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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 16.08.2007 13:25
von Taxine
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Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.


Am 30. Juli ist Ingmar Bergman im Alter von 89 Jahren gestorben.
Ich mag seine Filme. Sie decken die menschlichen Ängste und Sehnsüchte auf. Verzweiflung und Leichtigkeit wechseln einander ab. Das Drama der Beziehung hat er gut ausgeleuchtet.
"Wilde Erdbeeren", "Szenen einer Ehe", "Das Schweigen" ... "Persona" und all die anderen.
Die Medien zeigen seine Filme in den nächsten Tagen zum Gedenken an diesen großen Regisseur.

Hier eine kleine Übersicht:
Im Moment in 3 Sat "Szenen einer Ehe" ,
morgen in Tele 5 um 14.40 Uhr "Die Zauberflöte",
ebenso morgen um 20.15 Uhr in Festival (ARD digital) "Fanny und Alexander".
Am Mittwoch dann in Arte um 20.45 Uhr "Sarabande".


(Fotoquelle: FAZ Net)
zuletzt bearbeitet 16.08.2007 13:27 | nach oben springen

#17

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 16.08.2007 13:25
von Martinus
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In den Strassen der Bronx, Robert de Niro als Busfahrer, sein kleiner Sohn knüpft zufällig Kontakte mit einem Erzmafioso. Eine großartige Milieustudie.

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#18

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 16.08.2007 13:26
von Jo
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In letzter Zeit sterben irgendwie viele gute Typen.
Ulrich Mühe zum Beispiel, für mich ein großartiger Schauspieler. Starb an Magenkrebs.
Der italienische Regisseur Michelangelo Antonioni - ebenso. Filme wie "Blow up" oder "Zabriskie Point" kennt die ganze Welt. Er starb am 31. Juli im Alter von 94 Jahren.
Sehr schade.

Es grüßt
Jo

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#19

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 16.08.2007 13:26
von Ferro
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Hallo Taxine, Martinus, Jo.

Ich war auch erschüttert wegen all den Größen, die da gegangen sind. Für die Regisseure spricht das Alter, bei Mühe war ich sehr traurig. Ich mochte ihn auch gerne.

Grüße
der Ferro

P.S. Schönes Zitat bei Bergman, Taxinchen. Ja... ja!
zuletzt bearbeitet 05.01.2008 21:55 | nach oben springen

#20

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 16.08.2007 13:26
von larifant
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Bitte bei Bergman "Das siebente Siegel" nicht vergessen.

Am Wochenende war in unserem Städtchen ein empfehlenswerter Film zu sehen: "Die Verachtung" von Godard. Mit der Bardot und Fritz Lang, der sich selber spielt.

Gruß,
L.

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#21

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 23.08.2007 20:20
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Ich sah übrigens gestern einen wunderbaren Film. "Madame Sousatzka" von Schlesinger. Shirley MacLaine spielt eine wunderbar strenge Klavierlehrerin und einst gefeierte Pianistin, die in ihrem Schüler die Leidenschaft fürs Klavierspiel weckt und dann Schwierigkeiten hat, ihn loszulassen. Wunderbare Schubert-, Beethoven- und Schumannklänge. Der Film hat mir sehr gut gefallen.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.08.2007 20:49 | nach oben springen

#22

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 28.08.2007 14:30
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge


Am Freitag kam in Arte ein Film, vor dem ich mich richtig gefürchtet habe.
"Tarnation" von Jonathan Caouette. Ich befürchtete diese Intensität der Bilder, denn die Geschichte ist schon sehr berührend. Seit seinem 11. Lebensjahr hat Caouette sein Leben mit einer Kamera festgehalten. Der Film ist aber nicht nur Dokumentation, er ist eindrucksvoll und modern zusammengeschnitten, unter anderem mit Musikvideos und Undergroundfilmausschnitten. Caouette erzählt hier seine und vor allen Dingen die Geschichte seiner Mutter, die als Kind durch Elektroschocks und später dann durch eine Lithium-Überdosis langsam in die Geisteskrankheit abdriftet. Sie wurde als junge Frau vor den Augen Jonathans vergewaltigt, und als Elfjähriger spielt er als Frau verkleidet diese Verzweiflung vor der Kamera nach. Da läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken. Er selbst wurde als Kind in verschiedene Pflegefamilien gegeben, wo er physisch und psychisch missbraucht wurde. Der Film ist interessant gemacht, man kann ihn sich ansehen, ohne danach "zerquält" und aufgewühlt zurückzubleiben.

Hier ein weiterer Einblick in den Film. Und hier noch eine andere Kritik.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.08.2007 15:21 | nach oben springen

#23

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 05.01.2008 20:46
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Na, morgen dann das heiß gelobte Werk in vier Teilen "Krieg und Frieden", Teil 1 im ZDF um 20.15 Uhr. Was mich ja beruhigt, ist, dass in dieser Verfilmung nichts Amerikanisches mitschwingt, wenn ich da an "Anna Karenina" zurückdenke, dieser grob zerstückelte, sich auf eine winzige Szene beschränkende Versuch...
Und, wenn man am Mittwoch dann z. B. den zweiten Teil gesehen hat, könnte man sich am Donnerstag um 22.35 Uhr auch einmal auf ARTE einlassen und sich die Dokumentation über Simone de Beauvoir ansehen, immerhin wäre sie jetzt 100 Jahre alt, und noch besser: "Der Liebespakt" um 21 Uhr am Freitag - Sartre und de Beauvoir ins Bild gefasst...

Mal gucken, ob mich nicht zufällig eines meiner Bücher oder die Schreiberei verschlingt, ansonsten werfe ich mal einen Blick darauf...

Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 05.01.2008 20:51 | nach oben springen

#24

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 05.01.2008 20:56
von Martinus • 3.194 Beiträge

Ich werde alle vier Teile von "Krieg und Frieden" anschauen, und ich denke, wenn meine Augen am Donnerstag wach bleiben, gehe ich auf ARTE.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#25

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 06.01.2008 22:13
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Mal wieder ein Film, der mich enttäuscht hat.
Ein Mensch, der im Film denkt (noch nicht einmal sagt), er würde seine Familie opfern, lässt keinen Zuschauerfreiraum. Er muss durch seine Handlung hier genau diese Haltung offenbaren. Einer von unzähligen Mängeln, auch schlummert der Geist ein. Bunte Bilder allein... beeindrucken mich nicht.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 10.01.2008 22:52 | nach oben springen

#26

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 06.01.2008 23:02
von Martinus • 3.194 Beiträge

Ich weiß gar nicht mehr, wer das gesagt hat "Familie opfern")
Ich hab' schon gemerkt, bei den Schlachten wurden weniger Komparsen verwendet, als bei den alten amerikanischen Historienfilmen. Ist aber nicht so wichtig.
Den Film betrachte ich als Inhaltsüberblick des Romans. Tja, anhand des Films allein kann ich mir gar nicht vorstellen, dass die Vorlage Weltliteratur ist. So kann ich mich täuschen. Der Film war doch recht verhalten, ein wenig Flirterei im Adel und dann der Krieg, mehr doch nicht, aber so ergriffen hat mich das nicht.

Ich weiß ja, weil ich noch einiges zu "Anna Karenina" im Kopf habe. Die Blicke auf dem Ball u.s.w., ist doch viel schöner, wenn man das liest.

Die Austen-Verfilmung "Sinn und Sinnlichkeit" (nach "Verstand und Gefühl") hat mir besser gefallen.

(jetzt bayrisch): schaun mer mal
es kommen ja noch drei Teile....




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#27

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 11.01.2008 14:57
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo,

zum zweiten Teil: man sieht auch hier, z.B. das Thema der Religion nur in zwei drei Sätzen angedeutet und Schluss. Die Intrige von Helene und Anatol: Flop hinein in den Film und Bildschnitt. Ich meine damit, durch den Film erlebt der Zuschauer nicht die ENTWICKLUNGSLINIEN. Es gibt doch, ganz ehrlich, Filme, die mich dermaßen in Beschlag nehmen, entweder wegen intelligenter witziger Dialoge, oder einfach durch gekonnte Dramaturgie. Ja, genau, es fehlt dem Film die gekonnte Dramaturgie, der Aufbau von Spannung u.ä. Weil das so ist, erleben ich nur einen Szenenwechsel nach dem anderen (ach, die Liebe und der Schmerz, autsch. Tolstoi ist aber vielmehr).

Gestern lief in Arte:"Im Bann des Jade Skorpions" mit Woody Allen. Ja, das ist ein Film: intelligente spritzige Dialoge, witzig und außergewöhnliche Story. Das zieht.

heute Abend läuft im Arte: 21.00Uhr: "Der Liebespakt: Simone de Beauvoir und Sartre". Biografie, 2006. Na, das ist doch was

Liebe Grüße
Martinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#28

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 11.01.2008 17:26
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
Das ist mir bei Anna Karenina auch aufgefallen, dass hier nur auf Liebe und die Schwierigkeiten der Liebe eingegangen wurde, als ob Tolstoi in seinen Werken nie philosophiert. Das dieses schwierig im Film darzustellen ist, das möchte man ja gar nicht abstreiten.
Nur leider wird in solche Projekte viel Geld gesteckt und darum wird es auch für ein extra breites Publikum gestaltet, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Dass darin dann die Feinheiten fehlen, ist dann nicht verwunderlich.

Woody Allen im "Jadeskorpion" aus meiner Erinnerung, wobei ich sehr lachen musste (Habe den Film aber nicht gestern gesehen, ist schon etwas länger her ):
Du musst mehr auf das Blut hören, nicht auf die grauen Zellen. Auf das Blut, sage ich dir. Das Blut, das kommt wenigstens herum, das kreist da so im Körper, während die grauen Zellen nur so vor sich hinstauben...

Ja, der Regisseur durchdenkt sein Werk wenigstens.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 11.01.2008 17:27 | nach oben springen

#29

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 12.01.2008 14:56
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge
"Der Liebespakt" hat mir gefallen, auch wenn Sartre hier ziemlich schlecht wegkommt, da der Film aus der Sicht von Simone de Beauvoir gemacht war. Er wirkte wie ein kleiner Verfechter von Ideen, die er selbst nicht einhalten kann. Die Schwierigkeiten, die Simone de Beauvoir mit dem "Pakt" hatte, wie auch ihr Wesen kamen gut herüber, leider wenig das, was sie so intensiv an ihn bindet.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.01.2008 15:02 | nach oben springen

#30

RE: Film- und Filmemacher

in Gespräche über Kunst und die Welt 12.01.2008 15:32
von Martinus • 3.194 Beiträge

Einige existentialistischen Ideen kamen herüber. Habe Motivation bekommen, den "Ekel" zu lesen.




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