Film- und Filmemacher
Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.
Am 30. Juli ist Ingmar Bergman im Alter von 89 Jahren gestorben.
Ich mag seine Filme. Sie decken die menschlichen Ängste und Sehnsüchte auf. Verzweiflung und Leichtigkeit wechseln einander ab. Das Drama der Beziehung hat er gut ausgeleuchtet.
"Wilde Erdbeeren", "Szenen einer Ehe", "Das Schweigen" ... "Persona" und all die anderen.
Die Medien zeigen seine Filme in den nächsten Tagen zum Gedenken an diesen großen Regisseur.
Hier eine kleine Übersicht:
Im Moment in 3 Sat "Szenen einer Ehe" ,
morgen in Tele 5 um 14.40 Uhr "Die Zauberflöte",
ebenso morgen um 20.15 Uhr in Festival (ARD digital) "Fanny und Alexander".
Am Mittwoch dann in Arte um 20.45 Uhr "Sarabande".

(Fotoquelle: FAZ Net)
In letzter Zeit sterben irgendwie viele gute Typen.
Ulrich Mühe zum Beispiel, für mich ein großartiger Schauspieler. Starb an Magenkrebs.
Der italienische Regisseur Michelangelo Antonioni - ebenso. Filme wie "Blow up" oder "Zabriskie Point" kennt die ganze Welt. Er starb am 31. Juli im Alter von 94 Jahren.
Sehr schade.
Es grüßt
Jo
Liebe Grüße
Taxine

Am Freitag kam in Arte ein Film, vor dem ich mich richtig gefürchtet habe.
"Tarnation" von Jonathan Caouette. Ich befürchtete diese Intensität der Bilder, denn die Geschichte ist schon sehr berührend. Seit seinem 11. Lebensjahr hat Caouette sein Leben mit einer Kamera festgehalten. Der Film ist aber nicht nur Dokumentation, er ist eindrucksvoll und modern zusammengeschnitten, unter anderem mit Musikvideos und Undergroundfilmausschnitten. Caouette erzählt hier seine und vor allen Dingen die Geschichte seiner Mutter, die als Kind durch Elektroschocks und später dann durch eine Lithium-Überdosis langsam in die Geisteskrankheit abdriftet. Sie wurde als junge Frau vor den Augen Jonathans vergewaltigt, und als Elfjähriger spielt er als Frau verkleidet diese Verzweiflung vor der Kamera nach. Da läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken. Er selbst wurde als Kind in verschiedene Pflegefamilien gegeben, wo er physisch und psychisch missbraucht wurde. Der Film ist interessant gemacht, man kann ihn sich ansehen, ohne danach "zerquält" und aufgewühlt zurückzubleiben.
Hier ein weiterer Einblick in den Film. Und hier noch eine andere Kritik.
Und, wenn man am Mittwoch dann z. B. den zweiten Teil gesehen hat, könnte man sich am Donnerstag um 22.35 Uhr auch einmal auf ARTE einlassen und sich die Dokumentation über Simone de Beauvoir ansehen, immerhin wäre sie jetzt 100 Jahre alt, und noch besser: "Der Liebespakt" um 21 Uhr am Freitag - Sartre und de Beauvoir ins Bild gefasst...
Mal gucken, ob mich nicht zufällig eines meiner Bücher oder die Schreiberei verschlingt, ansonsten werfe ich mal einen Blick darauf...
Grüße
Taxine
Ein Mensch, der im Film denkt (noch nicht einmal sagt), er würde seine Familie opfern, lässt keinen Zuschauerfreiraum. Er muss durch seine Handlung hier genau diese Haltung offenbaren. Einer von unzähligen Mängeln, auch schlummert der Geist ein. Bunte Bilder allein... beeindrucken mich nicht.

Ich weiß gar nicht mehr, wer das gesagt hat "Familie opfern")
Ich hab' schon gemerkt, bei den Schlachten wurden weniger Komparsen verwendet, als bei den alten amerikanischen Historienfilmen. Ist aber nicht so wichtig.
Den Film betrachte ich als Inhaltsüberblick des Romans. Tja, anhand des Films allein kann ich mir gar nicht vorstellen, dass die Vorlage Weltliteratur ist. So kann ich mich täuschen. Der Film war doch recht verhalten, ein wenig Flirterei im Adel und dann der Krieg, mehr doch nicht, aber so ergriffen hat mich das nicht.
Ich weiß ja, weil ich noch einiges zu "Anna Karenina" im Kopf habe. Die Blicke auf dem Ball u.s.w., ist doch viel schöner, wenn man das liest.
Die Austen-Verfilmung "Sinn und Sinnlichkeit" (nach "Verstand und Gefühl") hat mir besser gefallen.
(jetzt bayrisch): schaun mer mal
es kommen ja noch drei Teile....
Hallo,
zum zweiten Teil: man sieht auch hier, z.B. das Thema der Religion nur in zwei drei Sätzen angedeutet und Schluss. Die Intrige von Helene und Anatol: Flop hinein in den Film und Bildschnitt. Ich meine damit, durch den Film erlebt der Zuschauer nicht die ENTWICKLUNGSLINIEN. Es gibt doch, ganz ehrlich, Filme, die mich dermaßen in Beschlag nehmen, entweder wegen intelligenter witziger Dialoge, oder einfach durch gekonnte Dramaturgie. Ja, genau, es fehlt dem Film die gekonnte Dramaturgie, der Aufbau von Spannung u.ä. Weil das so ist, erleben ich nur einen Szenenwechsel nach dem anderen (ach, die Liebe und der Schmerz, autsch. Tolstoi ist aber vielmehr).
Gestern lief in Arte:"Im Bann des Jade Skorpions" mit Woody Allen. Ja, das ist ein Film: intelligente spritzige Dialoge, witzig und außergewöhnliche Story. Das zieht.
heute Abend läuft im Arte: 21.00Uhr: "Der Liebespakt: Simone de Beauvoir und Sartre". Biografie, 2006. Na, das ist doch was
Liebe Grüße
Martinus
Nur leider wird in solche Projekte viel Geld gesteckt und darum wird es auch für ein extra breites Publikum gestaltet, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Dass darin dann die Feinheiten fehlen, ist dann nicht verwunderlich.
Woody Allen im "Jadeskorpion" aus meiner Erinnerung, wobei ich sehr lachen musste (Habe den Film aber nicht gestern gesehen, ist schon etwas länger her
):Du musst mehr auf das Blut hören, nicht auf die grauen Zellen. Auf das Blut, sage ich dir. Das Blut, das kommt wenigstens herum, das kreist da so im Körper, während die grauen Zellen nur so vor sich hinstauben...
Ja, der Regisseur durchdenkt sein Werk wenigstens.
Liebe Grüße
Taxine
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