Gedanken vom Tag - allgemein Nr. 3
Da müsste man doch jetzt zum Kracht-Bücherkaufbykott aufrufen. Bin jetzt froh, dass ich von dem nichts gelesen habe. Wollte mal seinen Romanerstling kaufen, bin jetzt froh, dass ich das bleibengelassen habe.
Zitat von aus wikipedia
Georg Diez schreibt 2012 anlässlich des Erscheinens des Romanes Imperium im Magazin Der Spiegel Christian Kracht sei der Céline seiner Generation. An Krachts Beispiel könne man sehen, wie antimodernes, demokratiefeindliches, totalitäres Denken seinen Weg findet hinein in den Mainstraim.
Ja, ja... und im Sinne der Aufsteiger moderner, literarischer Marktwirtschaft:
"Sie füllen die ausgedehnte Leere mit sich und ihren Worten, und mit ihren Worten erzählen sie zum hunderttausendsten Mal die wenigen Geschichten, die wenigen klassischen Bücher, die lange vor euch geschaffen wurden und die ihr euch, tödlich gelangweilt, immer von neuem, in schlechten und weniger schlechten Nacherzählungen anhören müsst."
(Natan Dubowizki "Nahe Null")
Und der Trug geht weiter: bei etlichen Hostern und allen Social Networks gibt es eine Klausel, die besagt, dass alle Fotos, die hochgeladen werden, in das Verwertungsrecht dieser Seiten, Server und Plattformen fallen und zu Werbezwecken (weiter) verwendet werden dürfen. Das ist ja schon hammerhart, aber das Verwertungsrecht geht sogar über die Mitgliedschaft hinaus und bleibt weiter bestehen, auf unbestimmte Zeit. (Die Plattformen, Server und Hoster schützen sich einfach durch ganz pauschal gehaltene Angaben in ihren Nutzerbestimmungen).
Da können die also die Fotos nehmen und verwenden, wo auch immer und wann auch immer die wollen. Sie gestehen aber den Usern großzügig zu, dass diese (sind sie ja immerhin Urheber) ihre eigenen Fotos ebenfalls andernorts verwenden dürfen und von den jeweiligen Hostern, Networks oder Servern dann nicht verklagt werden. Wie gütig.
Hoffentlich geht das Recht nicht irgendwann darüber hinaus und auch Text, Gedanke oder Idee werden ... zu Werbezwecken ... weiter verwendet und du kannst schon froh sein, dass sie dich nicht verklagen, weil du wagst, deinen eigenen Text woanders einzustellen.

Dann klage ich bis zum Bundesverfassungsgericht, werteste, oder gleich bis Den Haag. Bei Facebook habe ich mein Geburtsdatum mit etwa 1910 angegeben. Ich weiß nicht, ob die das gemerkt haben.
Beachtliches Alter. Die denken sich: wow... die Rentner sind aber auf unserer Plattform aktiver als gedacht.
Kein Wunder. Wenn schon die Rente weniger ist, dann kann man sich wenigstens virtuell amüsieren, ganz ohne Kosten.
Man muss zwar in Kauf nehmen, dass Facebook mit den eigenen alten Fottttos aus'm Krieg Heineken-Werbung macht, aber wenigstens is man dann im hohen Alter doch noch berühmt geworden... 
Ich habe dort auch eine Spielerei drin, wo ich über meinen Namen schreibe aber nicht über mich selbst. Dieser Text ist ja auch hier unter "Spielereien" drin. Bloß jezt , habe gerade nachgesehen, seitdem ich die "Timeline" drin habe, finde ich mein (fiktives) Geburtsdatum nicht mehr. Eigentlich schade. Bei "Geburt" steht nichts drin. Muss mal gucken, ob ich das Datum wieder hineinbekomme.
Unter "Geburt" habe ich jetzt folgendes hingeschrieben:
"Ich gehe mal davon aus, dass ich geplant war. Habe aber aus Anstand niemals nachgefragt."
Bei der Arbeit an einer neuen Story sind mir vorhin drei vollgeschriebene DIN A 4 Seiten, Arial, Schriftgröße 12 draufgegangen, weil ich sie versehentlich gelöscht bzw. überschrieben habe. Macht aber nichts. Jetzt merke ich, wie toll so ein Gehirn ist. Es ist überhaupt kein Problem, diesen (angeblichen) Verlust wieder zu rekonstruieren. Einfach fantastisch.
Dem Karneval entkommt man nicht. Die Narren ziehen heute durch Thessaloniki und morgen ist Rosenmontag. Hiiilfe... 
Zitat von Martinus
Bei der Arbeit an einer neuen Story sind mir vorhin drei vollgeschriebene DIN A 4 Seiten, Arial, Schriftgröße 12 draufgegangen, weil ich sie versehentlich gelöscht bzw. überschrieben habe. Macht aber nichts. Jetzt merke ich, wie toll so ein Gehirn ist. Es ist überhaupt kein Problem, diesen (angeblichen) Verlust wieder zu rekonstruieren. Einfach fantastisch.
Ja, und auch das dann wieder ein schönes Beispiel für das Loslassen: Entweder sich stundenlang darüber ärgern und herumjammern oder sich einfach sofort überwinden und noch einmal ransetzen... solange der Eindruck noch frisch ist...
Meistens ist die Erfahrung daraus gewonnen, dass es, wenn rekonstruiert, häufig mit mehr Sorgfalt geschieht und darum dann auch besser gelingt. So kann man dann auch nicht von Verlust reden. Ab und an erwächst auch die Erkenntnis: war eh Unsinn. Und dann macht es noch weniger aus. 
Hallo Taxine,
ich hatte mich gar nicht so geärgert und dachte zuerst, dass bekomme ich nicht mehr hin. Nach einer gewissen Zeit fiel mir der erste Satz wieder ein, dann ging es immer so weiter, schließlich war alles wieder da (sonst hätte ich wirklich loslassen müssen
). Jetzt mache ich es so, dass ich, wenn ich schreibe, nach dem Speichern immer alles gleich auf einen USB-Stick drauf schicke. Good Idea.
. Das war sowieso nur eine flüchtige Vorschrift gewesen, die inzwischen weiter ausgebaut ist.
Liebe Grüße
Martinus
Dann liegt die ganze Kraft im ersten Satz, bis der Stein wieder ins Rollen kommt... Auch nicht schlecht. ![]()
Mein Vater hat mir als kleines Andenken zwei schöne Tschechow-Ausgaben aus dem Regal meines Opas zugesendet. So schöne, kleine, herrliche Bücher. Das erfreut Herz und Seele. Fast ein Jahr ist es her und so manche Erinnerung weitet die Brust aufs Neue... 
"Wenn wir uns nach ihnen sehnen, ist es nur eine wehmütigere Weise, sie fortzulieben - und wenn wir an ihr Scheiden denken, so vergießen wir ja so gut Tränen, als wenn wir uns ihr frohes Wiedersehen malen, und die Tränen sind wohl nicht verschieden..."
(Jean Paul "Siebenkäs")
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