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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 13.12.2007 23:36
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
In erster Linie bleibt mir immer unverständlich, wie man in weltlichen und auch politischen Hinterfragungen die Religion zu Rate ziehen kann.
Eine gemeinsame Zwangsvorstellung... sagen böse Zungen. Andere bezeichnen Gott als den rettenden Lichtstrahl in die dunkle Seele.
Ist Gott nicht viel eher diese unsinnige Stütze, an die der Mensch sich klammert, als wäre er dadurch weniger Treibholz im Strom? Bedeutung erschaffen, der Sinnlosigkeit entkommen...
Der letzte Lichtstrahl, der in die Seele dringt und dort alle verstreute Wahrheit in einer Mitte bündelt..., wann und vor allen Dingen... wie... ist er gefunden?

Der Glaube erhebt sich immer über die Religionen, und ein Allmächtiger hat darin eigentlich nichts zu suchen.
Bei mir bleibt die Skepsis darum, weil der Glaube eben auch nur durch Menschen gemacht, also Illusion ist, hiermit Verschönerung des Seins, und manch einer dadurch so viel Besinnung auf sich selbst dafür opfert. Andere haben daraus Schönes geschaffen oder sich selbst befreit.

Es ist einfacher, sich Religionen zuzuwenden, die keinen "direkten" Gott-Glauben haben, trotzdem bleibt es ein Hirngespinst. Wenn der Mensch sich seiner eigenen Macht bewusst wäre, könnte Gott darin nicht existieren.
Selbst ein Huysmans, der eine Gestalt wie des Esseintes entwarf, hat zunächst im Sinne Schopenhauers gesprochen (Gott und Religion hatten darin keinen Platz, eine sogenannte "verlorene Seele"), dann erkannt, dass Pessimismus in seiner Ehrlichkeit die Welt auch nicht besser macht, sondern nur aufzeigt, was alles verkehrt läuft, und später schließlich doch noch in fester Überzeugung zu Gott und Glauben gefunden.
Wenn man es aber genau betrachtet, ist doch alles Glaube. Alles, was man sich ausmalt. Ebenso, die Macht des Menschen, sein Auf-sich-selbst-Besinnen. Es bleibt immer nur eine Spekulation.
Das macht dieses ganze Thema ja so schwierig.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.12.2007 18:22 | nach oben springen

#2

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 13.12.2007 23:52
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo Taxine,

ich bin christlich erzogen worden, natürlich habe ich mal an einen Gott geglaubt, aber je mehr graue Haare mir über die Ohrwascheln wuchsen, desto mehr wurde ich ein Zweifler Gottes. Selbstverständlich glaube ich an das Gute im Menschen, verbinde es aber nicht mit Gott. Im Gegensatz dazu stehen die Theologen, die sagen, alles Gute kommt von Gott.

Ja, Menschen klammern sich an den Gottesglauben, wenn sie Leiden oder wenn sie nicht erklären können, was vor dem Urknall war. Menschen möchten alles wissen, was aber irrig ist,und deshalb suchen sie eine Erklärung und kommen zu Gott. Einige Neurobiologen sind davon überzeugt, dass Gott eine Erfindung des menschlichen Gehirns ist.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#3

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 13.12.2007 23:53
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Pascal hat mal gesagt, dass unter dem Gesichtswinkel von Tatsächlich und Üblich die Begriffe Gut und Böse auch nur eine Sache der Perspektive sind.
Was ist für dich gut? Was ist für andere gut?
Ich glaube auch, dass der Mensch, wenn er auf die Welt kommt, nichts Schlechtes in sich birgt, bis er an der Welt verzweifelt oder im Vergleich zu anderen Menschen seine Schlechtigkeit entwickelt.
Trotzdem kann man sich über all das nicht diese Bestialität eines Serienmörders erklären.
Vielleicht sind es wirklich nur biochemische Prozesse, wobei bei manchen Menschen ein "Fehler im System" auftritt. Dagegen gestellt, sind diese grausamen Menschen, die ohne Skrupel einen anderen aufschlitzen und massakrieren, oft sehr gottgläubig.
Es ist immer der Zwang, der auch das Gegenteil bewirkt, die Moral, die das Laster hervorbringt.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 01.06.2009 01:43 | nach oben springen

#4

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 14.12.2007 00:09
von Martinus • 3.194 Beiträge
Zitat von Taxine
Eine gemeinsame Zwangsvorstellung...


oder ein Wahngebilde.

Mir fällt dazu eine Geschichte aus unserer Familie ein. Meine Schwiegermutter (streng katholisch)hat mal gesagt, ich sei kein gottloser Mensch, weil ich kein schlechter Mensch bin (in ihren Augen). Das ist genau das, was ich meinte, alles Gute soll von Gott kommen. Da hat mein Schwager ein Baby zur Welt erkoren und fast unmittelbar nach der Geburt beschlossen, mein Töchterchen kommt auf's katholische Gymnasium. Mein Gott!! (jetzt sag' ich's auch schon). Woher will er denn wissen, was sein Mädel will in der Pubertät??? Da graust mir am Hinterkopf und halt den Mund, um den Familienfrieden zu erhalten.

Die Gottesmutter Maria ist ein Nachfolgekult der Diana (=Artemis) von Ephesos. Man hat das auf einem Konzil in Ephesos beschlossen. Es gibt dort noch Grundmauern einer Marienkirche.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.12.2007 00:12 | nach oben springen

#5

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 14.12.2007 00:20
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Etwas davon ist auch in der ägyptischen Geschichte enthalten, Maria hat ihre Vorfahrin auch in Isis, besonders, was die unbefleckte Empfängnis betrifft (wobei ihr allerdings die "Reinheit" fehlt). Auch Horus hat ähnliche Züge wie Jesus.

Wenn aber die Geschichte immer wieder aus der Geschichte übernommen ist, dabei immer etwas erweitert, aus Göttern werden Menschen, aus Göttern ein Gott, wie kann man dann nicht skeptisch werden?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.12.2007 00:23 | nach oben springen

#6

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 14.12.2007 00:38
von Martinus • 3.194 Beiträge
zum Thema Altes Ägypten und Christentum habe ich ein wertvolles Buch:

Emma Brunner - Traut: "Gelebte Mythen", Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Auch die mittelalterliche Vorstellung der Hölle findet sich in Jenseitsvorstellungen der Ägypter. An einer Wand des Tempels der Hatschepsut in Deir El-Bahari wird eine vorbiblische Version einer Mariengeschichte erzählt.

In "Lotte in Weimar" erzählt Thomas Mann:

Zitat von Th. Mann
Da Gott das Ganze ist, so ist er auch der Teufel.


im übertragenen Sinne heißt das: Das Gute und das Böse sind miteinander verbunden. Vielleicht kann man hierzu auch die herakleitische Philosophie der Harmonie zwischen den Gegensätzen anwenden.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.12.2007 06:45 | nach oben springen

#7

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.12.2007 21:38
von Martinus • 3.194 Beiträge

Gott im Gehirn?

In Gebiet der Neurobiologie hat sich ein neuerer Begriff etabliert, die Neurotheologie. Mit einfachen Worten sei es gesagt, es geht um die Frage ob Gott eine Erfindung des menschlichen Gehirns ist. Nachdem führende Neurobiologen sagen, der Mensch habe keinen freien Willen, geht diese Fachrichtung auch in Richtung Religion und zur Frage nach Gott.

Diese Fragen sind so wichtig, weil es darum geht, ob „ wir biologische Ego-Maschinen ohne unsterbliche Seelen“ (Thomas Metzinger, Philosoph, Mainz)* sind, oder wie sieht es denn aus mit der Metaphysik, gibt es das Übersinnliche? Nach neueren Forschungen entsteht das Bewusstsein im Gehirn und wenn das Gehirn tot ist, ist kein Bewusstsein mehr da. Daraus ergibt sich, der Mensch sei nur eine Materie von Zellen und Neuronen, mehr aber auch nicht. Daraus ergibt sich, unser Gehirn gaukelt uns den freien Willen vor, gaukelt sie uns auch Religion vor?

Ich meine das ja gar nicht negativ. Religion kann für einen Menschen die großartigste Sache. Ohne Religion gäbe es nicht die herrlichen Kathedralen, die herrliche Geistliche Musik vieler grandioser Tonkünstler, es gäbe auch so manchen Roman von Franz Werfel nicht...und, und und. Unsere abendländische Kultur ist aus dem Geist des Christentums entstanden. Das lässt sich nicht verleugnen.

Der bekannte Neurologe Vilayanur Ramachandran, Universitiy of Carlifornia, San Diego, glaubt auf gutem Wege zu sein, Gott im Gehirn des Menschen näher zu kommen. Hauf der Höhe des linken Ohres liegt das sog. „Gottesmodul“. Aufgrund seiner Forschungsergebnis sagt Ramachandran: „Es gibt eine neuronale Basis für religiöse Erfahrung.“**

Zitate: *Gehirn & Geist, Nr. 7-8, 2006
** dto. 02/ 2002

weiteres zum Thema hier.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#8

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 11:39
von Moulin • 395 Beiträge

Ein Glaube, der darauf beruht mich mit Angst in seinem Bann zu halten, die er mir nicht mit Logik erklären kann, hat mich schon im Vorfeld verloren.
So lebe ich mich, frei von allem, was Menschen zu Geißeln einer Ideologie macht.
Der Sinn der Religionen aus Individuen gute Schafe zu machen? Gut sein kann ich ohne den Halt einer übergeordneten Macht. Gut sein kann ich ohne Angst vor Strafen. Ich kann es aus mir selbst und tue es aus mir selbst, denn nur so ist es wahrhaftig.




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#9

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 13:45
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Hallo euch beiden,

Martinus, vielen Dank für diesen interessanten Einblick.
Dass das menschliche Denken, Empfinden, der menschliche Glaube einfach nur ein biochemischer Prozess ist, ist natürlich biologisch klar, trotzdem glaube ich, dass darüber hinaus etwas Physikalisches passiert. Den Menschen nur auf den Körper zu beschränken, wäre zu einfach. Nur, weil der Mensch nicht weiter blicken kann, weil er nicht sieht, was geschieht, wenn das Gehirn seine Funktion einstellt, bleibt der "Gehirntod" trotzdem nur das höchste Maß an Körperverfall und medizinisch nachweisbarem Stillstand. Ob der "Geist" tatsächlich stillsteht, wird wohl immer offen bleiben. Ich glaube viel eher, dass das Gehirn nur die Maschine ist, die vom Geist benutzt wird, um den Gedanken zu formen, weil es im "Fleisch" die notwendigen Möglichkeiten zur Verfügung stellt, das Nervensystem, die Kontrolle. Darüber hinaus bleibt die Bewegung der Moleküle und Teilchen, die die Form bewirken, dass wir die Welt so sehen, wie wir sie sehen. Ich finde, das spielt eine große Rolle, um das Denken, den Glauben, das ganze Empfinden mal anders zu betrachten. Man muss sich vor Augen halten, dass alles, was bereits gewesen ist, in winzigem Anteil in jedem Lebewesen weitergetragen wird, was heißt: Atome bestehen aus leerem Raum, in dem die Teilchen schwingen. Ein Atom aus dem Rüssel eines Elefanten, kann gleichzeitig in unserer Seele kreisen. Oder jeder von uns atmet mit jedem Atemzug einen Teil des Atemzuges eines Picassos ein. Es endet also nichts, sondern bleibt erhalten, auf eine andere Art und Weise.
Materie – einerlei, ob Stuhl, Mensch oder Stern – ist fast ausschließlich leerer Raum.
Die Atome können zudem nicht nur an mehreren Stellen gleichzeitig sein, sondern sie können zu ein und demselben Zeitpunkt viele Aktionen auf einmal ausführen (auch durch die Wahrscheinlichkeitswelle, die nicht nur den Ort des Atoms bestimmt, sondern auch, wie es sich verhalten soll.)
Das wäre nicht nur so, als wenn ein Mensch gleichzeitig in Paris und Köln steht, sondern dort gleichzeitig den Louvre besichtigt, den Kölner Dom besteigt, ins Moulin Rouge geht, im Museum Ludwig schlendert, sich Bilder im Centre de Pompidou anblickt und auf der Toilette des Hotels sitzt.
Und, wenn man sich das alles bewusst macht, dann bleibt das Einschränken auf den bloßen Körper immer nur die Grundstruktur, etwas, was man als Mensch gerade so erfassen kann, oder in medizinischen "Experimenten", mit Hilfe von Apparaten nachzuweisen versucht. Siehe das weite Feld eines Komas, wo über die Maschine nicht erfassbar ist, ob der Mensch etwas erlebt, sich in einem anderen "Raum" befindet. Für die Maschine ist er einfach lebendig, ohne lebendig zu sein.
Ob der "freie Wille" nur eine Illusion ist, müsste vielleicht vertieft werden. Dieser Gedanke ist sehr interessant. Man müsste auch sehen, woran man das messen könnte.
Der Glaube selbst ist in meinen Augen ein Produkt langer Entwicklung. Damalige Völker erklärten sich Naturgeschehen über ein verständliches Bild, also etwas Höheres.
Wenn man aber wiederum Steine wie Stonehenge sieht, ist nicht auszuschließen, dass es bereits eine Zivilisation gab, die sich mit Technik aushelfen konnte. Die Menschen damals hatten bereits astronomische Kenntnisse, konnten z. B. die Wintersonnenwende genau bestimmen, haben dafür ein Gebäude gebaut, das die Wintersonnenwende genau zu einem bestimmten Zeitpunkt einfangen konnte und daraus ein Ritual gemacht, um jetzt erst einmal nur anzudeuten. Hiermit soll nur gezeigt werden, dass der Glaube an etwas Höheres immer Teil des entwickelten Denkens war. Würde mir nicht erzählt werden, dass es einen Gott geben könnte, hätte ich nie an Gott geglaubt oder ihn überhaupt in Betracht gezogen. Der Gottglaube kann also nicht in einem Teil des Gehirns sitzen, oder als einfacher Prozess existieren. Er ist die Übertragung von Generation zu Generation. Religiöse Erfahrung ist in meinen Augen immer nur etwas Unerklärliches.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 17.07.2008 21:25 | nach oben springen

#10

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 17:32
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werte Belegschaft,


Skepsis, bzw. die Untersuchung im Bewußtsein ob der Eigenlogos Gott findet, ist eine wertvolle Übung um das Geistige Kontinium zu klaren, es zu beleuchten.
Dennoch ist eine Untersuchung, also die Übung in diesem Zweifel eine Verhängnisvolle (im Sinne der Wirrung), wenn der Beleuchter aus dem Fokus Gott, Glaube und Kirchengeschichte seinen Fokus versteift und nach seinem Beweißführer vermischt.
Die Kirchengeschichte, bzw. der weltliche Machtanspruch über Gott ist dem fernzuhalten, denn, nur weil die Menschheitsgeschichte in ihrer Unwissenheit und den daraus resultierenden Gewalten aus einer Hirachie versucht zu klaren ist Gott damit nicht zu verneinen. Insbesondere fundalistische Weltanschauungen haben insbesondere mit dem Unwissen des Betrachter zu tun, weniger mit dem Begriff Gott.
Den Naturwissenschaftlern, die in Ihren Untersuchungen ihre Beweisführung interpretieren ist dies genauso verhängnisvoll im klaren sowie jede Ansicht die meint interpretieren zu können (gefunden zu haben).
Ergo; "warten wir auf Godot???

Ein Versuch, aus meiner Kontemplation:

Wenn für das Synonym Gott, die Weisheit, und damit ist die Allmacht zu konstatieren, nicht aus der weltlichen Allmacht die unser Ego gern hineinspiegelt, dann warten, suchen und versucht ein jedes Kontinium sich in dieser Frage. Mehr oder weniger erfolglos weil die Weisheit die gewonnen häufigst in die Materie vergeistigt, weniger in die Methode wie die Weisheit gewonnen/vermehrt werden kann. Wir nutzen die Suche nach Gott um unsere eigenen Vorteile zu manifestieren, weniger um in die Weisheit ohne Gewinn zu blicken.
Wenn Gott für die Weisheit und der daraus resultierenden Methode steht, die Liebe zu suchen und auf alle Lebewesen anzuwenden, dann besetzt Gott eine wichtige Position/Geistesfaktor, nähmlich die daraus resultierende Ehtik.

Wenn diese suche als Religion definiert undd die daraus folgenden Handlungen, dann ist das praktizieren einer Religion eine ethische Disziplin, die für den Humanus bis in die heutige Sozologie reicht.
Ob z.B. ein Grundgesetz formuliert oder eine mitfühlende Handlung die über das EigenEgo hinauswächst, all dies verdanken wir der Untersuchung und den daraus agierenden resultierenden Geisteshaltungen.

Also, ist das warten auf Godot eine für unsere Ehtik sehr entscheidenes Frag-mentchen.

Om a hum

dadd A

zuletzt bearbeitet 18.12.2007 17:41 | nach oben springen

#11

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 17:57
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Werter Ascolto,

vielleicht ist dieses Thema hier gedacht, um diesen Glauben mit all seinen Auswirkungen einmal von allen Seiten zu beleuchten. Glaube, Religion und Gott sind dabei auch verschiedene Dinge.
Der Glaube ist alles. In ihm lässt sich Gott zum Ich, zur Weisheit, zum Universum, zum Urvertrauen wandeln.
Gott in der Definition bleibt für mich immer schwer nachzuvollziehen. Ich finde, manche Menschen machen es sich auch zu einfach, wenn sie sich in jeder Situation einfach bekreuzigen, ohne selbst zu handeln. Einerseits ist dieses Vertrauen gut, um ihnen den Schritt durch das Leben zu erleichtern, und in dieser Leichtigkeit werden die Dinge sicherlich auch besser verkraftet, tatsächlich auch einfacher laufen. Trotzdem bleibt es Illusion.
Andererseits bewirkt der Glaube, die Ahnung von Religion in vielen Menschen eine Grenze, bestimmte moralische Aspekte aufrechtzuerhalten, teilweise leider auch aus Berechnung, auch, um sich besser zu fühlen.
Beispiel: Die Weihnachtszeit, ein Fest, wo man sich auf einmal besinnt. Da werden dem Bettler, der tagtäglich an gleicher Stelle sitzt, auf einmal Geldscheine oder gar ein Lächeln zugeworfen. Und sobald diese Tage vorbei sind, senkt der Strom wieder den Kopf oder blickt grimmig im Gedanken, dass es dem Selbst nicht viel besser geht, daraus resultierend, dass jeder für sich friert, wenn auch auf verschiedene Weise.

Auch das ist die Illusion
... der Religion,

und sie schafft es nicht, den Menschen in jeder Situation davon zu befreien.
Daneben steht die eigene Verantwortung, dass kein Mensch für den anderen verantwortlich ist. Dass der Mensch sein Los selbst bestimmt. Auch darin liegt Wahrheit, und die Scheinheiligkeit entsteht erst mit dem zeitabhängigen Darreichen von Gaben.
Wenn aber der Mensch ohne Religion läuft, (sicherlich erst, nachdem er sich damit auseinandergesetzt hat) weiß er um die eigene Verantwortung, muss eine eigene Philosophie entwickeln, kann nicht Ratgeber oder Bibel zur Hand nehmen. Hier ist der Schritt vielleicht bedachter gesetzt, weil aus dem Selbst verstanden?

lich
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.12.2007 18:07 | nach oben springen

#12

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 18:28
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werthe Dame,

wie ich nun versuchte , nun, der Versuch einer Fortsetzung ........

Trägt Gott die Verantwortung für die Suche nach ihm?
Und eine Praxis so wie sie heutig von Christen oder anderen Stifterreligionen Folgenden, ist ihr Unwissen und ihre unPraxis (bzw. Weihnachtpraxis) keine Bestättigung das es Gott nicht gibt. Nur, das es Versuchende und wenig Wissende gibt?
Wenn in einigen Stifterreligionen die Verantwortung des Praktizierenden entzogen, so ist dies nicht identisch mit der Suche, eher mit den Maßregelungen menschlicher Hirachien und ihren politischen Umständen.

(Hierzu sei das Thomas Evangelium als Beweißmittel zu führen, denn dort erhält selbstverständlich die Geistige Verantwortung jedes Bewußtsein)
zitat:
Thomas zu Jesus:
Wer bist Du?
Jesus zu Thomas:
Ich bin Du!

Dies nun weiterig zu interpretieren (Gottessohn, selbig Gott usw.) sei nun Jedem selbst überlaßen.


Nun explezit zu Deinen Aussagen:

Mich wundert, wie ein nicht Hineinblickender, also Studierender und somit Unwissender, sich aus seiner Theorie ableitet?
Wie kann ein Nicht Praktizierender verstehen?

Ein Koch ist ein Speiser und Koch, der Speiser nur Speiser.
Demnach muss der Koch über das Handwerk und das Wissen praktizieren, der Speiser nur seinen Geschmack?

Die Illusion ist zweischneidig, eine stumpfe gewiss mit den gleichem Mitteln zu agumentieren wie die anders Bedenkenden. Scharf wird dies, wenn man studiert und ohne Urteil untersucht?

Meine Verehrung,

dadd unwissende A

zuletzt bearbeitet 18.12.2007 18:31 | nach oben springen

#13

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 18:34
von Moulin • 395 Beiträge
In Antwort auf:
Zitat ascolto

Wenn Gott für die Weisheit und der daraus resultierenden Methode steht, die Liebe zu suchen und auf alle Lebewesen anzuwenden, dann besetzt Gott eine wichtige Position/Geistesfaktor, nähmlich die daraus resultierende Ehtik.


Ich glaube:

Die niedergeschriebenen Testamente (als Beispiel) haben sicher bis heute in vieler Hinsicht dazu geführt, dass Menschen aus Angst vor einer göttlichen Bestrafung von einem unmoralischen Handeln abgesehen haben. Insofern ist selbstverständlich eine berechtigte Notwendigkeit für manche Religionen zu sehen, nämlich da, wo die Menschen selbst nicht in der Lage sind eine Entscheidung über ein moralisch einwandfreies Handeln selbst zu treffen.
All unser moralisches Denken ist aber, so meine ich menschlich begründet und nicht durch eine übergeordnete Macht auf einem Berg hinter einem Strauch verheißen worden. Wenn sich also unsere Gesellschaft heute zum Humanismus erzogen hat, dann, weil es die einzig logische Konsequenz aus der barbarischen Vergangenheit ist und nicht, weil es 'Gott gewollt' war.

Schön auch zu sehen, dass andere Kulturen es schafften, die Menschen ohne Androhung einer Bestrafung zu einer friedvollen Gesellschaftsform zu führen.
zuletzt bearbeitet 18.12.2007 18:38 | nach oben springen

#14

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 18:35
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Werter Herr,

das Befassen mit Gott und Religion macht aus dem Speiser keinen Koch, um den Vergleich zu nutzen, trotzdem kann man dem Menschen ein eigenes Urteil nicht absprechen, ob er nun gläubig ist oder nicht.
Derjenige, der nicht an Gott glaubt, ist dadurch nicht zum Speisenden degradiert. Vielleicht blickt er einfach anders in die Welt und kocht somit auch anders, als ein Gläubiger?

Es erscheint mir vermessen, hier dem Menschen, der nicht glaubt, ein Unwissen zu unterstellen, wo der, der glaubt, sicherlich ebenso unwissend ist, von einer selbst und durch eine Religion erschaffenen "Illusion" lebt, es im Gegensatz zum Zweifelnden nur nicht weiß. Es gilt hier lediglich, die Religion für sich zu verstehen, zu akzeptieren, mit dem eigenen Glauben kompensieren zu können, was der Zweifelnde nicht schafft. Der, der zweifelt, handelt aber im Sinne: Ich weiß, dass ich nichts weiß, und weiß mehr...
Der, der glaubt, ist auf seine Sicht beschränkt.

Verehrung
und liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.12.2007 18:37 | nach oben springen

#15

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 18.12.2007 18:48
von ascolto • 1.289 Beiträge

Wertehe Dame,

sehens, es üsch net beizukommen.

Religion, also die Frage ob, oder nicht der Gott, üscht a Studium. Was keineswegs suich anmaaaaaßt zu wissen, dennoch beschäftigt es suich mit der Untersuchung was Gott ist!Es ist also eine Geisteswissenschaft, keine Glaubensbekundigung.
Ein Physiktheorethiker wuird net meinen das die Heisetheorie das Ende der Physik!

Und die Untersuchung und seine Ergebnisse kann nur derjenige vermitteln, bzw. darauf agumentieren wenn suich beide Agumentierenden auf ihre Realität einigen. Meine Kochfarce, beherbergte nur das allgemein anerkannte was Jeder in einer Debatte voraussetzt. Wissen baut auf die Erkenntnis und deren Praxis, net aus verneinung!

Habe die Ehre,

dadd immer mehr unwissende A


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