Dezember 2010

  • Seite 4 von 6
13.12.2010 22:36
avatar  Taxine
#46
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Admin

Jawohl, in Höchstform... und ich schlürfe wirklich und wahrhaftig,
da jeder Satz ein ganzes Buch,
jedes Wort so gewählt,
von der Palette auf das Blatt getüpfelt,
Bilder sich an Bilder reihen...

Dieses Werk lässt sich kaum einfach so lesen. Man verweilt. Und staunt über diese erhabenen Sätze.

Gepriesen sei der Himmel nebst allen Heiligen,
der uns endlich ein Abenteuer beschert hat, das etwas einträgt!

(Cervantes "Don Quijote")


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15.12.2010 14:49
avatar  LX.C
#47
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Hesse - Klingsors letzter Sommer


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16.12.2010 22:28
avatar  Jatman1
#48
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Przybyszewski - Der Schrei

Am Rande:
Ich habe jetzt die ersten 20 Seiten gelesen. Begeisterung ist die alte. Jetzt aber meldet sich wieder das "Rauch-Syndrom". Ich vermag meine Begeisterung nicht zu beschreiben; selbst den Inhalt nicht. Wenn es ausgelesen ist, werde ich es trotzdem versuchen.


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17.12.2010 00:11 (zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 02:46)
avatar  Taxine
#49
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Admin

Das kriegste schon hin, Jatman. Meine Begeisterung sieht in etwa soooo aus:

"Der Schrei" gehört für mich in die untere Liste der eindruckvollsten Bücher 2010. Das ist ein wahnsinniger, kleiner Roman, bestehend aus einem gellenden Schrei und einer Straße, wobei sich beide in den tiefen Abgründen des Künstlers vermengen. Doch der Schrei ist kein einfacher Schrei und die Straße keine einfache Straße, sondern in der Verschmelzung beider eine "Straße verröchelnder Seufzer"... bis in das Innenleben tiefer Quälereien.
Das Werk habe ich in wenigen Stunden verschlungen und werde es wieder und wieder lesen. Das ist, als hätte Przybyszewski dem Künstler ganz tief in seine zerquälten Augen gesehen, als hätte er sich "Das Werk" von Zola als Boden zementiert und darauf surreale bis kafkaeske, düstere und wahnsinnig poetische Motive aufleben lassen, in denen man selbst kaum noch zu Atem kommt.

In seinen Erinnerungen schrieb Przybyszewski:

Zitat von Przybyszewski "Ferne komm ich her"
Und nun vernahmen sie auf einmal donnernde, heroische Märsche, den Schmerz der gänzlich nackten Seele, schreckliches, schmerzliches Leid, heroisches Leid, das sich hinter einem vornehmen Lächeln vor Menschen verbirgt, und wenn es sich einmal verrät, dann in einem Schrei, der die Himmel zerfetzt, wie auf Edvard Munchs Bild: "Der Schrei".


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17.12.2010 10:33 (zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 10:33)
avatar  Jatman1
#50
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Taxine - Dein Tempo ist einfach immer wieder unklar.
Und selbstredend war es Dir vergönnt, eine zutreffende Beschreibung hinzulegen. Thanx.
Durch deine kurzen Sätze, ist mir bereits bewusst geworden, dass mich nicht der Inhalt, sondern die Form fasziniert, wenn man das mal trennen will. Gleich dem, um was es geht. Es liest sich einfach fantastisch. Man liest, erlebt und kann sich daran ergötzen und immer wieder staunen, was er da aufs Papier bringt. Es gibt auch keine Höhepunkte im eigentlichen Sinn – jede Seite ist einer. Man braucht nicht warten, bis es wieder fesselnd oder begeisternd wird. In gewisser Weise ist das ganze Buch ein einziger Schrei – aber, wie er es beschreibt: Ein Schrei den man nicht hört.

"Der Schrei gehört für mich in die untere Liste der eindrucksvollsten Bücher 2010."
Was für eine untere Liste? Oder ein unterer Listenplatz. Glaube ich ja eher nicht.


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17.12.2010 10:55
avatar  LX.C
#51
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Hlasko - Hafen der Sehnsucht


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17.12.2010 14:19
#52
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William Faulkner: Licht im August


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17.12.2010 15:12 (zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 15:13)
#53
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Zitat von Patmöser
William Faulkner: Licht im August


Famos.

Mein letzter Roman des Jahres: Ngũgĩ wa Thiong’o: Matigari



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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17.12.2010 15:50 (zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 16:51)
avatar  Taxine
#54
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Admin

Zitat von Jatman1
Taxine - Dein Tempo ist einfach immer wieder unklar.
Und selbstredend war es Dir vergönnt, eine zutreffende Beschreibung hinzulegen. Thanx.


Was ist an meinem Tempo unklar und was spielt das für eine Rolle? War doch keine Leserunde.

Mich haben sowohl Stil, Form als auch Inhalt angesprochen. Da stimmt einfach alles. Wir können uns da gerne noch ausführlicher austauschen.

Mit unterer Liste meine ich die Lektürliste in "Gedanken vom Tag", in denen wir unsere 2010 Höhepunkte und ggf. auch Enttäuschungen festgehalten haben.

Liebe Grüße
Taxine


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17.12.2010 16:42
avatar  Taxine
#55
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Admin

Zitat von Martinus

Zitat von Patmöser
William Faulkner: Licht im August


Famos.



So gut?


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17.12.2010 17:35 (zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 17:37)
#56
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Ja, sehr gut. Lest das alle. Drei Menschenschicksale werden miteinander verwoben, stream of consciousness. Ich kann mir gut vorstellen, dass dir und euch dieser Roman gefällt. Anspruchsvoll, eine Handlung die mitreißt, sprachlich wird es euren/deinen literarischen Ansprüchen genügen - also, mal ganz ehrlich, one of the best from USA. Der Roman ist nicht so kompliziert wie manch anderer Faulkner-Roman, darum als Einstieg sehr empfehlenswert, und solch ein Einstieg ist schon literarisches Gold. Also los.....! (manch andere Romane verblassen dann wieder). Ich habe ja noch die alte Übersetzung.

Warum nicht, ich könnte für nächstes Jahr mir dieses Platin als reread vornehmen. Zeit wird's sowieso.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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17.12.2010 17:42
avatar  LX.C
#57
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Und ich sollte mir dieses Jahr gar nichts mehr vornehmen. Stapelt sich schon wieder alles. Hab schon Druck in der Brust.

("autosave" stand grad oben rechts. Hier tut sich wieder wat.)


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17.12.2010 17:47
avatar  Krümel
#58
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Zitat von Taxine

So gut?



Paul Ingendaay schreibt in der neuen Übersetzung zum Werk “verstörend”, und genauso habe ich es empfunden. Fast tiefste Schwermut legten sich über die Tage beim Lesen, und deshalb kann ich dieses Buch nur eingeschränkt weiterempfehlen. Aber, ich bin ja auch ein Jammerlappen


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17.12.2010 18:06
avatar  Taxine
#59
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Admin

Zitat von LX.C


("autosave" stand grad oben rechts. Hier tut sich wieder wat.)



Autosave??? Werde gleich mal nachsehen.


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17.12.2010 18:19 (zuletzt bearbeitet: 17.12.2010 18:19)
avatar  Taxine
#60
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Admin

Ich werde nächstes Jahr wohl dann den Faulkner lesen, auch darum, weil ich noch nichts von ihm kenne. Vielen Dank für Empfehlung und Warnung. Mal sehen, wie der Roman auf mich wirkt.


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