Gedanken vom Tag - allgemein Nr. 3
Zitat von TaxineZitat von Patmos
Und nun werde ich hier kriminahlysiert, fettich gemacht, gestäuhbet und gefeddert, verbal unter gewässert und an das Rad gehaut, und nur weil ich diesen talergeilen Nörgelaussi...
So'n bisschen Dehnung auf dem Rad hat noch keinem geschadet. Dabei gewinnt man einige Milimeter Größe hinzu...
Und du bist schuld, wenn ich eines Tages in irgendeiner postmigrantischen HipHop-Szene ende, ja.
Oder als baumlanger Basketballspieler... mit Hang zu Büchern voller Sprachwitz und Entlarvungsstrategie.
Zitat von Taxine
Oder als baumlanger Basketballspieler... mit Hang zu Büchern voller Sprachwitz und Entlarvungsstrategie.
Danke, liebes Taxinchen, ich bin ja schon froh, das du mich nicht unter die High Society der immer gut frisierten Moralisten einreihst.
Homo ludens, hähä, und nichts anderes...
Zitat von Patmos
Danke, liebes Taxinchen, ich bin ja schon froh, das du mich nicht unter die High Society der immer gut frisierten Moralisten einreihst.
... wenn überhaupt, dann zähle ich dich zu den u n g e k ä m m t en Moralisten, die dann wiederum keine Moralisten sind, sondern skandalös mutige Dissidenten gegen den allüblichen "Gleichgedanken".
Mit etwas zu langen Beinen (du weißt schon, wegen dem Rad). 
Zitat von TaxineZitat von Patmos
Danke, liebes Taxinchen, ich bin ja schon froh, das du mich nicht unter die High Society der immer gut frisierten Moralisten einreihst.
... wenn überhaupt, dann zähle ich dich zu den u n g e k ä m m t en Moralisten...

Genau, liebes Taxinchen, außerdem habe ich dazu noch einen fast humanen Seitenscheitel und einen sündigen und also erzblasphemischen Augenaufschlag.
Zitat von Taxine
Ähnliches sagt man auch über Miller, dass ein Werk genügt, um alle anderen zu kennen,
Wer das sagt, sieht offenbar wie unter einem Vergrößerungsglas nur gewisse "Stellen", und nicht die Literatür darum herum. Das Problem liegt also allein im Auge (Auge?) des Lesers ...
Zitat von RoquairolZitat von Taxine
Ähnliches sagt man auch über Miller, dass ein Werk genügt, um alle anderen zu kennen,
Wer das sagt, sieht offenbar wie unter einem Vergrößerungsglas nur gewisse "Stellen", und nicht die Literatür darum herum. Das Problem liegt also allein im Auge (Auge?) des Lesers ...
Ich bin auch so ziemlich entsetzt über Lupenleser, die behaupten, Philip Roth schreibe immer nur über "gewisse Stellen". Ich frage mich dabei immer, was das für Bücher gewesen sein sollen.
Zitat von Taxine
Ähnliches sagt man auch über Miller, dass ein Werk genügt, um alle anderen zu kennen ...
... was selbstgefälliger Blabla-Reduktionismus der so postulierenden ist, egal welchen Autor betreffend. Wer so urteilt, hat garantiert nicht in der Tiefe alle Bücher gelesen, sondern will nur pseudo-schlau daherquaken; sagt also nur was über Hirn & Geist des Betrachters aus, nichts aber über Millers Bücher, von denen jedes individuell-einzigartig und lesenswert ist.
Überhaupt... Miller auf "gewisse Stellen" zu reduzieren, ist ja fast schon literarische "Blasphemie".
Zitat von ZypresserichZitat von Taxine
Ähnliches sagt man auch über Miller, dass ein Werk genügt, um alle anderen zu kennen ...
... was selbstgefälliger Blabla-Reduktionismus der so postulierenden ist, egal welchen Autor betreffend. Wer so urteilt, hat garantiert nicht in der Tiefe alle Bücher gelesen, sondern will nur pseudo-schlau daherquaken; sagt also nur was über Hirn & Geist des Betrachters aus, nichts aber über Millers Bücher, von denen jedes individuell-einzigartig und lesenswert ist.
Ich nehme das dann einmal als das Erörtliche:
Zitat
egal welchen Autor betreffend.
und:
Zitat
Wer so urteilt, hat garantiert nicht in der Tiefe alle Bücher gelesen, sondern will nur pseudo-schlau daherquaken;
Wer so auf die Leutchen losdrischt, die eigene Meinungen, eigene Leseansichten und Eindrücke aus bestimmten und also für dich gebenedeiten Büchern gewinnen, der leidet doch auch nur an der Verkindergartung seiner literarischen Hochämter.
Unschärfen editiert
Zitat von Taxine
Überhaupt... Miller auf "gewisse Stellen" zu reduzieren, ist ja fast schon literarische "Blasphemie".
Hähä, diese gewissen Stellen hatten, in so gewissen jugendlichen Fieberphasen, ein ganz besonderen Stellenwert..., Lebens und Stellungsbefruchtend..., sozusagen.
Zitat von PatmöserZitat von Taxine
Überhaupt... Miller auf "gewisse Stellen" zu reduzieren, ist ja fast schon literarische "Blasphemie".
Hähä, diese gewissen Stellen hatten, in so gewissen jugendlichen Fieberphasen, ein ganz besonderen Stellenwert..., Lebens und Stellungsbefruchtend..., sozusagen.
Hast du, möglicherweise, nur "Sexus" gelesen? Oder "Opus Pistorum"? 
Sagen wir es einmal so: durch Miller (und die aus seinen Büchern gewonnenen Erkenntnisse und Wandlungen) ist es mir gelungen, meinen "Besitz" auf etwa einen Koffer (plus Bücher und Bilder) zu reduzieren und mein Leben so zu leben, wie ich es für richtig halte, ohne mich durch Ängste einschränken oder durch Orte binden zu lassen. Dies vermittelte mir dieser Schriftsteller nicht durch seine erotischen Passagen, sondern durch alles andere, was daneben und davor und danach stand. 
Zitat von Patmos
Wer so auf die Leutchen losdrischt, die eigene Meinungen, eigene Leseansichten und Eindrücke aus bestimmten und also für dich gebenedeiten Büchern gewinnen, der leidet doch auch nur an der Verkindergartung seiner literarischen Hochämter.
Gibt es auch nur einen literarisch anspruchsvolleren Autor, von dem es ausreicht, ein Buch zu lesen, um sagen zu können: wer eins kennt, kennt alle?
Darum ging es doch. Das hat nichts mit den eigenen und gewonnenen Eindrücken zu tun. Wenn einem ein Werk nicht gefällt, ist das eine Sache, wer aber aufgrund des einen Eindrucks behauptet, alle Werke eines Autors seien gleich, der hat die Inhalte auf eine einzige Schlagzeile reduziert.
Ich gehe ja noch weiter und sage: Schriftsteller sollte man auch nicht miteinander vergleichen.
Es gibt so viele Leute, die nebeneinander stellen und erklären, der eine sei besser als der andere.
Wie ist das möglich?
Vergleichen kann man eigentlich nur die Werke eines Schrifstellers oder wenn sich zwei Autoren an ein und dasselbe Thema machen.
Zitat von TaxineZitat von Patmos
Wer so auf die Leutchen losdrischt, die eigene Meinungen, eigene Leseansichten und Eindrücke aus bestimmten und also für dich gebenedeiten Büchern gewinnen, der leidet doch auch nur an der Verkindergartung seiner literarischen Hochämter.
Gibt es auch nur einen literarisch anspruchsvolleren Autor, von dem es ausreicht, ein Buch zu lesen, um sagen zu können: wer eins kennt, kennt alle?
Simmel, Konsalik?
Kleines Scherzo! Natürlich kann man das nicht, aber es gibt Autoren, die nur auf der ewig gleichen Ebene, und mit nur mäßigem Können ihren "Werkstoff" zu formen vermögen.
Irgendwo las ich einmal, das Storm sich zu seinem Schimmelreiter regelrecht "empor schrieb". Und da ich Storms Werk nun wirklich ausgenommen gut kenne, so habe ich feststellen können, das diese Meinung so abwegig nicht ist. Das ist ein Beispiel, wohlgemerkt nur ein Beispiel.
Daneben gibt es das "reifende Schreiben", oder in das sich stetig steigernde - in das Leben hinein reifende schreiben, so sehe ich, zum Beispiel, Millers "Werksteigerung" zusammen mit Millers Lebensgang.
Aber darum geht es mir nicht, nicht einmal im Ansatz.
Mir geht es um die Dogmatik der beliebigen Instrumentalisierung derjenigen Autoren, die als die unberührbaren Heiligen gelten, oder je nach Geschmäcklichkeiten - zu gelten haben.
Und da ist von Shakespeare über Nietzsche bis Kafka, jedenfalls bei mir, kein Kniefall zu erwarten. Oder anders gesagt: Warum sollte ich mich Joyce nur knieend nähern, wenn doch O'Brien...
Zitat
Es gibt so viele Leute, die nebeneinander stellen und erklären, der eine sei besser als der andere.
Im (Lebens)Werk eines Schriftstellers, also - im fortschreitenden und reifenden Werk eines Schriftsteller(Lebens) ist das doch durchaus korrekt und sollte gestattet sein.
Beispiele wären hier Dosto, oder auch der Mann Thomas und unbedingt Fontane zu nennen. Ich sehe hier nicht unbedingt ein Problem, oder gar eine Herabsetzung.
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