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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#31

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 17:28
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Na, ich wusste doch, dass ich sui locke...

Und, sicherlich, sui haben in all uiren Ausführungen völlig recht.

Nur noch näher betrachtet:
Nun stehst du also auf dem Berg und blickst hinab, blickst somit aus einer anderen Richtung, aus einer anderen Höhe. Trotzdem, eben durch dein Bewusstsein, erschaffst du nicht nur die Sicht, sondern auch den Berg selbst, was keine Widerlegung sein soll. Vielleicht glaubst du nur, du stehst auf einem Berg, aber befindest dich trotzdem zwischen den Bäumen. Es ist genau das, was ich mich frage. Wenn nun sowieso meine Kontemplation mit den Dingen, meine Skepsis , meine Auffassung letztendlich trotzdem nur meine eigene Erkenntnis ergibt, also mit dem Wissen, hier einzig Ruhe, Mitgefühl, Zufriedenheit, eben allerlei Nützliches zu ziehen, warum dann über eine Religion gehen, warum sublimiere ich diesen Glauben nicht einfach zum Leben selbst, zum Wissen, nie Gewissheit zu erhalten und mich darum ausschließlich auf den eigenen Schritt zu verlassen, in dem ich von ihm weiß, dass er nur durch mich gesetzt ist, also keinen Wahrheitsanspruch enthält? Natürlich darf und muss hier jeder nach seinen eigenen Möglichkeiten streben. Für mich sehe ich einfach diese ganze "Arbeit", die letztendlich jeden Menschen auf anderem Weg in eine ähnliche Richtung führt. Es geht auch um die Zeit, die diese Suche verschlingt.
Es bleibt dabei aber nur ein kleines Spiel in der Überlegung, denn natürlich suche auch ich meinen "Weg" aus Schrift und Wort vergangener Zeit zusammen, um darüber meinen Schritt festzulegen. Nur nutze ich hier eben nicht die Religion, sondern die Literatüüür...

lich
tAxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 29.12.2007 17:51 | nach oben springen

#32

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 18:01
von ascolto • 1.289 Beiträge
Aus der Hocke an die Locke:

Mit der Metapher "Berg", meinte ich keinesfalls meine Übung und daraus mein jetziges Anfänger-Bewußt(h)sein meines geistigen Kontinium in/über die Dharma, nein, es steht nur als Gleichnis für die Ubung, also dem Übenden!
Keiner nimmt in Anspruch zu wissen wenn er nicht informiert und übt! Gell?!
Also, ein Jeder darf gerne ein Rezipient, dennoch braucht es mehr um zu praktizieren, also aus der Übung zu urteilen!
Dies ist die Realität jedes Handeln und die daraus sich ergebende Meisterschaft!
Kleinet Zen-Geschicht.chen:
Zwei Gruppen an Schülern mit ihrem jeweiligen Meister treffen an einer Furt durch einen Fluss aufeinander. Es ergibt sich beeinander zu verweilen und den Abend zu beschließen. Während die Meister sich in ihre Sammlung/Meditation zurückgezogen beginnt eine Streiterei über die Vorzüge der Meister aus dem Phänomen der Betrachtung des Pfades.
Die eine Gruppe prahlt, ihr Meister währe wirklich weise, also könnte dieses und jenes Kunststück, darauf die andere Gruppe:
"Unser Meister atmet während er atmet, geht wenn er geht und ißt wenn er kaut und schluckt!!

Hieraus betrachte ich den Aspekt eines Urteils über das Bekennen, Erwachen und der Sammlung, also der Methode in die Weisheit. Jeder Meister, wird nicht über etwas urteilen was er nicht kennt, und das heißt, er übt sich vollkommen in der Übung, praktiziert mit aller Sorgfallt und ergibt sich der Sammlung und lehrt nur aus dem selbsterfahrendem Wissen, nicht aus der Theorie!

in die Zeit betrachtet.....

die Zeit ist nur ein Phänomen des Ungeduldigen, denn in dem Sieg über den Geistesunfrieden, deren Wurzel die Unwissenheit, den Zustand des vollkommenden Glücks nur in Nanos zu erblicken/erwachen wiegt schwerer als alle Leben die wir als Wesen in den Äonen unseres Daseins unwissend im Leiden verbracht.....

frei gedeutelt.....

Auch die Dharma üscht Literatüür....doch dadd Tor würd nur zur Tür wenn die Theorie in die Praxis belebt

Der A nfängerGeyst

zuletzt bearbeitet 29.12.2007 18:53 | nach oben springen

#33

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 18:10
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Ach, liebster Ascolto, es ist ein wahres Vergnügen, mit uinen zu diskutieren.

In Antwort auf:
...die Zeit ist nur ein Phänomen des Ungeduldigen, denn in dem Sieg über den Geistesunfrieden, deren Wurzel die Unwissenheit, den Zustand des vollkommenden Glücks nur in Nanos zu erblicken/erwachen wiegt schwerer als alle Leben die wir als Wesen in den Äonen unseres Daseins unwissend im Leiden verbracht.....



Mag sein, und sui räumen das frei "Gedeutelte" ja auch ein, denn auch das bleibt nur eine "Ahnung". Aber, es geht nicht nur um Ungeduld, sondern auch um "Carpe diem". Selbst, wenn die Zeit nur ein Phänomen, selbst, wenn der Geist unsterblich ist, kann man das, was man in der Zeit betrachtet, voll und auch ruhig ausschöpfen.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 29.12.2007 18:14 | nach oben springen

#34

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 18:37
von ascolto • 1.289 Beiträge
Der Schöpfen.den der Quelle, der Medizin.......

oder:

Die Locke kömmt ein Weil.chen in die Hocke.....

nun, Verehrteste, betrachten Sui doch mal den wahrhaften "Frieden", also jenes verheißende Glück in sich?!
Währe dies nicht ein zu multiplizierender Zustand für alle Wesen? Also, währe....nücht üscht...denn der wahrhafte Frieden, der Blück, das Erwachen in die endgültige Realität erscheint uns/Unwissenden nur als Ahnung....
Und hier unterscheidet sich der Religöse, also der Sehnende von dem NICHTreligösem Geisteszustand!
Gübsch Frieden......oder net? Wadd muss dafür getan werden.
In sich blicken: NangPa(tib. Bezeichnung eines Buddhisten)? Den unfriedlichen Geist wandeln? Oder gübsch den Eigenwandel net? Wenn ja, üscht dadd Geystesmedizin und der Buddha ein Arzt?! Wenn nücht?! Na, dann " gübsch keene , nur die LeibesÜbung, keen Mitgefühl, Freude an dem Glück anderer Wesen?
Ergo, die Wesen sind gut, doch unwissend und noch zerstörrerisch, entwickeln auch soziolog. immer mehr Weisheit/Naturwissenschaften sowie das langsame Verständnis von Demokratie usw. Oder sind wir Nur....darwinistisch......
Weshalb dann Geystesüb(ungen)erlegungen (Rodin/der Denker)?

Üsch bünn füüüür

dadd A

zuletzt bearbeitet 29.12.2007 18:50 | nach oben springen

#35

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 18:51
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Aber, sui können ja nun auch nicht sagen, dass ausschließlich der religiöse Blick nach Innen aus dem Darwinismus das Dahinter öffnet. Hier gibt es viele Möglichkeiten.
Nur sind diese vielleicht für das "große Verstehen" nicht so geeignet, wie eine alte Lehre.
Auch das Vertrauen in die Dinge ist nicht religiös, sondern bei dem Religiösen als Voraussetzung eines Dahinter/Darüber usw. geprägt, bei dem Nichtreligiösen möglicherweise einfach als furchtloser Blick ins Leben, auf Tod und Danach.

Aber, die Hinterfragung überhaupt erst verständlich zu machen, da haben's recht, dazu dient die Religion ganz hervorragend!

Ruf zum
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 29.12.2007 18:54 | nach oben springen

#36

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 19:07
von ascolto • 1.289 Beiträge
Vereehrteste,


nun, wem diese religöse Frage dient,Liebe zu finden, dann sei sie ihm erlaubt .......

Vielleicht war es ja nur die religöse Frage die der ersteinmal die Zügel in die Händ über die Geistesgüfte gegeben..... Und die Stifterreligionen die Botschaft und daraus wenn auch nur sehr mühselig und langsam/atmig sich daraus die Erkenntnis bezweifelt, geformt, beantwortet und dann praktiziert?!
Doch ich bin mit Uihnen konform, jede praktizierte - Handlung ist ein Gewünn für alle Wesen, egal aus welcher Lehre und Motivation sui gelebt!

Habens was gegen alte Meyster/innen?????
Mür üscht jede Weisheit willkömmen, uin Trömmen....
Der Landschaft in dem die objektive Betrachtung im Versuch......

Vielleycht üsch der Glaube nur die Sehnsucht nach und die entsteht aus der Lehre/Rede...Debatte/Disput/Diskurs...der Gott/ Geystesfrieden, der allumfänglichen Erkenntnis der endgültigen Realität????????
Niemals aus

Aus dem ,
dadd A

zuletzt bearbeitet 29.12.2007 19:13 | nach oben springen

#37

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 29.12.2007 19:15
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Wertester,

ich bin mir sogar sicher, dass erst die religiöse Frage bewirkt hat, sich über das Selbst (den Egoismus) hinaus auch auf andere zu besinnen. Der Wandel der Zeit hat es dann nur wieder umgekehrt, aus vielen Dingen nur noch das Schlagwort zurückgelassen, nicht das Gesamtbild. Und, mit dem Stichwort lässt sich kein Weltbild formen. Nur mit der Kontemplation, die aber vielen zu mühselig ist. Darum auch das Chaos, das Leid, die Gewalt. Wer nur übernimmt, nicht selbst durchdenkt, der sieht auch nicht das Wesen der Religion.
Da stimme ich mit uinen völlig überein!!!



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 29.12.2007 19:16 | nach oben springen

#38

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 30.12.2007 20:56
von Cora • 38 Beiträge
ascoltos Ausführungen am Ende der 2. Seite finde ich schon sehr einleuchtend und auch auf "Gott" übertragbar,
wenn man dabei diesen Satz von "Lyman Abbott" berücksichtigt:


"Wir kommen mehr und mehr zu dem Schluss, dass Gott im Menschen verweilt, als dass er von außen auf den
Menschen einwirkt." (L. Abbott)


Um auf den auf der 1. Seite von Martinus angesprochenen Thomas Metzinger zurück
zu kommen, habe ich noch einen Link mit interessanten Leserkommentaren.

Eine der mir bedeutendsten Leseraussagen von "sapereaude" ist hier z. Teil wieder gegeben:

"Und zum Schluß entlarvt sich Metzinger selbst, denn der Satz: "Es gibt unendlich viel, was keiner von uns je versteht....
....Ich schlage vor, dass Metzinger, bevor er weiter seine unhaltbaren Thesen verbreitet, das Buch:
"Wir erleben mehr, als wir begreifen" liest. In diesem Buch geht es um Philosophie und Quantenphysik...

Der Artikel ist hier zu lesen:
[/url] http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/;art304,2318707[/url]-

Liebe Grüße
Cora
zuletzt bearbeitet 30.12.2007 20:59 | nach oben springen

#39

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 31.12.2007 16:05
von Martinus • 3.194 Beiträge
Hallo Cora,

Hans-Peter Dürr hat sehr interessante naturwissenschaftliche Bücher geschrieben. Das erwähnte Buch "Wir erleben mehr als wir begreifen" ist bestimmt sehr lesenswert. Dürr geht davon aus, dass es einen Gott geben muss. Paul Davis beschäftigte sich in seinem Buch "Gott und die moderne Physik" auch mit der Gottesfrage. In diesem Bereich von Sachliteratur fällt mir auch folgendes Buch auf, welches ich aber nicht gelesen habe: Frank J. Tipler: "Die Physik der Unsterblichkeit. Moderne Kosmologie, Gott und die Auferstehung der Toten".

Stephen Hawking sagte aber:

In Antwort auf:
Wenn das Universum einen Anfang hatte, können wir von der Annahme ausgehen, dass es durch einen Schöpfer geschaffen worden sei. Doch wenn das Universum wirklich völlig in sich selbst abgeschlossen ist, wenn es wirklich keine Grenze und keinen Rand hat, dann hätte es auch weder einen Anfang noch ein Ende; es würde einfach sein. Wo wäre dann noch Raum für einen Schöpfer?


Was ich meine ist folgendes: Selbst in der Wissenschaft gibt es Kontroversen in diesem Bereich (nicht nur in diesem Forum)

Die Kontroverse über den freien Willen, hat der Mensch einen oder nicht, läuft zwischen Neurobiologen und Philosophen schon einige Jahre. Wer sich für diese Kontroverse interessiert, empfehle ich das kleine Suhrkampbuch: "Hirnforschung und Willensfreiheit", hrsg. von Christian Geyer. In diesem Buch kann sich der Leser über Pro- und Contra Argumente informieren.

Liebe Grüße
Martinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 31.12.2007 16:11 | nach oben springen

#40

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.07.2008 02:04
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werte Nichspirituele,

vielleicht ist es ersteinmal geboten solch schwierige Supstanzen wie Gott, Glaube und Religion gemeinsam im Miteinander in den Konsens zu einer Begrifflichkeit zu erheben,zu definieren? Denn ob Monotheistisch oder kulturel aus verschiedener Perspektive subjektiv betrachtet, ohne einen bestimmten Gemeinsamkeit an Definition ist der Disput beschwerlich, gar vielleicht verwirrend?
Ergo, was ist Gott? Eine unermessliche Weißheit deren Kraft aus unendlichem Mitgefühl geformt (Rigpa,buddhist.) oder eine Lichtenergie die jeden kosmischen Impuls begleitet? Oder ist es der Anfangsimpuls der in einem endlosen Loop diesen ziert?
Was ist der Glaube, jene Erkenntnis das der Logos nicht letztendgültig wissend? Oder die Erkenntnis das der Logos ein Partner der Paranoia deren Ursprung die Gier, die Unwissenheit und der Stolz auf das Ego?
Ist die Religion die Suche nach Weisheit, nach dem was hinter dem uns so allmächtig verängstigenden Begleiter, der Tod ist? Ist es der Versuch uns nicht allmächtig zu stolzieren und den Menschen in seinen begrenzten Anlagen zu ertasten?Ist die Religion nicht nur eine Lehre/philosoph. Disziplin?

Hier ensteht für mich die erste Kontemplation, erreicht uns der Begriff des Gott und der Glaube an Diesem, wenn das Verständnis um die allumfassende Angst jedes Wesen vor dem Tod verstanden und darüber hinaus ein Akzeptanz für das Gemeinsame das zu bewältigen uns als Aufgabe? Denn nur aus Angst ensteht jedes Unethische Verhalten, die Gedanken und daraus die Handlungen? Hieraus ensteht Leid?

Herzgruß,
dadd A

zuletzt bearbeitet 17.07.2008 02:08 | nach oben springen

#41

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.07.2008 13:47
von Lennie • 829 Beiträge

In Antwort auf:
vielleicht ist es ersteinmal geboten solch schwierige Supstanzen wie Gott, Glaube und Religion gemeinsam im Miteinander in den Konsens zu einer Begrifflichkeit zu erheben,zu definieren?



Schawierige Hausaufgabe, Verehrtester, aber ein höchst interessantes Thema, versuchen wir's mal.
(die 3 vorherigen Seiten in diesem Thread hab ich noch nicht in allen Details gelesen.... meine doofe Übersetzung, grrr.... usw. Ich hoffe also, ich wiederhole nix, was bereits dreimal da steht...). Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass es auf diesem Gebiet so viele individuelle Definitionen wie Nachdenkende und Suchende gibt....

« Glaube », so ganz neutral, kommt, so denke ich mir, irgendwie automatisch zu jedem, mehr oder weniger kondensiert und intensiv. Homo sapiens (und vermutlich nicht nur er...) denkt nach, überlegt, denkt nochmal nach, versteht es nicht und glaubt dann an manches was er nicht versteht, mangels Beweisen. So « glaubt » man an die Macht der Sonne, des Mondes, des Wassers oder sonstwas. Im Laufe der Menschheitsgeschichte dürfte diese schlichte Gläubigkeit (der Urvölker) aufgrund wachsender wissenschaftlicher Erkenntnisse immer geringer geworden sein.

« Gott » und « Religion » haben bei mir gar nichts mehr mit Glaube zu tun, sondern mit Angst (ersteres) und Macht (letzteres).
Angst vor dem Unbekannten, Angst vor dem Tod, Angst vor Naturkatastrophen – Angst vor « Gott », der all das Angstbringende hervorzaubern kann – und das auch tut.
« Religion » – die Vermarktung der Angst vor Gott von einigen machtsüchtigen pfiffigen Grüppchen, die jede die Macht über die Menschheit an sich reissen wollen, koste es, was es wolle. Was dabei rauskommt, sehen wir ja.

Mit anderen Worten: ich neige dem ersteren sehr positiv zu. Zumal es die absolute Inspiration für Kreativlinge darstellt.... Was tut man denn schon anderes, wenn man schreibt, malt, musiziert? Man sucht, man will verstehen, wofür es im Gehirn keine vorgefertigte Antwort gibt.
Mit dem zweiten und dritten stehe ich auf Kriegsfuss. Absolut. Die kommen mir nicht ins Haus.
So. Nun sagt ihr mal!
Bisous, Lennie

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#42

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.07.2008 14:32
von ascolto • 1.289 Beiträge

Widerspruch, verehrte Lenni-

Religion ist Nichtens zu gleichen mit menschlich projezierten Hierachien, Manifestation von Amt und somit: Macht! Dies ist letzendlich nur der soziologischen Dynamik zuzuordnen!Und häufig die Abgleichung mit der christlichen Kirchengeschichte? Somit ist heutige soziologisch verbreitete Unreflektion:Im geistigen Ego hält sich jeder verblendete Geist für individuel, wonach die Ethmologie dieses Wortstammes aus der unterschiedlichen Sammlung, vermengung von Information dann herleitet? Religion ist m.A. eine Lehre, d.h. demnach gibt es geistige Lehrer, doch nichtens weltlich beanspruchte Macht. Wenn eine Religion sich darin manifestiert, dann führt sie den Widerspruch in sich! Denn jede mir bekannte Religion, außer dem Talmut bzw. dem Alttestament beansprucht die Werte, Gleichheit und Liebe?

Nur mal so kurz.....

Herzensgruß,
dadd A


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#43

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.07.2008 19:50
von Lennie • 829 Beiträge

Akzeptiert der Widerspruch - selbstverständlich!

Nun – so ganz allein für sich und in der intellektuellen idealistischen Theorie ist ja alles sehr schön, da will jede Religion vermutlich dasselbe erreichen: dass die Menschen glücklich und in Harmonie miteinander leben. Wer will das nicht.
(übrigens habe ich – als unwissende, aber willige Schülerin - vorhin flugs nach einer Definition für « Religion » gegoogelt mit dem Fazit: gibbs nich. So richtig... kompliziert isses jedenfalls...).

Aber man lässt sie ja nicht! Die Menschen. Die andern. All die selbsternannten Religionsvertreter, die das Gelbe vom Ei der jeweiligen Religion für sich beanspruchen – was machst du mit denen? In der Praxis geht mir das bei allen immer viel zu schnell ins Dogmatische. Sie wollen vielleicht vordergründig keine weltliche Macht, aber sie wollen deinen Geist beherrschen – alle.
Kein Schweinefleisch essen. Freitags nur Fisch. Keine Gesichter abbilden. Einen ganzen Monat lang erst essen, wenn's dunkel ist. Tiere (oder auch Menschen, haha! ) auf grausamste Weise hinmetzeln, um « Opfer » zu bringen, alle Frauen von oben bis unten in schlabbrige potthässliche Textilien gehüllt, damit die Männer (!!!) nicht Opfer ihrer sexuellen Unbeherrschtheit werden...
Drum bin ich dagegen allergisch, als agnostischer Spross einer sehr langen Reihe von ebensolchen Generationen mit grossmütterlich buddhistischem Einschlag.... Sie müssen ja nicht wie ich, nö. Mir sowas von egal. Aber ich will auch nicht wie sie. Und müssen schon gar nicht.
Über die Inhalte der verschiedenen Religionen bin ich viel zuwenig informiert, um mir detailliert ein Urteil erlauben zu können. Für mich genügen Moses' 10 Gebote vollauf – egal, aus welcher Ecke sie kommen, was besseres hat mir bisher noch niemand vorgeschlagen.

Was allerdings beispielsweise die christliche Religion da drumrum strickt und mit welchen Methoden ihre Vertreter ihre Lehre im Laufe der Jahrhunderte unter die Völker bringen wollten – nee. Und ohne die Menschen, die sie ausüben und übermitteln, gibt es ja keine Religion. All das entspriesst doch ursprünglich menschlichen Gehirnen. Drum gelingt es meinem Kopf nicht, die reine Idee von den sie Umsetzenden zu trennen.
Aber nu – ich bin kein Experte auf dem Gebiet. Ich habe meine persönliche Überzeugung, eine Art Glauben. Den von meinem « Spirit in the Sky », so ungefähr. Aber keine Religion.

Welche Religion hältst du für integer, Ascolto? Über die würde ich gern etwas lesen....

Bon appétit- bis später! Lennie

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#44

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.07.2008 20:54
von larifant • 270 Beiträge

Zitat von Lennie
Für mich genügen Moses' 10 Gebote vollauf – egal, aus welcher Ecke sie kommen, was besseres hat mir bisher noch niemand vorgeschlagen.


Z.B. "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist."

Somit ist nur noch abstrakte Kunst erlaubt.

Gruß,
L.



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#45

RE: Gott, Glaube und Skepsis

in An der Philosophie orientierte Gedanken 17.07.2008 20:56
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Nicht akzeptiert, der Widerspruch. Letztendlich führt Religion, das was es ist, zu der Ausübung, damit ist es eine Form der Macht. Macht muss nicht immer in negativer Art und Weise zu sehen sein, auch wenn sie in der von Lennie genannten Ausübung durchaus ihre negativen Auswirkungen hatte.

Was wichtig wäre, wäre eine Neubesinnung.
Religionen wurden durch die Jahrhunderte hindurch dem Menschen vermittelt. Man muss sich hier fragen, warum. Wie entstanden sie, wozu aber dienten sie hauptsächlich? Dass sie auch zum Lenken des Menschen dienten, ist wohl unbestreitbar. Doch, wie "frei" sind wir, wenn wir gelenkt werden müssen? Religionen sind damit, grob betrachtet, erst einmal nichts anderes, als die Fäden an unseren Armen und Beinen und Köpfen. Das, was wir auch heute noch für Gott und Glaube halten, ist uns anerzogen worden, es ist damit nichts selbst Erfahrenes, sondern das, was wir aus Büchern und Schriften übernehmen, was wir durch die Verwandtschaft und andere Menschen „unseres Vertrauens“ erlernen. Dadurch entstehen allerdings auch ganz andere Fallen, die wir, durch den Glauben an bestimmte höhere Mächte, dann einfach übersehen. Und, in wie kleinen Situationen neigt der Mensch schon zum Spirituellen... Oder, dieses Ur-Schuldbewusstsein, das eigentlich kaum etwas mit moralischen Empfindungen zu tun hat. Man teilt die Welt und die Vorstellung in getrennte Bereiche, als existierten zwei verschiedene Denkweisen im Menschen, oder als könnte sich sein Denken auf zwei verschiedene Betrachtungen ausrichten. Einmal erklärt er sich die Welt wissenschaftlich, zum anderen dann aber, weil er sich in diesen Augenblicken nicht anders zu helfen weiß oder vielleicht, gerade weil er es weiß, mythisch und metaphysisch. Dabei ist alles nur Ahnung, selbst die Physik räumt ein, dass es sich nur um Annahmen handelt. Woher nimmt also eine Religion für sich das Recht, von etwas Allgemeingültigem zu sprechen, oder von etwas, das für die gesamte Menschheit Gutes bewirkt? Schon in den kleinsten Bereichen ist für den einen nicht das Gleiche sinnvoll, wie für den anderen. Eine Religion maßt sich aber an, für alle oder wenigstens für viele (oder für alle des gleichen Glaubens) sprechen zu können. Jeder Weg, dem wir folgen, ist angelegt. Er ist nichts Selbsterschlossenes. Religion kann sowieso nie etwas Selbsterschlossenes sein. Sie ist immer für viele Menschen ausgerichtet, was das Individuum einfach ausschließt (lässt man einmal das Verinnerlichen außen vor), als könnte kein Mensch auf einen eigenen Gedanken stoßen. Das ist genauso ein großes Problem, dass der Mensch dazu erzogen wird, seine Gedanken und Denkweisen aus einem fremden Wissen zu ziehen. Was bewirkt das denn? Es bewirkt, dass sich wenige die Mühe machen, die Dinge zu hinterfragen, weil eine allgemeingültige Bedingung nicht in Frage gestellt werden muss. Das aber führt auch dazu, dass die Trägheit sich in die Köpfe schleicht, auch wenn heftig und wild über dieses und jenes diskutiert wird. Jeder vertritt seine Ansicht, aber manchmal ist diese Ansicht nur aus anderen Ansichten erschlossen, nichts, was durch die eigenen Gehirnwindungen geflossen ist. Ähnlich ist es auch mit der Religion. Es wird übernommen oder, weil das Leben chaotisch ist und der Mensch nach einem Halt sucht, dann eben aus „fremden Schriften und fremden Empfehlungen“ für sich akzeptiert. Manche halten alleine dieses "Akzeptieren" für ihren Glauben.
Und, dann kam auch noch jemand und riss den Gott, der bis dahin das Innere erfüllt hatte, in zu grober Art und Weise heraus, erklärte Gott für tot (was durchaus nicht erst bei Nietzsche begann) und hinterließ dadurch ein mächtiges Loch, wodurch der Mensch desillusioniert oder, was schlimmer ist, in Kälte zurückblieb. Eine zeitlang hieß es: Glaube oder Unglaube. Religion oder Nichtreligion. Es gibt aber nun einmal kein Entweder – Oder. Es gibt nicht nur zwei Seiten, zwei Möglichkeiten… Mit dem Bewusstsein, dass Gott nicht existiert, muss der Mensch nicht auf einmal verzweifeln oder die moralischen Menschen-Bedingungen nicht mehr erfüllen. Überhaupt verzweifeln wenige, denn alles ist ertragbar, wenn auch mit mehr oder weniger Traurigkeit. Es erfordert einen Blick auf sich selbst. Nur, durch die schnelle Entwicklung so vieler Dinge, wird gerade das schwierig. Wenn wir heute von Religion reden, dann ist selten von der idealen Denkart auszugehen, denn diese wird nur in der langen Kontemplation möglich oder ... was mein Standpunkt ist ... völlig ohne Religion. Gerade der Künstler hat es hier einfach, weil sein Blick ständig in sich selbst und auf sich selbst gerichtet ist, er MUSS sich also mit sich auseinandersetzen, will er etwas (er)schaffen. Andere müssen das vielleicht nie. Zum Beispiel soll uns die Religion in Bild und Literatur etwas sagen (ich rede ausschließlich von der Kunst, nicht in etwa von den alten Schriften oder der Bibel). Diese Riten sind aber in unserer modernen Zeit nicht mehr anwendbar, weil wir uns in all der Schnelligkeit auf neue Dinge besinnen müssen, und um darin nicht zu schlingern, wäre es vielleicht ratsam, die Religion beiseite zu lassen und sich auf die eigene Verantwortung zu konzentrieren. Diese ist leicht dahingesagt, aber wird von wenigen tatsächlich angewendet. Es gibt viele Menschen, die glauben, Verantwortung wäre eine Richtung, ein Befolgen von Regeln und Menschengesetzen. Verantwortung trägt sich aber völlig anders. Und würde das jeder Mensch für sich begreifen, dann wären die Umstände ganz andere. Wenn jeder von sich auf andere schließt, wäre der Umgang miteinander ein anderer, und das ganz ohne Religion.

Letztendlich aber ist das alles nicht so einfach, wie es im Wort klingt. Dazu bedarf es einem langen Weg der Erkenntnis. Wir wachsen mit bestimmten Voraussetzungen auf, von Generation zu Generation wird weitergeben, nicht nur wertvolle Ratschläge, sondern auch aller Glaube und Aberglaube. Und weil Zuneigung herrscht, wird auch bedingungslos übernommen. Man muss es auch so sehen: Viele „Rituale“ übernehmen wir, weil es uns an eine andere Zeit erinnert, z. B. Familie, Fröhlichkeiten, Feste, Gemeinsamkeiten… usw. Wie, so denkt man, kann man in Frage stellen, was einen in diesen Momenten so glücklich gemacht hat? Viele Dinge übernehmen wir sowieso, weil sie in uns Sympathie auslösen, denn diese bewirkt, dass wir uns voller Freude hineinziehen lassen. Ich erkenne gerade daran, wie schwierig dieses Thema für viele Menschen ist, und wie sehr jeder auf seinem Standpunkt beharrt, ohne die Sicht des anderen auch nur zuzulassen, weil diese mächtige Überzeugung seines Weges so unabdingbar für ihn bleibt, weil über dieses Denken und über jeden Glauben die Scheuklappen fallen, dass kein Wort dafür ausreicht, um zu erklären, was man wirklich empfindet, denn in jedem Denken wohnt dieser Zweifel, weil nichts wirklich unumstößlich ist oder eine Wahrheit beinhaltet. Manchmal erscheint es mir, als ob Menschen sich einer Sache ergeben, nur weil sie so schwierig zu erlernen war, und dann einfach nicht mehr zurück können. So, wie diese Leute, die ein schweres Buch gelesen haben, und, weil es sie so viel Anstrengung gekostet hat, dann nur noch mit diesem Wissen argumentieren. Nicht, weil es richtig ist, sondern, weil sie es so "allmächtig" verinnerlicht haben. Und weil diese Mühe so groß war, können sie dann davon auch nicht mehr abweichen, weil es hieße, sich neu zu besinnen und neue Anstrengungen auf sich zu nehmen!
Es gilt, diesen ganzen Zwang des Glaubens wieder aus dem Denken zu jagen, damit das Loch gar nicht erst in die Brust zu reißen, damit der Mensch sich ohne "Vorbedingungen" auf sich selbst besinnen könnte. Nur ist das, wie mir sicherlich bewusst ist, eine sehr idealistische und unmögliche Veränderung, weil sich das, was wir erfahren und gelernt haben, nicht einfach aus dem Kopf, dem Herz, dem Inneren verdrängen lässt. So gilt es, seinen Weg zu finden, seinen Schritt zu setzen, ob mit oder ohne Gott und Glaube und Religion, bleibt letztendlich dem eigenen Selbst überlassen.

lich
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.07.2008 01:42 | nach oben springen


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