Mitleid

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29.01.2010 18:09
#31
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Zitat von Bea
Daran glaube ich!



Ja Bea - die Liebe: Von vielen begehrt und doch von so wenigen
gelebt. Würde man sonst so viele Klagen hören Land ein Land aus?


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31.01.2010 14:43 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 14:44)
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#32
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Meynereyns: Mitgefühl ist überall und in jeder Form allgegenwärtig und jedes kostbare Menschenleben nimmt daran teil, erlebt Es und erfährt Es. Doch dies in unterschiedlichen Bedingungen und aus verschiedenen Ursachen. Ohne Mitgefühl erwächst kein Menschenwesen, aus dem Heranerwachsenen in den Abschied aus der Körperform. zB. Ein neugeborenes Menschenwesen ist hilflos und nur das Mitgefühl erhält es am Leben.
Rechtens ist aber auch das es wie in allem eine Anhäufung an Erfahrungen der Mitempfindung sowie eine Abwesenheit in vielen, und viel zu vielen Lebenssituationen gibt! Der Feind des Mitgefühls ist die Eigensucht, demnach die Abwesenheit der Mitempfindung. Dennoch kann jeder Mensch sein Mitempfinden mit jedem Atem immer allgegenwärtig in die Bewußtheit verankern, es ist nur eine Schulung aus Disziplin sowie das alltägliche Praktizieren.Liebe ist eine in die Bewußtheit eingedrungende Übung!
Die Basisenergien sind Demut sowie die Freude an dem Glück des Werden und das hinnehmen des Vergehens....

Analytisches Vorgehen zum Schwertträger des Mitgefühls, ist die Eigenüberprüfung der vermeintlichen Glückskonzepte in die Realitätsnähe zum Mitgefühl????? Jedes vermeintliche Glück erwartet Handlungen aus Mitgefühl!Praxis ist der Meyster!

In Haiti war und ist das Mitgefühl allgegenwärtig, es wird vielleicht von dem Einen oder Anderen nur nicht erkannt, sowie zuwenig praktiziert! In Haiti ist aber auch die Selbstsucht allgegenwärtig und nicht nur Dort!

Mitleidig klagen hilft nicht, sich beschweren weniger, wer mitfühlt.... handelt in seinem Sein, Hier und Jetzt!

Buddhistisch: Der Atem ist die Herzwurzel des Mitgefühls, dennoch muss er wieder zum Herzen vordringen....
Hugh, ich habe gesprochen..

Gruus vom ollen Grummelb A er


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31.01.2010 16:55
#33
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Die Mutter und die Schwester von Nietzsche hatten tätiges Mitleid
mit ihrem Sohn und Bruder. Es hat sie bestimmt auch viel Kraft
gekostet. Zum Glück haben sie aus dem Herzen heraus gehandelt und
nicht nach den Schriften ihres Friedrich.


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31.01.2010 17:41
#34
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Wenn du wüsstest, wie sehr er unter diesem Mitleid gelitten hat! Und zwar zu Recht.

31.01.2010 17:45 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 17:59)
#35
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Hallo,

Zum Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl stelle ich mir folgende Situation vor, ein Beispiel, was ich bewusst krass formuliere:

Ein Klient geht zu seinem Psychotherapeuten und sagt, meine Frau geht fremd und fängt an zu weinen. Wenn der Psychotherapeut Mitleid hat, leidet er mit seinem Klienten, könnte letzten Endes auch mitweinen. Aber für den Klienten ist es doch keine Hilfe, wenn sein Therapeut nun auch jammert, wie schrecklich das Leben sei und seinem Klienten auch noch ins Gesicht schlägt, wenn er sagt, es wird bald wieder alles gut.

Mitgefühl ist, wenn der Therapeut mitfühlt und die Gefühle des Klienten verbalisiert oder diese ihm auf andere Art und Weise zeigen kann, der Klient auf diese Weise verinnerlichen kann, sein Therapeut verstehe ihn. Das ist das Grundprinzip von Empathie, der Klient fühlt sich dann nicht mehr allein, jemand versteht ihn. Und wenn dadurch der Klient seine Gefühle selbst reflektieren kann, setzt ein Heilungsprozess ein. Ich rede hier von der Klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers. Das ist von mir nur sehr simpel und vereinfacht angedeutet und auch nur ein Teil dieses Verfahrens. Man folge dem link und dem Buch "Therapeut und Klient" von Carl R. Rogers, der übrigens ursprünglich von der Theologie herkommt und dann ein großer Psychotherapeut wurde. Die Grundpfeiler dieses therapeutischen Verfahrens sind Akzeptanz, Empathie, Echtheit. Man muss nicht Psychotherapeut werden, um sich mit diesem Verfahren vertraut zu machen. Klientenzentrierte Gesprächsführung kann theoretisch jeder lernen und ist hilfreich in helfenden Berufen. Im Grunde genommen ist das Verfahren keine Lehre, sondern eine menschenfreundliche Lebenseinstellung, die auf Nächstenliebe basiert (Humanistische Psychologie).

Das nur kurz von mir.

Liebe Grüße
mArtinus/Psycho nach Hitchkock



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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31.01.2010 17:48 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 17:51)
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#36
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Admin

Zitat von marlenja
Die Mutter und die Schwester von Nietzsche hatten tätiges Mitleid
mit ihrem Sohn und Bruder. Es hat sie bestimmt auch viel Kraft
gekostet. Zum Glück haben sie aus dem Herzen heraus gehandelt und
nicht nach den Schriften ihres Friedrich.



Seine Schwester hat so viel "Mitleid" mit ihm gehabt, dass sie ihn ausstellte wie ein kurioses Möbelstück und raffgierig seine Notizen zusammenklaubte.
Dass Mutter und Schwester nicht nach seinem Werk gehandelt haben, liegt ganz einfach daran, dass sie es nicht begriffen (wahrscheinlich nicht einmal völlig gelesen) haben. Denn hätten sie es begriffen, wären sie ihm anders begegnet, so, wie Nietzsche es gewollt hätte.


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31.01.2010 18:02 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:03)
#37
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Zitat von Taxine
Denn hätten sie es begriffen, wären sie ihm anders begegnet, so, wie Nietzsche es gewollt hätte.




Ich glaube nicht, Taxinchen, das sie den Sohn, oder Bruder, jemals verstanden hätten, oder es hätten können. Die Schwester aus diesen und die Mutter aus jenen Gründen nicht.
Und das mit dem - Nietzsche verstehen, das ist wohl genauso vielfältig, wie die unendlichen Möglichkeiten des menschlichen Geistes selbst. Der menschliche Geist, universell, unergründbar.

Zum Mitleid:

Mitleid ist für mich eine Vorstufe, oder das Fundament für das demenstprechen weitere Handeln, das Handeln in den Richtungen, die das Mitleid in mir herausfordert, oder herausgefordert hat. Also Mitleid dann hier als erste Stufe einer Herausforderung, an mich persönlich und damit in ein übergehendes Handeln, "an" den Menschen, oder Tieren, also der Kreatur, im engsten und weitesten Sinne, überhaupt.

Peter


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31.01.2010 18:06
#38
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Die Motivation - warum ein Mensch einem andern Menschen hilft
ist wohl manigfaltiger Natur. Wer mag den wahren Begeggrund ergründen?

Eines darf ich hier bezeugen: Das mir Mitleid anderer Menschen in
den schwärzesten Tagen meines Lebens - geholfen hat.


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31.01.2010 18:09
#39
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Zitat von marlenja


Eines darf ich hier bezeugen: Das mir Mitleid anderer Menschen in
den schwärzesten Tagen meines Lebens - geholfen hat.



Hat dir das Mitleid geholfen, Marlenja, oder die tätige Hilfe, die aus dem Mitleid(en) heraus erfolgte?

Grüße,
Peter


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31.01.2010 18:10 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:12)
avatar  Taxine
#40
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Admin

Zitat von marlenja
Die Motivation - warum ein Mensch einem andern Menschen hilft
ist wohl manigfaltiger Natur. Wer mag den wahren Begeggrund ergründen?



Bei der Schwester ist die Motivation recht eindeutig: keine Nächstenliebe, sondern Geldgier und Anteil haben wollende Ruhmessucht.


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31.01.2010 18:15 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:25)
avatar  Taxine
#41
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Admin

Zitat von marlenja

Eines darf ich hier bezeugen: Das mir Mitleid anderer Menschen in
den schwärzesten Tagen meines Lebens - geholfen hat.



Vielleicht eine charakterliche Eigenschaft, ein Hang, sein Leid mit anderen zu teilen?
Was bringt denn ein Mensch, der sich hinunterbeugt und dir über das Haupt streicht und sagt: "Das tut mir so leid für dich!" (Das Problem wird er dadurch nicht für dich lösen.)
Ich sehe darin keine Hilfe, sondern nur einen traurigen Menschen, der gerne öffentlich traurig ist.
Eine zu hinterfragende Neigung, weil damit auch die nächste Neigung aufkommt, sich, falls nötig, Leid schaffen zu müssen, um beachtet zu werden.

Die Gefahr bleibt, sich nicht selbst aus diesem Leid befreien zu können, wenn es darauf ankommt.


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31.01.2010 18:15 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:19)
#42
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Zitat von Taxine
Denn hätten sie es begriffen, wären sie ihm anders begegnet, so, wie Nietzsche es gewollt hätte.



Das ist das wichtigste überhaupt. Wir dürfen nicht etwas tun, was der andere nicht will. Das wäre dass Gegenteil von Mitgefühl. Wenn jemand heult, z.B. ein Kind oder sonst wer, dürfen wir uns nie erlauben zu sagen: "Hör' mit der Heulerei auf", denn dieser Satz entspricht nicht dem Gefühl, was der andere hat.... Es heißt doch aber Mitgefühl, die Gefühle des anderen verstehen - ach so, ja ja.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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31.01.2010 18:18 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:18)
avatar  Taxine
#43
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Admin

Zitat von Martinus
Das ist das wichtigste überhaupt. Wir dürfen nicht etwas tun, was der andere nicht will. Das wäre dass Gegenteil von Mitgefühl.



Ja, Mitleid ist schon schlimm, aber aufgedrängtes, gegen den Willen aufgedrängtes Mitleid ist ein schlimmer Zug im Menschen, hat nichts mit Nächstenliebe zu tun, sondern mit dem eigenen Wunsch, sich unbedingt "helfend" aufdrängen zu wollen. Kurz: Selbstdarstellung.


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31.01.2010 18:32 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:34)
#44
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Zitat von Taxine

Zitat von Martinus
Das ist das wichtigste überhaupt. Wir dürfen nicht etwas tun, was der andere nicht will. Das wäre dass Gegenteil von Mitgefühl.



Ja, Mitleid ist schon schlimm, aber aufgedrängtes, gegen den Willen aufgedrängtes Mitleid ist ein schlimmer Zug im Menschen, hat nichts mit Nächstenliebe zu tun, sondern mit dem eigenen Wunsch, sich unbedingt "helfend" aufdrängen zu wollen. Kurz: Selbstdarstellung.




Zwiespältig..., dabei nachdenklich...

Als meine Mutter starb, an Lungenkrebs, und ich dabei zusah, wie langsam aber stetig das Wasser in die zerfressene Lunge eindrang, da hatte ich nur noch diese Option - mein Leid und mein Mitleiden meiner Mutter als Trost und vielleicht auch letzte Liebesgabe zu schenken. In diesem Moment empfand ich Mitleid, mein Mitleid, als ein unbedingt etwas zu übermittelndes, als ein zu "zeigendes", und als Trost. Wer dem Vadder Hein einmal bei seiner "arbeit zuschaute", der wird mich vielleicht verstehen...

Leide ich selbst, verkrieche ich mich grundsätzlich vor den Menschen, sie wirken dann störend und leidverstärkend. Für mich.


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31.01.2010 18:37 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2010 18:39)
avatar  Taxine
#45
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Admin

Ich meinte: Wenn ein Mensch mir mehrfach zu verstehen gibt, dass ihn mein "Mitleid" belastet und nicht hilft, wenn er es mir durch Worte und Reaktion verständlich macht, dann muss ich einsehen, dass ich nicht richtig handle, so sehr es mich auch aus Liebe dazu drängt. Hier gilt es, mich selbst und meine "Moral" zu überwinden, zugunsten des geliebten Menschen.
Das ist natürlich ein schlimmes Dilemma, ich weiß, lieber Patmos, und die Wirklichkeit wird immer wieder neue Begebenheiten auftun, in denen man nicht weiß, wie man wirklich reagieren wird.


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