Buchvorschläge/Erstes Kapitel
Zitat von LX.C
Und, vielleicht sollten Leser ihre Fantasie gewinnbringender einsetzen, als zur Ausmalung sinnloser Gewalt.
Na gut. In etwa sehe ich diese Aussage so, als wenn ich dir erzähle, dass Shakespeare zu verklärt und zu durchgekaut wäre, als dass der Leser sich darüber im Heute noch Gedanken machen müsste. Blödsinn, oder? Und, vor allen Dingen, völlig subjektiv. Denn, was du für richtig hältst, kann für andere eine ganz andere Bedeutung gewinnen. ![]()
Zitat von LX.C
Zu Deutschland und Donquischottiaden, gibts übrigens auch Wielands "Don Sylvio von Rosalva" (1764) zu nennen.
ey, ey, das habe ich gerade jetzt vor 3 sekunden gelesen! das ist ja herrlich LX.C. auch "die geschichte der abderiten" von wieland ist nicht minder lustig. bravo für diesen vorschlag! das freut mich!
grüße,
sachen gibts doch noch
Zitat von TaxineZitat von LX.C
Und, vielleicht sollten Leser ihre Fantasie gewinnbringender einsetzen, als zur Ausmalung sinnloser Gewalt.
Na gut. In etwa sehe ich diese Aussage so, als wenn ich dir erzähle, dass Shakespeare zu verklärt und zu durchgekaut wäre, als dass der Leser sich darüber im Heute noch Gedanken machen müsste. Blödsinn, oder? Und, vor allen Dingen, völlig subjektiv. Denn, was du für richtig hältst, kann für andere eine ganz andere Bedeutung gewinnen.
Mein Satz steht ja nicht ohne Grund im Konjunktiv.
Ach so, dann sprichst du im Allgemeinen?
Ich verstehe schon, was du meinst, nur glaube ich, dass der Roman nicht ganz dem entspricht, was du darin siehst.
Zitat von Taxine
Ach so, dann sprichst du im Allgemeinen?
Ich verstehe schon, was du meinst, nur glaube ich, dass der Roman nicht ganz dem entspricht, was du darin siehst.
Zunächst steht eindeutig MIR kommt in den Sinn. Es folgt der Konjunktiv als Möglichkeitsform, zudem Konjunktiv II als vorsichtige Feststellung, noch einmal abgeschwächt durch das Wörtchen Vielleicht. Das Bindewort UND verdeutlicht die Fortsetzung eines Gedankengangs. Du kannste es auch als transportierte Rede oder Selbstgespräch auffassen, wenn du dich dadurch moralisch belästigt fühlst.
Ich stülpe also niemandem etwas über und verhalte mich demzufolge, aus meiner Sicht, weniger moralisierend, als die von dir darauf folgende Moralisierung über eine angeblich moralische Erhebung.
Ich sehe gar nichts, in einem Roman, den ich nicht kenne, nur etwas in der Empfehlung, die wiederum zu meinem Gedankengang führte. Das nächste Mal behalte ich ihn für mich. Du hast recht.
Zitat von LX.C
Zunächst steht eindeutig MIR kommt in den Sinn. Es folgt der Konjunktiv als Möglichkeitsform, zudem Konjunktiv II als vorsichtige Feststellung, noch einmal abgeschwächt durch das Wörtchen Vielleicht. Das Bindewort UND verdeutlicht die Fortsetzung eines Gedankengangs.
Hahahaha... du bist der Beste. 
Nun nimm es mal nicht ganz so ernst. Aber rausreden kannste dich nicht. Der Satz hatte schon seine Aussage.
Ich habe übrigens auch keine Lust, mir sinnlose Gewalt auszumalen, bin aber sehr gespannt, wie der Schriftsteller das umgesetzt hat.
Da wünsch' ich dir viel Freude und eine schöne Aufführung.
Am 09. Januar 2010 ist
"Tschechow lesen: Eine literarische Reise" der bekannten amerikanischen Essayistin Janet Malcolm erschienen. Malcom reist nach Russland und besucht die Orte aus Tschechows Leben (St. Petersburg, Jalta, Moskau). Sie schrieb auch Bücher über Gertrude Stein, Sylvia Plath und zur Psychoanalyse.
Musste ich mir sofort ordern.
Hallo Martinus, erst einmal vielen Dank für den Tipp.
Zitat von Martinus
Sie schrieb auch Bücher über... Sylvia Plath...
Malcolm schrieb nicht direkt über Plath, sondern über ihre Biographen, "Die schweigende Frau" - eine überaus interessante Lektüre, weil hier sichtbar wird, wer von der Familie beeinflusst war, z. B. Anne Stevenson (hat sich völlig von der Schwester von T. Hughes einschüchtern lassen und nach "ihrem Wort" geschrieben", statt nach Fakten), wer gelogen oder übertrieben (z. B. Ronald Hayman) oder eben wahrheitsgemäß geschrieben hat.
Auch erfährt man bei Malcoms Betrachtungen einiges über Hughes selbst, der die letzten Notizbücher, die natürlich kurz vor ihrem Tod geschrieben wurden und mit ihm zu tun hatten, da er sich für eine andere Frau von ihr getrennt hatte, vernichtet hat und dieses seltsam geschickt in verschiedenen Ausgaben in seinem Vorwort unterschiedlich rechtfertigt. Er wollte nur die Kinder schützen, tatsächlich wohl aber eher sich selbst.
Der Mann hatte natürlich ein schweres Los. Erst die eine Frau - begeht Selbstmord und lässt seine zwei Kinder zurück, dann die zweite Frau - begeht Selbstmord und nimmt die kleine, gemeinsame Tochter mit in den Tod. Armer Ted Hughes.
Jaqueline Rose soll eine gute Biographie geschrieben haben, doch gibt es diese noch nicht in deutscher Übersetzung.
Am ratsamsten sind trotzdem die (wenn auch, durch Hughes verschuldet, gekürzten) Tagebücher der Plath, da darin ihr Wesen sehr gut zur Geltung kommt. Der einzige Mensch, der hier manipuliert, ist höchstens sie selbst, und sie ist in diesen Aufzeichnungen verdammt ehrlich und selbstkritisch, was sie ja in ihrem eigenen Blick auf sich selbst auch letztendlich das Leben gekostet hat. Dazu im Vergleich dann ihre quietschend fröhlichen, darunter (vergleicht man tageweise mit den Aufzeichnungen in den Notizbüchern) todtraurigen Briefe.
Will ich unbedingt bald lesen: Jörg Fauser "Rohstoff". Der lebte längere Zeit in Instanbul und London, hat alles Mögliche gemacht, war "im Drogenrausch am Bosporus, als Anarchist in den Kommunen von Berlin und als Hausbesetzer in seiner Heimat Frankfurt am Main." Harry Gelb (sein Alter Ego) und seine schnörkellosen Lebensbeschreibungen, von einem, der auszog, um Schriftsteller zu werden. Das kann nur gut sein!
Bücher gibt's. Wahnsinn.
Romanautorin Siri Hustvedt hat ein Sachbuch über ihre Nervenkrankheit
geschrieben: "Die zitternde Frau"
Ein Ausflug in die Medizingeschichte: Neurobiologie, Neurologie, Charcot, Freud, Galen.... Einer geheimnisvollen Krankheit auf der Spur.
Dazu ein interessanter Bericht von Spiegel - Online: Die doppelte Frau
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