Literaturnobelpreis

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04.10.2010 23:20 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2010 23:26)
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#31
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Zitat von Martinus
Dario Fo hat vor seinem Nobelpreis wohl kaum jemand von euch gekannt, nicht wahr?



Ist ein internationaler Preis, hat niemand behauptet, dass man in Deutschland alle kennen muss.


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04.10.2010 23:34 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2010 23:45)
avatar  Taxine
#32
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Admin

Naja, um literarische Entdeckungen zu machen, bedarf es keines Literatur-Nobelpreises.
Coetzee z. B., den habe ich schon mehrfach vor seinem Preis gelesen.

Vielleicht ist der Bekanntheitsgrad auch nicht immer so gering, wie hier dargestellt. Ko Un wurde z. B. schon vor fünf Jahren bei Arte besprochen und vorgestellt.


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04.10.2010 23:39 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2010 23:45)
#33
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Zitat von Taxine

Ko Un wurde z. B. schon vor fünf Jahren bei Arte besprochen und vorgestellt.



Diese Sendung hatte ich verpasst, schade.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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04.10.2010 23:41
avatar  Taxine
#34
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Admin

Wird bestimmt wiederholt und um viel Sicht und Ansicht erweitert.


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05.10.2010 01:15 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2010 01:17)
avatar  Taxine
#35
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Admin

Zitat von Roquairol
Nach Herta Müller im letzten Jahr wäre das wohl auch etwas zu viel verlangt.



Hm... inwiefern? Würde man die literarischen Qualitäten (inbegriffen der gesellschaftlichen Kritik und Stellungsnahme) tatsächlich beachten, würde ein "Land" oder wer vorher bedacht wurde, überhaupt keine Rolle spielen.

Oder?

(Kleine Herausforderung. )


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05.10.2010 09:27
#36
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Zitat von Taxine

Zitat von Roquairol
Nach Herta Müller im letzten Jahr wäre das wohl auch etwas zu viel verlangt.



Hm... inwiefern? Würde man die literarischen Qualitäten (inbegriffen der gesellschaftlichen Kritik und Stellungsnahme) tatsächlich beachten, würde ein "Land" oder wer vorher bedacht wurde, überhaupt keine Rolle spielen.




Tja, würde - wird aber nicht ... Man ist da vielmehr auch sehr auf internationale Ausgewogenheit bedacht. Jedenfalls gab es in der Geschichte des Lit.-Nobelpreises noch nie zwei aufeinanderfolgende Preisträger aus demselben Land. Und nicht nur für die Beobachter, sondern auch für die Kommission selbst spielen wohl immer Überlegungen eine Rolle wie "jetzt wäre endlich mal wieder ein Südamerikaner an der Reihe" ...

05.10.2010 09:51 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2010 09:52)
#37
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Und außerdem wäre ich für eine neue Sparte des Literaturnobelpreises:

Literaturpreis - post mortem!

Als da wären...

Olle Goethe, zum Beispiel, würde rote Backen kriegen, oder der Heinz Erhardt erst...
(Scherz.)

Aber da gäbe es dann doch nun wirklich was zu verteilen und die gute alte Garde der ewig zitierten aber auch ewig Nichtgelesenen käme dann endlich wieder - auf die Ladentische.
Ohne Mängelstempelchen und verlagliche Schleimerbonusse.

Die Made

Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.

Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
"Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol. So leb denn wohl!

Halt, noch eins! Denk, was geschah,
geh nicht aus, denk an Papa!"

Also sprach sie und entwich. -
Made junior aber schlich hinterdrein;
doch das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade
Made ohne Gnade. Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde ....

Noch'n Gedicht?

Der König Erl
(Frei nach Johann Wolfgang von Frankfurt)

Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
Es ist der Vater. Es ist gleich acht.
Im Arm den Knaben er wohl hält,
er hält ihn warm, denn er ist erkält’.
Halb drei, halb fünf. Es wird schon hell.
Noch immer reitet der Vater schnell.
Erreicht den Hof mit Müh und Not ---
der Knabe lebt, das Pferd ist tot!

Gäbe es doch mehr Erhardts und weniger von diesen schmachtlockigen Blutleeren...


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05.10.2010 13:29 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2010 13:30)
avatar  Taxine
#38
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Admin

Zitat von Roquairol
Und nicht nur für die Beobachter, sondern auch für die Kommission selbst spielen wohl immer Überlegungen eine Rolle wie "jetzt wäre endlich mal wieder ein Südamerikaner an der Reihe" ...


Ja, so is es. Und dadurch verschiebt sich irgendwie die Gerechtigkeit eines solchen Preises. Statt ausschließlich nach dem Wert der Literatur zu suchen, wird nach "Interessen" und "wer war noch nicht" geurteilt. Ist natürlich - so weltweit - auch ziemlich schwierig.
Obwohl:
Wenn meinereiner den Preis verleihen würde, dann würde ich mir fünf alteingesessene und erfahrene Schriftsteller mit völlig verschiedenen Schreibstilen und Ansichten über "Was ist Literatur" an die Seite holen, zehn fette Sponsoren, die absolut nichts zu sagen haben, jedoch unbedingt Freunde der Literatur sein müssen, und etliche Späher, die auf der ganzen Welt die Geheimtipps der Literatur zusammensuchen, die die Leute tief bewegt oder beeindruckt haben, plus einem Trupp "gieriger Leser", die die Auswahl treffen.
Die fünf Literaten werden sich dann über den Rest zerstreiten, bis ihnen die Haare ausfallen und drei Autoren nach langem Hin und Her endlich in der engeren Wahl sind. Diese drei müssen dann innerhalb eines halben Jahres einen Kurzroman schreiben, von denen der ausgefallenste mit Tiefe gewinnt.
So..., also so einfach wäre das. Gar kein Probleeeeem!

... und verschlang die kleine fade Made, das war schade.
Übrig blieb die Literatüüür!


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05.10.2010 18:12
#39
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Und wenn ich den Preis verleihen würde, tjaaaa - dann würde ich mich mit den erlesensten Neuveröffentlichungen der jüngeren Zeit ins stille Kämmerlein zurückziehen, eine gute Flasche Whisky öffnen, fünf der Bücher nach Duchblättern der ersten Seiten in die Ecke werfen, mich im sexten vergnügt festlesen und darüber bei sich leerender Whiskyflasche die Nacht verbringen ...

... in den frühen Morgenstunden dann schließlich hochsschrecken und der Welt mein Urteil verkünden, es sei jetzt endlich mal wieder ein Südamerikaner an der Reihe ...

05.10.2010 18:44
#40
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Zitat von Roquairol
und darüber bei sich leerender Whiskyflasche die Nacht verbringen ...



Wenn der Whiskey gut war, dann wäre doch eigentlich ein Schotte an der Reihe...


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05.10.2010 19:35
#41
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Das wäre natürlich überhaupt die Idee - den Preis endlich dem Herrn Johnnie Walker zu verleihen, für herausragende Verdienste um die Weltliteratur ...

05.10.2010 19:50
#42
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Ja, oder an Missi Macallan - Fine Oak! Ich nenne alle Islas immer Missi, weil - sie haben etwas grundlegend jungfräuliches an sich, bis zum elften Glas, jedenfalls...

Aber neigen wir uns nun wieder den so spröde weltlichen Themen zu.


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05.10.2010 20:21
#43
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Zitat von Patmöser


Aber neigen wir uns nun wieder den so spröde weltlichen Themen zu.



Nö, wieso?
Ich lad dich zu einem Glenmorangie in die Bar ein ...

05.10.2010 20:28 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2010 20:31)
avatar  Taxine
#44
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Admin

Zitat von Roquairol
Und wenn ich den Preis verleihen würde, tjaaaa - dann würde ich mich mit den erlesensten Neuveröffentlichungen der jüngeren Zeit ins stille Kämmerlein zurückziehen, eine gute Flasche Whisky öffnen, fünf der Bücher nach Duchblättern der ersten Seiten in die Ecke werfen, mich im sexten vergnügt festlesen und darüber bei sich leerender Whiskyflasche die Nacht verbringen ...
... in den frühen Morgenstunden dann schließlich hochsschrecken und der Welt mein Urteil verkünden, es sei jetzt endlich mal wieder ein Südamerikaner an der Reihe ...





Ich wette, die handhaben das da ganz ähnlich. Außer, dass du wenigstens eines der Bücher wirklich liest.


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05.10.2010 21:21
#45
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Zitat von Roquairol

Zitat von Patmöser


Aber neigen wir uns nun wieder den so spröde weltlichen Themen zu.



Nö, wieso?
Ich lad dich zu einem Glenmorangie in die Bar ein ...




Gern, gern würd ich den Laden einmal, mit dir zusammen und so nach diversen Sorten, durchprobieren.

Nur: Wenn ich dann, irgendwann, ein Napoleon - Gesicht mache und anfange, existenzialistische Lyrik in Algonkin vorzutragen, dann wird es höchste Zeit, ein Taxi zu rufen...



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