nun wieder ist nicht modern.

En Garde ...


Zu McCarthy. "Die Straße" lies mal. Das ist ein dünnes Buch, von dem ich sicher bin, dass es dir gefällt. Die anderen sind mehr filmographisch (modern gesprochen).




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zuletzt bearbeitet 06.04.2018 19:52 | nach oben springen

#28

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 21:38
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

McCarthy. "Die Straße" - soeben bestellt - obwohl skeptisch - dadurch aber um so neugieriger

Wenn endlich die Menschheit das Stadium der gegenständlichen Kommunikation so ca. gegen 2100 hinter sich gelassen hat und die lästige Anbindung an irgendeine Form von Medium zum Gestern gehört, wird das neuroepochale Zeitalter ausgerufen werden.
Durch die genitsche partielle Umkodierung der Doppelhelix-Struktur der DNA, ist das menschliche Gehirn neuronal jederzeit fähig, allein durch den vom Wunsch gesteuerten Willen, Bilder und Töne vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Den Kindern muss in der Schule z. B. das Handy nicht mehr weggenommen werden. Entgegen den Unkenrufern früherer Jahrhunderte, hat die mediale Entwicklung eine weitaus höherisches Moral Wirklichkeit werden lassen. Alle öffentlichen Plätze und Räume sind mit Störsignalen besetzt, die keinen neuronalen Alleingang zulassen. Eine Freiheitseinschränkung ja, aber es hat sich (ganz Großinquisitor) herausgestellt, dass die Mehrheit der Menscheit mit der Freiheit nur verkakt, also ist die Uno erstarkt und hat mit tendenziell diktatorischen Basics, die Menschheit vor sich selbst gerettet.
Zensur ist so auch nicht mehr notwendig bzw. möglich.
Jaaahhh!! wenn das aber in die falschen Hände gerät !!!!!
Gähn - seit 2100 Jahren und mehr immer dieser Grauen des Nebels. Ach nö lass mal.

Habe ich mich etwa verfranst . . . ?

He ho, lets go . . .


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zuletzt bearbeitet 06.04.2018 21:38 | nach oben springen

#29

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 23:01
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Hahahaha... aber gesteuert werden müssen sie ja irgendwie. Zum Beispiel in dieser möglichen Form:
...
Neural-Direkt-Übertragung 7.April 2215 - 06.00 Uhr Akt. Xbox3000, Mentaltraining/Phase 4 (Menschentyp: ungefährlich, geistig bedingt rege/Zielsetzung: Aufklärungseinheit: Motivation, Stimulation und Autosuggestion/Einschränkungen: keine, FSK: ab IQ 120)

ANGEBOT HEUTE:
HOLOGRAMM-ZUGANG zum Klassiker "Im Wendekreis des Krebses". Gekürzte Version (keine vom Verfasser autorisierte Ausgabe). Frei verfügbar mit zwingend notwendigem Stopp um 16.30 Uhr, Quelle: linker Gehirnlappen, 3. DNA-Helix/Anmerkung der Redaktion: bei auffälliger Zunahme des Augenglanzes, Übertragung sofort einstellen und in das Alltagsprogramm wechseln: "TicTac und die Bärchenlieder", tägl. Folge Nr. 32.679)
...




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#30

RE: April 2018

in Lektüreliste 06.04.2018 23:45
von Jatman1 • 1.156 Beiträge

Nein nein. Es muss und kann eben nichts mehr gesteuert werden. Wie bereits jetzt, schwebt jede erdenkliche Information in jeglicher Form ja in der Luft. Das geschieht dann 2100 auch heißt eben nicht mehr W-Lan sondern ist halt auf die DNA basierten Neuronal-Synapsen abgestimmt. Man kann eben inzwischen allein durch den Wunsch, sehen hören lesen was man will. Es muss nichts mehr bereit gestellt werden. Sagst Du: Woher soll ich dann wissen, was ich will? Ja, das wird dann ein Problem sein. Aber kein neues, denn es besteht ja jetzt schon der Info-Overkill. Und da es Zukunft ist wird es eben in einer Form sein, die man jetzt noch nicht so recht fassen kann - wie man bei Deinen Versuchen der Kategorisierung und Systematisierung sehen kann. (Du könntest vermutlich neben sinnlichen Dingen auch aus dem Stand ein technisches Handbuch für konfugiltistische Drehkanstaten schreiben) Marx wird immer noch aktuell sein: Quantität steigtso lange, bis sie dadurch zu einer neuen Qualität erwächst. In diesem konkreten Fall mutiert Vielfalt wieder zu einem informellen Grundrauschen.
Diktatur durch informelle Anarchie!
Paradoxie vom feinsten. Welcher Zensor der Vergangenheit aber auch Gegenwart hätte sich das träumen lassen.

Bevor es jedoch soweit ist, geben wir uns hier mal schön weiter Oldschool-Eckdaten für unsere Synapsen

Hologramme - für mich übrigens immer noch eine faszinierende Angelegenheit - weil sie so gegenständlich erscheint - was sie ja nicht ist.

Dein grünes Smily war für mich bisher immer eins, das sich selbst gegen den Schädel schlägt. Jetzt - nach Deinen klaustrphobischen Angaben sehe ich ein Smily, das mit den Händen beidseitig die unsichtbaren Mauern abtastet von denen es umgeben ist..
Strange.


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zuletzt bearbeitet 06.04.2018 23:55 | nach oben springen


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