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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#61

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 19:20
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
Wer einmal alles gegeben hat, KANN fortan gar keine Almosen mehr geben, weil er gar nichts mehr hat. ALSO kann jemand, der Almosen gibt, kein Christ sein.



Hier geht ja die Post ab! Also Roquairol schreibt mir aus der Seele und ich teile seine Ansichten! Ich würde sogar noch weiter gehen: Wenn Christen verstehen würden, dass nur das Wort Gottes zählt, dann müssten sie doch freiwillig alle Hartz IV Empfänger werden, denn zum Leben reicht das Geld alle mal, sagt man so schön!?

Nach meinen Erfahrungen sind viele Hartz IV Leute/ Rentner mit Mindestrente und, und, und zufriedener als manch anderer Mensch der Arbeit hat und wehren können sie sich sowieso nicht, weil vielen die Kraft dazu fehlt! Almosen wollen die ich kenne auch keiner! Sie haben ihre Würde und ihren Stolz nicht verloren. Hilfe/Almosen muss ich bei meiner Freundin mit einem geschickten Trick machen. Ich kaufe Dinge und sag ihr das dies ein Sonderangebot war und, und,...




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

zuletzt bearbeitet 01.02.2010 21:19 | nach oben springen

#62

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 20:54
von LX.C • 2.666 Beiträge

Zitat von marlenja
Muss jeder eine Arche bauen und jeder auf dem Wasser gehen
und jeder all seinen Besitz verkaufen?



"Als Jesus das hörte, sagte er […] 'Verkauf alles was du hast, und verteile das Geld an die Armen, so wirst du bei Gott einen unverlierbaren Besitz haben.'" (Lukas, Kap. 18: Die Gefahr des Reichtums)


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#63

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:02
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Zitat von Roquairol
Denn wenn ein Reicher einem Armen Brot schenkt, dann kann er sich nicht nur selbst als guter Mensch fühlen und seine Überlegenheit gegenüber dem Armen auskosten - er lindert auch vorübergehend die Not des Armen und verhindert so, dass dieser auf "dumme Gedanken" kommt, sich z.B. mit anderen Armen zusammenschließt und gegen die tieferen Ursachen der Armut angeht. So ist Mitleid in erster Linie etwas, was den Reichen nützt, um die Armen in ihrer Armut zu halten.


Ganz genau, so sehe ich das auch. Der Reiche würde ohne die Schicht der Armen nicht existieren, darum muss (und wurde/wird) die Armut für und durch den Reichtum gefördert, samt der Eindämpfung an Auflehnung durch die momentane Almose oder die Beruhigung sozialer Einrichtungen. Natürlich sind diese ein wichtiger, menschlicher Schritt, jedoch bewirken sie gleichzeitig die Abhängigkeit vom Staat. Mir scheint, dass der Trend der Gesellschaft dahin tendiert, dass der Mensch weniger auf den Kreis seiner Familie, die Kraft seiner selbst baut, als auf die Hilfe vom Staat, weil dieser genau das ermöglicht und fördert. Die sozialen Hilfen sind damit nicht nur Hilfen, sondern auch gewollt geschaffene Abhängigkeiten, ebenso wie Kredite, Versicherungen, usw...

Kein Mitgefühl (und weitere nachträgliche Zwischensequenz zur genaueren Verdeutlichung: oder zuviel "Mitleid") auch an anderer Stelle:
Für mich ist es z. B. immer wieder eine Belastung, zu erkennen, dass heute aufgrund des Fortschrittes auf der ganzen Welt keine Armut mehr existieren müsste, diese aber durch machtgierige Konzerne (Länder) und "menschliche Fremdkörper" weiter gefördert und erhalten bleibt.
Und noch tragischer ist, dass wir mit jedem billigeren Kauf einer Ware, dieses Unheil auch noch unterstützen.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 01.02.2010 22:49 | nach oben springen

#64

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:07
von LX.C • 2.666 Beiträge

Zitat von Taxine

Mitgefühl auch an anderer Stelle:
Für mich ist es z. B. immer wieder eine Belastung, zu erkennen, dass heute aufgrund des Fortschrittes auf der ganzen Welt keine Armut mehr existieren müsste, diese aber durch machtgierige Konzerne (Länder) und "menschliche Fremdkörper" weiter gefördert und erhalten bleibt.
Und noch tragischer ist, dass wir mit jedem billigeren Kauf einer Ware, dieses Unheil auch noch unterstützen.



Jaa, da hast dus, zu wenig Mitleid, zu wenig Mitgefühl auf dieser Welt.


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#65

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:10
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Zitat von LX.C

Jaa, da hast dus, zu wenig Mitleid, zu wenig Mitgefühl auf dieser Welt.



Ups, da habe ich das "Kein" vergessen.
Ich füg's mal nachträglich ein, damit es nicht zu Verwirrungen kommt.




Surreale Vorstellungen
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#66

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:12
von LX.C • 2.666 Beiträge

*LOL*


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#67

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:22
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Zitat von Taxine

Und noch tragischer ist, dass wir mit jedem billigeren Kauf einer Ware, dieses Unheil auch noch unterstützen.



Auch hier eine Sackgasse, Taxinchen. Also, da gab es mal Fussbälle für den "internationelen" Einsatz, die von Kinderhand in Indien gefertigt wurden. Diese Kinder waren oft die einzigen Ernährer der Familie. Natürlich schlecht bezahlt, aber sie hatten artbeit, die Eltern nicht. Als diese nun in der Öffentlichkeit bekannt wurde, da gab es dann Riesenproteste und ein allseits "unbekannter" Hersteller stellte die Produktion dann sofort ein.
(Jedenfalls in Indien.)

Aber nun waren auch die Kinder arbeitslos...
Das klingt pervers, ich weiß, aber die Eltern dieser Kinder denken darüber wohl anders..., anders als wir bestimmt.

Grüße,
Peter

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#68

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:27
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
Mir scheint, dass der Trend der Gesellschaft dahin tendiert, dass der Mensch weniger auf den Kreis seiner Familie, die Kraft seiner selbst baut, als auf die Hilfe vom Staat



Ohne die Hilfe vom Staat hätten wir eine ordentliche Zählung, wieviel Arbeitslose es wirklich gibt! Wenn es keine realen Arbeitsplätze gibt (und die gibt es wirklich nicht, alles weitere ist Augenwischerrei!!!)was soll der Staat dann machen? Die Wahrheit sagen? Warten bis ein neuer Führer diese Massen lenkt?




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#69

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 21:34
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Zitat von Patmöser
Auch hier eine Sackgasse, Taxinchen.




Auch eine Sackgasse? Wo war die andere?

Dein Beispiel finde ich etwas gewagt. Das arbeitende nun arbeitslose Kind ist darum doch trotzdem nicht besser dran? Hunger wird weiterhin gelitten, ob es arbeitet oder nicht arbeitet, und gerade das ist, betrachtet man das Gesamte, eine notwendige Bedingung, solange Länder andere Länder ausbeuten, und wir die Augen zumachen, vielleicht anhand solcher Beispiele, oder wenn wir uns freuen, dass die Stereoanlage so günstig ist.

Zitat von Bea
Ohne die Hilfe vom Staat hätten wir eine ordentliche Zählung, wieviel Arbeitslose es wirklich gibt! Wenn es keine realen Arbeitsplätze gibt (und die gibt es wirklich nicht, alles weitere ist Augenwischerrei!!!)was soll der Staat dann machen? Die Wahrheit sagen? Warten bis ein neuer Führer diese Massen lenkt?



Die Abhängigkeit vom Staat ist trotzdem vorhanden, und das habe ich nur verdeutlicht.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 02.02.2010 13:15 | nach oben springen

#70

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 22:08
von LX.C • 2.666 Beiträge

Siehste, da ham wa's wieder. Ich bin seit "Widersprüche" richtig verblüfft und schäm mich selbst ein bisschen.

"Im Zeitalter radikal realitätsgerechter Erziehung, [sind] Gespräche seltener geworden, und der neurotische Partner B. bedarf übermenschlicher Kraft, um nicht gesund zu werden."

(Horkheimer/Adorno: Dialektik der Aufklärung, Fischer, Frankfurt/M 2008, S. 255)



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zuletzt bearbeitet 01.02.2010 22:11 | nach oben springen

#71

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 01.02.2010 23:12
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Zu Besitz, Besitzlosigkeit und dem Rest: Adorno geht noch weiter. In "Minima Moralia" erklärt er:

Zitat von Adorno
Wie es mit dem Privatleben heute bestellt ist, zeigt sein Schauplatz an. Eigentlich kann man überhaupt nicht mehr wohnen. Die traditionellen Wohnungen, in denen wir groß geworden sind, haben etwas Unerträgliches angenommen: jeder Zug des Behagens darin ist mit Verrat an der Erkenntnis, jede Spur der Geborgenheit mit der muffigen Interessengemeinschaft der Familie bezahlt. Die neusachlichen, die tabula rasa gemacht haben, sind von Sachverständigen für Banausen angefertigte Etuis, oder Fabrikstätten, die sich in die Konsumsphäre verirrt haben, ohne alle Beziehung zum Bewohner: noch der Sehnsucht nach unabhängiger Existenz, die es ohnehin nicht mehr gibt, schlagen sie ins Gesicht. Der moderne Mensch wünscht nahe am Boden zu schlafen wie ein Tier, hat mit prophetischem Masochismus ein deutsches Magazin vor Hitler dekretiert und mit dem Bett die Schwelle von Wachen und Traum abgeschafft. Die Übernächtigen sind allzeit verfügbar und widerstandslos zu allem bereit, alert und bewußtlos zugleich. Wer sich in echte, aber zusammengekaufte Stilwohnungen flüchtet, balsamiert sich bei lebendigem Leibe ein.
(...)
Das Haus ist vergangen. (...) Die Möglichkeit des Wohnens wird vernichtet von der der sozialistischen Gesellschaft, die, als versäumte, der bürgerlichen zu schleichenden Unheil gerät. Kein Einzelner vermag etwas dagegen.
(...)
Das beste Verhalten all dem gegenüber scheint noch ein unverbindliches, suspendiertes: das Privatleben führen, solange die Gesellschaftsordnung und die eigenen Bedürfnisse es nicht anders dulden, aber es nicht so belasten, als wäre es noch gesellschaftlich substantiell und individuell angemessen. "Es gehört selbst zu meinem Glücke, kein Hausbesitzer zu sein", schrieb Nietzsche bereits in der Fröhlichen Wissenschaft. Dem müsste man heute hinzufügen: es gehört zur Moral, nicht bei sich selber zu Hause zu sein. Darin zeigt sich etwas an von dem schwierigen Verhältnis, in dem der Einzelne zu seinem Eigentum sich befindet, solange er überhaupt noch etwas besitzt. Die Kunst bestünde darin, in Evidenz zu halten und auszudrücken, daß das Privateigentum einem nicht mehr gehört, in dem Sinn, daß die Fülle der Konsumgüter potentiell so groß geworden ist, daß kein Individuum mehr das Recht hat, an das Prinzip ihrer Beschränkung sich zu klammern; daß man aber dennoch Eigentum haben muss, wenn man nicht in jene Abhängigkeit und Not geraten will, die dem blinden Fortbestand des Besitzverhältnisses zugute kommt. Aber die Thesis dieser Paradoxie führt zur Destruktion, einer lieblosen Nichtachtung für die Dinge, die notwendig auch gegen die Menschen sich kehrt, und die Antithesis ist schon in dem Augenblick, in dem man sie ausspricht, eine Ideologie für die, welche mit schlechtem Gewissen das Ihre behalten wollen. Es gibt kein richtiges Leben im falschen.


(Adorno - Minima Moralia - Reflexionen aus dem beschädigten Leben - 18 - Asyl für Obdachlose)




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 02.02.2010 01:35 | nach oben springen

#72

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 02.02.2010 01:04
von ascolto • 1.289 Beiträge

Werte Belegschaft...ein Zwischenruf...

dadd feine am Mitgefühl üsch: Na was wohl? Nah?: Mann kann hinein, hinein in die Welt (Gemeinsam.keiten entdecken), tja, man könnte.... wenn man dann will! Nicht mehr fremdeln und die Liebe net als Operrett der Duselei, sondern als Manifest gegen einsam wirkt gemeinsam. Und wie ich hier zittrig vernommen, wie mir hier von Euch gespiegelt...es herrscht solch ein Misstand, draußen vor der Türe im Hinein, allet will Hinaus?
Hinaus in die Ferne, weit wech...janz weit...fest vertäut verkettet am Anker der Flucht, verdrängen, des kompensieren....? Schoko in die Schnut, Raffsegel gesetzt, Flubbe ins Maul, Fock gehisst, und kaum mal ein Hallöchen, Glotze an... nur Gebälk dadd kreischt? Die Feindbilder sind ge.fest.igt....
Aber hier net, hier wird über die Armut debattiert, dem Schmerz des Einzelnen Raum gegeben. Zugewendet, heißa ist dadd ein Hinein....
Naja, ab und zu will man hinaus, also wenn man net mehr kann weil man nicht versteht oder die Mutti ruft...man auch mal aufs Kloh muss.Oder Hunger im Leidleib verspühret.

Mitgefühl, also mitdenken, mitempfinden ist Gemeinsam. Und wenn man sich solch Herausforderungen stellt, wie Armut, wie Klima und z.B Recourcen. Dann weiß man, über sich, über den Partner, über die Freunde und über die Heimat, über die Völker und über die Kontinente, nur gemeinsam finden wir Lösungen, nur gemeinsam entsteht ein friedvolles Mitinander, ein Leben ohne Streit sowie dann Kriegsabstinenz. Egal ob es um das Marktwirtschaften, um das Elend des zusätzlich von uns Menschen verursachten Leids....Sind wir alle Eins?
Über die Visionen könnte man sich austauschen...wenn man dann will, wenn man möchte, wenn man versteht wieviel Zeit im Elend vergangen,vergeht. Man könnte wenn man um sich schaut, sofort, man muss nur wollen und dabei einfach einen Sonnenaufgang- bis Untergang beobachten, oder ein kleines Kind das deine Helvershänd braucht, oder die alte Dame die auf dem Eis rutscht,ein Heranerwachsener in Arbeit für den Profit Einzelner in Indien, im Wohnblock der Ärmsten um die Ecke? Kurz, überall wo das Leid wütet!

Mitfühlen ist eventuel eine Gemeinsamkeit die Tatkraft fordert, die einem zum Handeln erweckt, Mitleid ist vielleicht auch gut, nur net zu lang, weil Leiden lähmt,anspannt? (Man bedenke den Zahnschmerz, ach wadd üsch da dadd Mitgefühl: Hülve)

So, mal dazwüschen gezeisigt:
Thriller im A


zuletzt bearbeitet 02.02.2010 12:49 | nach oben springen

#73

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 02.02.2010 08:41
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
(Man bedenke den Zahnschmerz, ach wadd üsch da dadd Mitgefühl: Hülve)



Schöner Text! (Adorno leider nicht gelesen) Sind wir alle Eins? Na Logo!




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#74

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 03.02.2010 14:29
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Zitat von Ascolto
Über die Visionen könnte man sich austauschen...wenn man dann will, wenn man möchte, wenn man versteht wieviel Zeit im Elend vergangen,vergeht.



Werter Amo, ein weise gewählter Ausspruch, denn mir selbst wird immer wieder deutlich, wie gerne man die Welt verändern möchte, wie ausgiebig man nach Lösungen sucht, wie oft man Sinn- und Machtlosigkeit erkennen will, wie häufig man sich erst einmal darauf beschränkt, das Auge überhaupt erst auf das Elend auszurichten. Sehen - das erscheint mir schon wichtig. Sehen-Wollen.
Und trotzdem: Man will ja irgendwie nicht jeden Menschen darauf festnageln, man will nur den eigenen Richtungswechsel darlegen, die eigenen Veränderungen oder Einsichten, hinter die Details des Grundsätzlichen finden. Manchmal gelingt das durch Worte und Austausch, häufig durch die winzigen Loslösungen bestimmter festgefahrener Ansichten und neu entdeckter Handlungsmöglichkeiten. In kleinen Dingen verändert man, was dann, auf viele Menschen und Hoffnungen verteilt, kleine Schritte ermöglicht. Irgendwann läuft die Welt über, die Gier und Machtvorliebe wird sich vielleicht dem in seinem Denken befreiten Menschen gegenübergestellt sehen, dem der Materialismus zu viel genommen hat, als dass er ihn weiter heiligt, so sehr die Gesellschaft auch darauf fixiert ist. Hinter diesen Bauten liegt noch das Andere. Und der Mensch hat die Gabe, dieses Andere (u. a. das Leben als das Leben) zu erfassen, sich sichtbar zu machen. Das versöhnt.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 03.02.2010 14:32 | nach oben springen

#75

RE: Mitleid

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 05.02.2010 14:58
von ascolto • 1.289 Beiträge

werte tAxine,


sehen wollen, hinsehen, geistig eintreten in die causalen Zusammenhänge..... das ist und kann nur aus Meinereygen im Humanus erwachen und verfeinert werden durch die Wurzel der Liebesenergie, dem Mitgefühl?
Und hier steht dem Janzen, ev. ein Gegenkonzept konträr: Die Abwendung aus diesem uns allen Verbind.lichen? Die Sorge, die Ängste um das eigene Wohlergehen, dass ver- bewahren der Besitzstände, das anhaften an den eigenen Vorstellungen von Glück, also Lebensentwürfen, Sicherheiten usw. Aus meiner Sicht ist das Glück die Abwesenheit von Leid! Dies ist im Körperlichen recht einfach zu definieren. Doch auch hier bewegt sich alles in Wechselbeziehungen, also ein immer wiederkehrender Kreislauf, die Einseitigkeit bringt Leid, nur die Wechselwirkung eine zeitweise Abstinenz von Leid? Geburt zum Tod, ss gibt zu heiß (Temperatur) sowie zu kalt, es gibt den Hunger wie die Völle......

Die Frage die mich beschäftigt ist: welche weiteren Glückskonzepte außer diesem körperlichen Kreislauf, entwerfen wir und welche Definition und mit welchem Willen verfolgen wir geistige und somit projezierte Glückskonzepte. Was ist die Motivation hinter diesem Nichtexistenzielen?
Rund ein Viertel der Menschheit, vielleicht mehr, hat im Kreislauf der körperlichen Existenz kein alzu großes Leid zu tragen, der andere Anteil der Menschheit macht im alltäglichen Lebensfluß existenziele Noterfahrungen. Das heißt für mich, rein körperlich schließt ein gewisser Anteil der Weltbevölkerung den anderen Anteil an einem Wohlergehen, nicht ohne Leiderfahrungen, doch ohne existenziele Noterfahrungen aus?
Ergo, ergibt sich die Frage, warum verdrängen wir diese mit etlichen Fakten und Statisken belegbaren Zustände, warum berührt sie so wenig den Alltag, unser Hier und Jetzt? Demnach muss es bei einem (versorgten) Bevölkerungsanteil eine weitere Glückskomponente geben, eine weitere nicht existenziele Geistesenergie, die ihr körperliches Glück nicht fassen und weitere Glückskonzepte entwirft, projeziert und materialisiert? Die Übergriflichkeit als System heißt Marktwirtschaft? Wobei hier nicht der Wahrenaustausch sondern der Profit orientierte Handel gemeint ist? Neudeutsch: Neokapitalismus?

Ergo, um meine verwirrten Geisteszustände zu klaren würde ich alzu gern wissen, warum eine UNZUFRIEDENHEIT ensteht wenn der Mensch in seiner Vita in einem Zustand der wenigen Leiderfahrungen lebt und bist auf die lebensbedrohlichen Noterfahrungen, wie Krankheit und folgend dem Tod, nicht an der Freude an diesem außergewöhnlichen Zustand vor Freude, Gleichmut und dem Lächeln befriedet ist?

Wirrungen im A


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